Gesellschaft & Zusammenleben · Abschnitt 2/2

Islam & Religiöse Toleranz

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Islam & Religiöse Toleranz

Der Islam ist Staatsreligion — und doch ist Malaysia kein Saudi-Arabien. Die malaysische Interpretation des Islam ist moderater als in den meisten arabischen Ländern, und die Verfassung garantiert Religionsfreiheit für alle Bürger. In der Praxis bedeutet das: Moscheen, buddhistische Tempel, hinduistische Schreine und christliche Kirchen stehen oft nur wenige Straßen voneinander entfernt.

Allerdings: Der Islam ist nur für Malaien verbindlich. Malaien unterliegen der Scharia (islamisches Recht) in Familienangelegenheiten (Heirat, Scheidung, Erbschaft), während Chinesen und Inder dem zivilen Recht folgen. Ein malaiischer Muslim kann Malaysia nicht offiziell verlassen — den Islam zu verlassen ist theoretisch möglich, aber bürokratisch fast unmöglich und sozial ein Tabu.

Für Touristen sind die Auswirkungen minimal: Du darfst Moscheen besuchen (außerhalb der Gebetszeiten, mit bedeckten Knien und Schultern — Roben werden oft gestellt), Alkohol trinken (in nicht-muslimischen Restaurants, Bars und Hotels — nicht in Kelantan/Terengganu) und tragen, was du willst (an Stränden und in touristischen Gebieten). Ramadan beeinflusst das Reisen kaum — tagsüber sind die Straßen ruhiger, aber abends werden die Ramadan-Basare (Pasar Ramadhan) zu den besten Food-Festivals des Landes.

💡 Tipp

Während des Ramadan (ein Monat im islamischen Kalender, jedes Jahr ca. 10 Tage früher) findest du die besten Food-Märkte des Jahres: Pasar Ramadhan — riesige Märkte, auf denen Malaien traditionelle Festessen für das abendliche Fastenbrechen (Iftar) verkaufen. Als Tourist darfst du tagsüber essen und trinken, aber sei diskret in konservativen Gegenden.

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