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Trekking · Abschnitt 7/7

Permits, Guides, Tea Houses & Ausrüstung

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Permits, Guides, Tea Houses & Ausrüstung

Trekking-Permits

Für alle Treks in Nepal brauchst du mindestens ein TIMS-Permit und oft ein zusätzliches Conservation Area Permit. Die Permits bekommst du in Kathmandu (Nepal Tourism Board, Bhrikutimandap) oder in Pokhara (Tourist Information). Plane dafür 1–2 Stunden ein und bringe Passfotos mit!

PermitPreisFür welche Treks
TIMS (Trekkers' Information Management System)2.000 NPR (~13€)Alle Treks
ACAP (Annapurna Conservation Area)3.000 NPR (~20€)Annapurna Circuit, ABC, Poon Hill, Mardi Himal
Sagarmatha NP3.000 NPR (~20€)Everest Base Camp
Langtang NP3.000 NPR (~20€)Langtang Valley
Manaslu Restricted Areaab 100 USD/WocheManaslu Circuit (Guide Pflicht!)
Upper Mustang500 USD/10 TageUpper Mustang (Guide Pflicht!)

Guide vs. Solo — Was ist besser?

Nepal erlaubt (Stand 2025) auf den meisten Hauptrouten sowohl Solo-Trekking als auch geführtes Trekking. Die Debatte ist hitzig, und die Regierung diskutiert seit Jahren eine Guide-Pflicht:

  • Solo (ohne Guide): Mehr Freiheit, günstiger, eigenes Tempo. Möglich auf Annapurna, EBC, Langtang und Poon Hill — die Routen sind gut markiert und Tea Houses bieten Orientierung. ABER: Bei Unfall, Höhenkrankheit oder Verirren bist du auf dich allein gestellt. Im Winter und bei Schneefall können Wegmarkierungen verschwinden
  • Mit Guide: Sicherheit, lokales Wissen, kultureller Austausch, Sprachbarrieren lösen, Navigation bei Schnee. Pflicht in Restricted Areas (Manaslu, Upper Mustang). Kosten: 25–35€/Tag. Ein guter Guide macht den Trek 10× reicher — er erzählt dir die Geschichte jedes Dorfs, kennt die besten Tea Houses und handelt Preise für dich aus
  • Mit Porter: Ein Träger transportiert dein Gepäck (15–25 kg). Du wanderst nur mit Daypack. Kosten: 12–20€/Tag. Besonders bei längeren Treks empfehlenswert — dein Rücken wird es dir danken. Ethische Hinweis: Stelle sicher, dass dein Porter angemessen ausgerüstet ist (warme Kleidung, Schuhe, Sonnenbrille auf Höhe!)

Tea Houses — Nepals einzigartiges System

Tea Houses sind einfache Berggasthäuser entlang der Trekkingrouten — und der Grund, warum Nepal das einzige Land der Welt ist, wo du wochenlang in über 5.000 m Höhe trekken kannst, ohne ein Zelt oder einen Kocher mitzunehmen.

Was dich erwartet:

  • Schlafplatz: Einfache Zimmer mit 2 Betten, dünner Matratze und Decke (oft nur eine Sperrholzwand zum nächsten Zimmer). Auf Höhe kein fließendes Wasser, keine Heizung, kein Strom nach 21:00 Uhr. Schlafsack mitbringen — ab 3.500 m wird es nachts unter 0°C!
  • Essen: Dal Bhat (endlos nachfüllbar!), Momos, Nudeln, Pancakes, Porridge, Chapati, Fried Rice. Die Speisekarte ist erstaunlich umfangreich — auf 4.000 m bekommst du „Pizza" und „Spaghetti" (Qualität variiert). Preise steigen mit der Höhe, weil alles per Porter oder Yak hochgetragen werden muss
  • Gemeinschaftsraum: Der Ofen in der Mitte (meist befeuert mit Yak-Dung auf Höhe) ist der gesellige Mittelpunkt. Hier triffst du andere Trekker, tauschst Geschichten aus und wärmst dich auf. Sitzplätze nah am Ofen sind begehrt!
  • Toiletten: Meist Plumpsklo (Squat Toilet). Auf den Hauptrouten gibt es auf niedrigerer Höhe auch westliche Toiletten. Toilettenpapier mitbringen!
  • Duschen: Heiße Dusche (solar oder gasbeheizt) verfügbar bis ca. 3.500 m, kostet 200–500 NPR. Darüber: Katzenwäsche mit heißem Wasser aus der Thermoskanne
  • Laden: 200–500 NPR pro Gerät (Handy, Powerbank). Die meisten Tea Houses haben Solarstrom oder kleine Generatoren

Preise in Tea Houses (Richtwerte)

PostenNiedrige Höhe (2.000–3.000 m)Hohe Höhe (3.500–5.000 m)
Bett (Doppelzimmer)200–400 NPR (1–3€)500–800 NPR (3–5€)
Dal Bhat400–600 NPR (2,50–4€)800–1.200 NPR (5–8€)
Momos (10 Stk.)300–500 NPR600–900 NPR
Masala Chai50–100 NPR150–300 NPR
Gekochtes Wasser (1l)50–100 NPR200–400 NPR
Laden (Handy)100–200 NPR300–500 NPR
Heiße Dusche200–300 NPR400–500 NPR (oder nicht verfügbar)
Wi-Fi (1h)200–300 NPR500 NPR (oder nicht verfügbar)

Ausrüstung — Was du WIRKLICH brauchst

Die gute Nachricht: Du brauchst KEINE teure Ausrüstung von zu Hause mitzubringen. In Thamel (Kathmandu) und Lakeside (Pokhara) bekommst du alles — von der Daunenjacke über den Schlafsack bis zu Trekkingstöcken. Qualität und Preise:

  • Daunenjacke: 2.000–8.000 NPR (13–55€). „North Face" gibt es in echt (autorisierte Shops) und als Kopie (Straßenläden). Kopien halten für einen Trek, aber nicht für Expeditionen
  • Schlafsack: Miete 100–200 NPR/Tag oder Kauf ab 3.000 NPR. Für EBC/Annapurna Circuit: Mindest-Komforttemperatur -15°C!
  • Trekkingschuhe: Bringe deine eigenen mit — eingelaufene Schuhe sind Gold wert. In Thamel gibt es Schuhe (2.000–10.000 NPR), aber die Passform ist Glückssache
  • Trekkingstöcke: 800–2.000 NPR. Dringend empfohlen für den Abstieg (Knie!)
  • Powerbank: 20.000 mAh Minimum, besser 30.000 mAh. In Kathmandu ab 2.000 NPR
  • Wasserfilter/SteriPEN: Investition, die sich sofort amortisiert (kein teures Flaschenwasser auf dem Trek)

Höhenkrankheit (AMS) — Das wichtigste Thema

Ab 2.500 m Höhe kann die Acute Mountain Sickness (AMS) auftreten. Ab 3.500 m ist sie häufig. Die goldenen Regeln:

  • Climb high, sleep low: Nicht mehr als 300–500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen (Schlafhöhe!)
  • Akklimatisierungstage: Alle 1.000 Höhenmeter einen Ruhetag einlegen
  • Viel trinken: 3–4 Liter pro Tag. Kein Alkohol auf Höhe!
  • Symptome erkennen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit
  • Lake-Louise-Score: Kopfschmerzen + mindestens 1 weiteres Symptom = AMS. NICHT weiter aufsteigen!
  • Bei Verschlechterung: SOFORT ABSTEIGEN! Keine Ausreden, kein „morgen wird es besser". Schon 500 m Abstieg bringen dramatische Besserung
  • HACE (Hirnödem) & HAPE (Lungenödem): Die lebensbedrohlichen Komplikationen. Symptome: Verwirrung, Koordinationsstörungen (HACE), rasselnde Atmung, rosa Schaum (HAPE). Sofortiger Abstieg und Evakuierung!
  • Diamox (Acetazolamid): Kann prophylaktisch eingenommen werden. In Kathmandus Apotheken rezeptfrei erhältlich (50 NPR für 10 Tabletten!). 125–250 mg zweimal täglich, ab 1 Tag vor dem Aufstieg über 3.500 m. Nebenwirkungen: Kribbeln in Fingern und Zehen, häufiges Wasserlassen, Geschmacksveränderung bei kohlensäurehaltigen Getränken. Mit dem Reisearzt besprechen!

Achtung

Höhenkrankheit kann JEDEN treffen — unabhängig von Alter, Fitness oder Erfahrung. Marathon-Läufer und Militärathleten sind genauso gefährdet wie Couch-Potatoes. Auf dem EBC-Trek und am Thorong La (Annapurna Circuit) sterben jedes Jahr Menschen an Höhenkrankheit, weil sie die Symptome ignorieren. Nimm Kopfschmerzen und Übelkeit auf Höhe IMMER ernst. Die einfachste Regel: „Wenn du dich auf Höhe schlecht fühlst und es über Nacht nicht besser wird: GEHE RUNTER." Keine Diskussion. Kein Trek der Welt ist dein Leben wert.

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