Geschichte · Abschnitt 2/3

Der Kampf um den Kanal

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Der Kampf um den Kanal

Der französische Versuch (1881–1889)

Der französische Diplomat und Suez-Kanal-Erbauer Ferdinand de Lesseps begann 1881 mit dem Bau eines Kanals auf Meereshöhe — ohne Schleusen, wie in Suez. Das Projekt wurde zum größten Desaster des 19. Jahrhunderts: Tropische Krankheiten (Malaria, Gelbfieber), verheerende Erdrutsche, unlösbare technische Probleme und massive Korruption kosteten über 22.000 Menschenleben und verschlangen Milliarden Franc. 1889 ging die Kanalgesellschaft bankrott — der größte Finanzskandal der französischen Geschichte, der Tausende Kleinanleger ruinierte.

Panama wird unabhängig (1903)

Panama war seit 1821 Teil Kolumbiens — und die Panamaer hatten wenig Mitsprache über ihr eigenes Schicksal. Als der kolumbianische Senat den Kanalvertrag mit den USA ablehnte (die Konditionen waren zu schlecht), unterstützten die Amerikaner Panamas Unabhängigkeitserklärung am 3. November 1903. US-Kriegsschiffe verhinderten, dass kolumbianische Truppen die Rebellion niederschlugen. Im Gegenzug erhielten die USA die Kanalzone — einen 16 km breiten Streifen quer durch das Land, der de facto US-Territorium wurde. Eine Unabhängigkeit unter Bedingungen, deren Folgen Panama ein Jahrhundert lang prägen sollten.

Der amerikanische Kanalbau (1904–1914)

Unter der Leitung von Colonel George Washington Goethals und dem Arzt William Gorgas (der Malaria und Gelbfieber durch systematische Mückenbekämpfung besiegte) gelang das Unmögliche: Der Kanal mit seinem revolutionären Schleusensystem wurde am 15. August 1914 eröffnet. Statt auf Meereshöhe zu graben, hob man die Schiffe 26 Meter auf den künstlichen Gatún-See und ließ sie auf der anderen Seite wieder hinunter. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst — finanziert mit dem Schweiß und Blut von über 75.000 Arbeitern, die meisten aus der Karibik.

Rückgabe des Kanals (1999)

Die Panama Canal Zone war bis 1979 de facto US-Territorium: amerikanische Schulen, Supermärkte, Golfplätze und Militärbasen mitten in Panama. Für die Panamaer eine ständige Demütigung. Am 9. Januar 1964 (Día de los Mártires) kam es zu blutigen Ausschreitungen, als panamesische Studenten die Nationalflagge in der Kanalzone hissen wollten — 21 Panamaer und 4 US-Soldaten starben.

Der Torrijos-Carter-Vertrag von 1977 regelte die schrittweise Übergabe. Am 31. Dezember 1999 um 12:00 Uhr mittags ging der Panama-Kanal vollständig in panamesische Hände über — einer der emotional bewegendsten Momente der Landesgeschichte. Heute erwirtschaftet der Kanal über 3 Milliarden Dollar jährlich für Panama.

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