Sicherheit & Notfälle
Allgemeine Sicherheit
Nepal ist eines der sichersten Länder Asiens für Touristen. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist extrem selten. Die Nepali sind ein friedliches, gastfreundliches Volk, und selbst in den ärmsten Gegenden wirst du als Gast respektiert und willkommen geheißen. Die Hauptrisiken:
- Taschendiebstahl: In Thamel, auf Touristenrouten und in überfüllten Bussen — Wertsachen eng am Körper tragen, Rucksack vorne tragen in Menschenmengen
- Straßenverkehr: Nepals Straßen sind GEFÄHRLICH! Chaotischer Verkehr, keine Bürgersteige, Busse, die auf Serpentinen über Klippen rasen, Motorräder in der Gegenrichtung. Als Fußgänger: äußerste Vorsicht, immer in Fahrtrichtung gehen, Blickkontakt mit Fahrern suchen. Busfahrten in Nepal gehören zu den statistisch gefährlichsten der Welt
- Trek-Sicherheit: Höhenkrankheit ist das größte Risiko (→ eigenes Kapitel). Andere Risiken: Verirren bei Nebel/Schnee, Erdrutsche im Monsun, Lawinen im Winter, Kälte auf Höhe
Bandhs (Streiks) — Nepals politische Tradition
Bandhs (Generalstreiks) sind eine nepalesische politische Tradition: Parteien, Gewerkschaften oder ethnische Gruppen rufen Streiks aus, bei denen alles stillsteht — Geschäfte schließen, Busse fahren nicht, Taxis stehen. Manchmal kommt es zu Straßenblockaden und vereinzelt zu Ausschreitungen. Bandhs sind selten gewalttätig gegen Touristen, aber sie können deinen Reiseplan komplett durcheinanderbringen.
Was tun bei einem Bandh:
- Informiere dich morgens bei deinem Hotel oder deiner Trekking-Agentur
- Bleibe im Hotel/Guesthouse — es ist nicht gefährlich, aber Transport ist nicht verfügbar
- Touristenbusse fahren manchmal trotz Bandh (besonders Greenline)
- Flüge sind NICHT betroffen
- Nutze den Tag für Sehenswürdigkeiten in Laufnähe — die Altstadt ist oft menschenleerer als sonst!
Erdbeben — Vorbereitet sein
Nepal liegt in einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Das Erdbeben von 2015 (Stärke 7,8, fast 9.000 Tote) war eine traumatische Erinnerung daran. Was du wissen musst:
- Während eines Erdbebens: Unter einen stabilen Tisch, Türrahmen oder tragende Wand. Weg von Fenstern, Regalen und schweren Gegenständen. Draußen: Weg von Gebäuden, Strommasten und Mauern. Im Gebirge: Achtung Steinschlag und Lawinen
- Nach dem Beben: Nachbeben sind wahrscheinlich. Gebäude auf Risse prüfen. Kontakt zur Botschaft aufnehmen
- Deutsche Botschaft Kathmandu: +977 1 4412786, Gyaneshwor
- Österreichische Botschaft: +977 1 4410891, Hattisar
- Schweizer Botschaft: +977 1 4449225, Jawalakhel
Handeln — Die Kunst des Verhandelns
In Nepal wird fast überall gehandelt — in Souvenirläden, auf Märkten, bei Taxifahrten, sogar bei manchen Hotels. Festpreise gibt es nur in Supermärkten und gehobenen Restaurants. Grundregeln:
- Beginne bei 50–60% des geforderten Preises und arbeite dich auf 60–75% hoch
- Verhandele freundlich und mit Humor — nie aggressiv oder beleidigend
- Lächle und sei bereit, wegzugehen — das senkt den Preis oft sofort
- Trekking-Ausrüstung in Thamel: Preise sind oft doppelt so hoch wie nötig. Vergleiche 3+ Läden!
- Taxi: IMMER vor dem Einsteigen den Preis verhandeln. Taxameter existieren, werden aber fast nie benutzt. Richtwerte: Flughafen → Thamel: 600–800 NPR; Thamel → Boudhanath: 300–500 NPR; Thamel → Bhaktapur: 800–1.200 NPR
- Nicht handeln: In Restaurants mit gedruckter Speisekarte, bei Eintrittspreisen, in Supermärkten, bei Trek-Permits
Die Namaste-Kultur — Verhaltensregeln
Nepal ist ein zutiefst höfliches und respektvolles Land. Einige Grundregeln, deren Beachtung Türen öffnet:
- Namaste (Hände zusammen, leichte Verbeugung) ist die universelle Begrüßung — und öffnet jede Tür. Verwende es großzügig, es wird IMMER geschätzt
- Rechte Hand: Essen und Geben/Nehmen immer mit der rechten Hand. Die linke gilt als unrein (sie wird zur Körperreinigung verwendet)
- Schuhe ausziehen: Vor Tempeln, Klöstern, Gebetsräumen und oft auch vor Wohnhäusern. Schau, was andere tun
- Kopf nicht berühren: Der Kopf gilt als heilig — berühre nie den Kopf eines Nepali, auch nicht von Kindern (auch wenn sie süß sind!)
- Uhrzeigersinn: Buddhistische Stupas, Chorten und Mani-Steine IMMER im Uhrzeigersinn umrunden. Mani-Mauern IMMER links passieren
- Bescheidenheit: Bedecke Schultern und Knie in Tempeln. Öffentliche Zuneigungsbekundungen zwischen Paaren sind unüblich und werden als unhöflich empfunden
- Fotografieren: Frage immer um Erlaubnis, bevor du Menschen fotografierst. An Verbrennungsghats (Pashupatinath) mit äußerstem Respekt — es sind echte Trauerfeiern
- Sohlen: Zeige niemals die Sohlen deiner Füße auf Personen oder religiöse Objekte — sitze im Schneidersitz, nicht mit ausgestreckten Beinen in Richtung Altar
- Jutha: Etwas, das deine Lippen berührt hat, gilt als „jutha" (rituell verunreinigt). Teile nie deine Trinkflasche direkt (ohne den Mund zu berühren gießen) und biete nie angebissenes Essen an
💡 Tipp
Die wichtigste Sicherheitsregel für Nepal: Informiere IMMER jemanden über deine Reisepläne — dein Hotel, deine Trekking-Agentur, Freunde zu Hause. Registriere dich bei der Deutschen Botschaft (Krisenvorsorgeliste ELEFAND). Auf dem Trek: Schreibe dich in die Registrierbücher der Tea Houses ein und trage deine TIMS-Karte immer bei dir. Bei einem Erdbeben, Erdrutsch oder medizinischen Notfall kann dich so niemand suchen, aber zumindest wissen Retter, wo du sein solltest.