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Verstehen · Kapitel 8

Geschichte

New York Reiseführer

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VerstehenKapitel 8: Geschichte
Verstehen · Kapitel 8

Geschichte

Von der niederländischen Siedlung Nieuw Amsterdam über Ellis Island und die Einwanderungswellen bis zum 11. September 2001 — New Yorks Geschichte ist eine Geschichte der Einwanderung, des Aufstiegs und der Widerstandsfähigkeit.

Von Nieuw Amsterdam zur Weltstadt

Bevor die Europäer kamen, lebten die Lenape-Indianer auf der Insel, die sie Mannahatta nannten (Insel der vielen Hügel). 1624 gründeten die Niederländer die Siedlung Nieuw Amsterdam an der Südspitze Manhattans. 1626 „kaufte" der niederländische Gouverneur Peter Minuit die Insel von den Lenape — der Legende nach für Glasperlen und Werkzeug im Wert von 60 Gulden (die Geschichte ist vereinfacht, aber Teil der Gründungsmythologie).

Britische Herrschaft & Revolution

1664 übernahmen die Briten die Stadt kampflos und benannten sie in New York um (nach dem Duke of York). Die Stadt wuchs zum wichtigsten Hafen der britischen Kolonien. Im Unabhängigkeitskrieg (1775–1783) war New York eine wichtige Schlachtfeld- und Besatzungsstadt. George Washington wurde 1789 auf der Wall Street als erster Präsident der USA vereidigt — die Federal Hall (heute Museum, kostenlos) steht noch dort.

Einwanderung & Aufstieg (19. Jahrhundert)

Im 19. Jahrhundert wurde New York zur Einwanderungsmetropole. Millionen von Iren (nach der Großen Hungersnot 1845–52), Italienern, Deutschen, Osteuropäern und jüdischen Flüchtlingen kamen per Schiff — die meisten sahen als Erstes die Freiheitsstatue (1886) und wurden auf Ellis Island (1892–1954) registriert. Über 12 Millionen Menschen kamen durch Ellis Island — schätzungsweise 40% aller heutigen Amerikaner haben einen Vorfahren, der hier ankam.

Die Stadt wuchs in die Höhe: die Brooklyn Bridge (1883), der erste Wolkenkratzer (der Tower Building, 1889), und die Subway (1904) verwandelten New York in die modernste Stadt der Welt.

Jazz Age, Depression & Nachkriegsboom

Die Goldenen Zwanziger & die Wolkenkratzer

Die 1920er waren New Yorks glamouröseste Dekade: der Jazz explodierte in Harlem (Duke Ellington im Cotton Club, Louis Armstrong im Savoy Ballroom), die Harlem Renaissance (Langston Hughes, Zora Neale Hurston) brachte eine literarische und künstlerische Blüte, und die Skyline schoss in die Höhe. Das Chrysler Building (1930, Art Déco, immer noch das schönste Hochhaus der Welt) und das Empire State Building (1931, 381 Meter, in nur 14 Monaten erbaut!) definierten die Skyline, die wir heute kennen.

Die Große Depression (1929–1939)

Der Börsencrash an der Wall Street (29. Oktober 1929, „Schwarzer Dienstag") stürzte die Welt in die Depression. In New York: Massarbeitslosigkeit, Suppenküchen, Hoovervilles (Obdachlosenlager) im Central Park. Bürgermeister Fiorello LaGuardia und Stadtplaner Robert Moses nutzten New-Deal-Gelder, um Brücken, Parks, Highways und öffentliche Einrichtungen zu bauen — viele davon stehen noch heute.

Nachkriegs-New-York

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde New York zur Hauptstadt der Welt: die Vereinten Nationen (Hauptquartier am East River, 1952), die Wall Street als Finanzzentrum, die Pop-Art-Bewegung (Andy Warhol, Studio 54), und die Ära der großen kulturellen Institutionen (Lincoln Center, MoMA-Erweiterung). Gleichzeitig begann der Abstieg: in den 1970ern und 80ern war New York bankrott, die Kriminalität explodierte (Times Square war ein Rotlichtviertel, die Bronx brannte buchstäblich), und die Stadt schien verloren. Der Wiederaufstieg unter Bürgermeister Rudy Giuliani (1990er, umstrittene Zero-Tolerance-Politik) und der anschließende Boom unter Michael Bloomberg verwandelten New York zurück in die sichere, prosperierende, überteuerte Weltstadt von heute.

11. September 2001

Am Morgen des 11. September 2001 entführten Terroristen der Al-Qaida vier Flugzeuge. Zwei davon — American Airlines Flug 11 und United Airlines Flug 175 — flogen in die Twin Towers des World Trade Center in Lower Manhattan. Innerhalb von 102 Minuten stürzten beide Türme ein. 2.977 Menschen starben — die verheerendsten Terroranschläge der Geschichte.

Der 11. September veränderte New York und die Welt für immer. Die Stadt durchlebte ein kollektives Trauma — und zeigte eine Widerstandsfähigkeit, die ihr den Beinamen „die Stadt, die sich weigert, aufzugeben" einbrachte. An der Stelle der Twin Towers stehen heute das 9/11 Memorial (die spiegelnden Wasserbecken), das 9/11 Museum und das One World Trade Center (Freedom Tower, 541 Meter) — als Zeichen des Nicht-Aufgebens.

Für Besucher aus dem Ausland ist das Memorial ein Ort der Stille und des Respekts. Es ist angemessen, dort leise zu sein, keine Selfies zu machen und den Ort als das zu behandeln, was er ist: eine Grabstätte.

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