Bagan & Zentralmyanmar · Abschnitt 1/4

Die Tempelfelder von Bagan

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Die Tempelfelder von Bagan

2.000 Tempel in einer Ebene

Bagan (seit 2019 offiziell UNESCO-Weltkulturerbe) ist einer der atemberaubendsten archäologischen Orte der Welt. Auf einer Fläche von 36 km² erstrecken sich über 2.200 Tempel, Pagoden und Klöster aus dem 9. bis 13. Jahrhundert — die Überreste einer einst mächtigen Stadt mit über 10.000 religiösen Bauwerken. Nur Angkor Wat in Kambodscha kann es in Ausmaß und Wirkung mit Bagan aufnehmen — doch während Angkor vom Dschungel umschlungen wird, liegen Bagans Tempel offen in einer weiten, trockenen Ebene, durchschnitten vom mächtigen Irrawaddy-Fluss.

Das Königreich von Bagan (1044–1287) war das erste vereinte birmanische Reich und ein Machtzentrum des Theravada-Buddhismus. König Anawrahta begann den massiven Tempelbau, nachdem er den Theravada-Buddhismus als Staatsreligion etabliert hatte. Über 250 Jahre lang stifteten Könige, Adlige und wohlhabende Bürger Tempel um Tempel — jeder einzelne ein Akt religiösen Verdienstes, der den Erbauern ein besseres nächstes Leben sichern sollte. Das Mongolenreich unter Kublai Khan beendete 1287 diese Ära — die Stadt wurde verlassen, die Tempel blieben.

Die wichtigsten Tempel

  • Ananda-Tempel (1105): Der eleganteste Tempel Bagans und ein Meisterwerk der Mon-Architektur. Weißes Gebäude mit goldenem Turm, vier stehende Buddha-Statuen (je 9,5 m hoch). Je nach Standpunkt lächeln die Buddhas oder blicken ernst — ein optischer Effekt der Bildhauer.
  • Shwezigon-Pagode: Die bedeutendste Pagode Bagans, golden glänzend und Prototyp für alle späteren burmesischen Pagoden. Beherbergt angeblich einen Zahn und eine Stirnbein-Reliquie Buddhas. Von König Anawrahta begonnen, von seinem Nachfolger vollendet.
  • Dhammayangyi-Tempel (1170): Der massivste Tempel Bagans, erbaut von König Narathu — der seinen Vater und Bruder ermordete und den Tempel aus Angst vor karmischer Vergeltung errichten ließ. Die Ziegelarbeit ist so präzise, dass angeblich keine Nadel zwischen die Steine passt. Narathu ließ Arbeitern, deren Fugen nicht perfekt waren, die Hände abhacken.
  • Sulamani-Tempel (1183): Bekannt als „Krönungsjuwel" wegen seiner harmonischen Proportionen und gut erhaltenen Wandmalereien mit Szenen aus dem Leben Buddhas und dem Alltag der Bagan-Ära.
  • Htilominlo-Tempel (1218): Letzter großer Tempel der Bagan-Ära. Feine Stuckarbeiten und glasierte Terrakotta-Fliesen. Der Name bedeutet „Thron des Wunsches des Königs".
  • Bu Paya: Kleine goldene Pagode direkt am Irrawaddy-Ufer — der perfekte Ort für einen Sonnenuntergang am Fluss. Wurde beim Erdbeben 2016 beschädigt und restauriert.

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