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Westminster & City of London

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Westminster & City of London

Vom gotischen Prachtbau des Parlaments über die düstere Festung des Tower of London bis zum gleißenden Glanz der Kronjuwelen — Westminster und die City sind Londons geschichtsträchtigstes Herz. Hier wurden Könige gekrönt, Köpfe gerollt und ein Weltreich regiert.

Big Ben & Houses of Parliament

Der Palace of Westminster — besser bekannt als die Houses of Parliament — ist das Sinnbild Londons und der britischen Demokratie. Der neogotische Prachtbau am Themseufer (1840–1870, Architekt: Charles Barry) beherbergt das House of Commons und das House of Lords. Am berühmtesten ist der Elizabeth Tower mit seiner Glocke Big Ben — technisch gesehen ist „Big Ben" nur die 13,5 Tonnen schwere Glocke, nicht der Turm, aber diese Pedanterie interessiert niemanden.

Highlights

  • Elizabeth Tower (Big Ben): 96 Meter hoch, vier Zifferblätter mit je 7 Metern Durchmesser. Der Glockenschlag ist weltweit bekannt — zur vollen Stunde zu hören und ein Gänsehaut-Moment, wenn man direkt daneben steht. Foto-Tipp: Von der Westminster Bridge aus, besonders bei Nacht, wenn der Turm golden leuchtet.
  • Parlamentsführung: Wenn das Parlament nicht tagt (meist Samstags und in den Ferien), sind geführte Touren durch die prunkvolle Westminster Hall (1097!), die königliche Robing Chamber und beide Kammern möglich. Eintritt: 28£. Wenn das Parlament tagt, kann man kostenlos von der Besuchergalerie aus den Debatten zuschauen — ein faszinierendes Spektakel.
  • Westminster Hall: Die älteste erhaltene Halle des Palastes (1097) mit dem größten mittelalterlichen Hammerbalken-Dach der Welt. Hier wurde Karl I. zum Tode verurteilt. Kostenlos zugänglich bei Führungen.

Tipp

Der beste Blick auf Big Ben: Von der Westminster Bridge (klassisch), vom Queen's Walk auf der South Bank (mit Spiegelung in der Themse) oder vom Victoria Tower Gardens (weniger Touristen, perfekt für Fotos ohne Menschenmassen). Bei Nacht ist der beleuchtete Turm am fotogensten.

Westminster Abbey

Die Westminster Abbey ist nicht einfach eine Kirche — sie ist der Krönungsort jedes englischen und britischen Monarchen seit 1066, die Grabstätte von 17 Königen und Königinnen, und ein Pantheon der britischen Geschichte. Hier wurden Wilhelm der Eroberer gekrönt, Elisabeth I. und Maria Stuart begraben, Darwin und Newton beigesetzt, und die Krönung von König Charles III. (2023) fand hier statt.

Was du sehen musst

  • Poets' Corner: Die berühmteste Ecke der Abbey — Grab- und Gedenksteine für Chaucer, Shakespeare, Dickens, Austen, Brontë, Kipling, Tennyson, Händel und Dutzende weitere. Ein literarischer Pilgerort.
  • Krönungsstuhl: Der Coronation Chair (1296) ist der älteste noch benutzte Thron der Welt — jeder Monarch seit Edward II. wurde darauf gekrönt.
  • Grab des Unbekannten Kriegers: Direkt am Eingang — der bewegendste Ort der Abbey. Ein namenloser Soldat des Ersten Weltkriegs, begraben in Erde aus Frankreich, über den jeder Besucher hinwegschreitet. Sogar die Queen legte ihren Brautstrauß hier ab.
  • Lady Chapel: Die Henry VII Lady Chapel im Ostflügel ist ein Meisterwerk der spätgotischen Perpendikular-Architektur — das fächerförmige Deckengewölbe ist atemberaubend.

Praktisches: Eintritt: 27£ (online billiger). Öffnungszeiten: Mo–Sa (sonntags nur Gottesdienst, kostenloser Eintritt zum Gottesdienst!). Audio-Guide inklusive. Rechne 2 Stunden ein. Fotografie ist im Inneren nicht erlaubt.

Buckingham Palace & Wachablösung

Der Buckingham Palace ist seit 1837 die offizielle Londoner Residenz der britischen Monarchen. 775 Räume, 78 Badezimmer, der größte private Garten Londons und die berühmteste Fassade der Welt — das königliche Zuhause ist ein Monument britischer Macht und Pomp.

Changing of the Guard (Wachablösung)

Die Wachablösung ist Londons berühmtestes kostenloses Spektakel. Soldaten der Household Division in ihren roten Tuniken und Bärenfellmützen marschieren vom Wellington Barracks zum Palast, begleitet von Militärmusik. Die Zeremonie dauert etwa 45 Minuten und findet täglich im Sommer (April–Juli) und jeden zweiten Tag im Rest des Jahres um 11:00 Uhr statt. Gratis, aber: Komme mindestens 30 Minuten vorher, um einen guten Platz am Zaun zu ergattern. Bester Standort: direkt am Palastzaun oder am Victoria Memorial.

State Rooms

Im Sommer (Juli–September), wenn der König nicht residiert, sind die State Rooms für Besucher geöffnet — die prunkvollen Empfangsräume mit Gemälden von Rembrandt, Rubens und Canaletto, der Thronsaal und der Ballsaal. Eintritt: 30£. Tickets im Voraus buchen! Der Garten ist ebenfalls zugänglich und überraschend weitläufig.

Tipp

Wenn die Royal Standard-Flagge über dem Palast weht, ist der König zu Hause. Weht der Union Jack, ist er abwesend. An Tagen mit Staatsbesuchen oder Trooping the Colour (Juni) ist die Gegend besonders festlich — aber auch besonders voll.

Tower of London

Der Tower of London ist fast 1.000 Jahre alt und hat in dieser Zeit als königliche Festung, Gefängnis, Hinrichtungsstätte, Schatzkammer, Zoo, Münzprägeanstalt und Waffenarsenal gedient. Kein anderer Ort in London verdichtet so viel Geschichte auf so engem Raum. UNESCO-Welterbe seit 1988.

Die Highlights

  • Kronjuwelen (Crown Jewels): Im Jewel House funkeln die Kronjuwelen — darunter die Imperial State Crown mit über 2.800 Diamanten und der Cullinan I (530 Karat, der größte geschliffene klare Diamant der Welt), eingesetzt im Royal Sceptre. Ein Laufband trägt Besucher an den Vitrinen vorbei — man könnte stundenlang schauen.
  • White Tower (1078): Der älteste Teil, erbaut von Wilhelm dem Eroberer. Heute: die Royal Armouries mit mittelalterlichen Rüstungen, Waffen und der Line of Kings (Königsfiguren in Originalpanzerung).
  • Tower Ravens: Sechs Raben leben ständig im Tower — der Legende nach wird das Königreich fallen, wenn die Raben den Tower verlassen. Deshalb werden ihnen die Flügel gestutzt. Der Ravenmaster kümmert sich persönlich um sie.
  • Yeoman Warders (Beefeaters): Die Wärter des Towers in ihren ikonischen Uniformen führen kostenlose Führungen (im Eintrittspreis enthalten) voller schwarzem Humor und blutiger Geschichten. Unbedingt mitmachen!
  • Tower Green: Die private Hinrichtungsstätte — hier verloren Anne Boleyn (Heinrichs VIII. zweite Frau), Catherine Howard und Lady Jane Grey ihre Köpfe. Eine Glasinstallation markiert heute die Stelle.

Praktisches: Eintritt: 33,60£ (online günstiger). Öffnungszeiten: Täglich 9–17:30 (Sommer), 9–16:30 (Winter). Unbedingt online vorbuchen — die Schlangen können im Sommer enorm sein. Rechne mindestens 3 Stunden ein. Die Yeoman-Warder-Führungen starten alle 30 Minuten am Haupteingang.

Tower Bridge & St Paul's Cathedral

Tower Bridge

Die Tower Bridge (1894) ist Londons fotogenstes Bauwerk — eine viktorianische Klappbrücke mit zwei neogotischen Türmen, die sich für vorbeifahrende Schiffe öffnet (etwa 800 Mal pro Jahr). Viele Touristen verwechseln sie mit der London Bridge (die schlicht und modern ist) — die Tower Bridge ist die mit den Türmen.

  • Tower Bridge Exhibition: Besichtigung der Maschinenhäuser (viktorianische Dampfmaschinen!) und des Glasbodenwegs zwischen den Türmen — 42 Meter über der Themse, mit durchsichtigem Boden. Nichts für Höhenangst! Eintritt: 12,30£.
  • Brückenöffnungen: Den Zeitplan der Brückenöffnungen findest du auf towerbridge.org.uk. Von der South Bank aus zusehen, wie sich die mächtigen Brückenflügel heben, ist ein faszinierendes Spektakel.

St Paul's Cathedral

Sir Christopher Wrens Meisterwerk (1675–1710), erbaut nach dem Großen Brand von London 1666. Die Kuppel — die zweitgrößte der Welt nach dem Petersdom — dominiert die Londoner Skyline seit über 300 Jahren. Hier heirateten Prinz Charles und Diana (1981), hier fanden die Staatsbegräbnisse von Nelson, Wellington und Churchill statt.

  • Whispering Gallery: In der Kuppel, auf 30 Metern Höhe — flüstere gegen die Wand, und dein Gegenüber auf der anderen Seite (34 Meter entfernt!) hört jedes Wort. Ein akustisches Wunder.
  • Golden Gallery: Der höchste zugängliche Punkt — 528 Stufen nach oben (kein Aufzug!) für einen 360-Grad-Panoramablick über London. Die Anstrengung lohnt sich.
  • Krypta: Gräber von Nelson, Wellington und Wren selbst. Am Grab des Architekten steht: „Si monumentum requiris, circumspice" — „Wenn du sein Denkmal suchst, schau dich um."

Praktisches: Eintritt: 23£ (online günstiger). Sonntags nur Gottesdienste (Eintritt frei, aber keine Besichtigung). Rechne 2–3 Stunden ein.

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