Bedrohtes Paradies
Der Klimawandel und die Guna
Die San-Blas-Inseln stehen vor einer existenziellen Bedrohung: Der steigende Meeresspiegel und zunehmende tropische Stürme bedrohen die niedrig liegenden Koralleninseln, die teilweise nur 50 cm über dem Meeresspiegel liegen. Wissenschaftler schätzen, dass viele der Inseln bis 2050 unbewohnbar sein könnten.
Die panamesische Regierung hat bereits begonnen, Umsiedlungspläne für die Guna-Gemeinden auf das Festland zu entwickeln. Einige Gemeinden sind bereits umgezogen. Es ist eine tragische Ironie: Ein Volk, das seine Autonomie und Lebensweise über Jahrhunderte verteidigt hat, wird nun durch den Klimawandel — verursacht durch die industrialisierte Welt — zur Aufgabe seiner Heimat gezwungen.
Als Reisender kann man etwas tun: Bewusst reisen, bei Guna-Familien buchen (statt bei großen Operatoren aus Panama City), Molas kaufen, Müll mitnehmen und die Geschichte weitertragen. Ein Besuch in San Blas ist nicht nur ein Urlaubserlebnis — es ist ein Privileg, das es vielleicht nicht mehr lange in dieser Form geben wird.
Korallenbleiche
Auch die Korallenriffe rund um die Inseln leiden unter steigenden Wassertemperaturen. Korallenbleiche ist in den letzten Jahren häufiger geworden. Beim Schnorcheln kannst du helfen: Korallen-freundliche Sonnencreme verwenden (ohne Oxybenzon und Octinoxat), Korallen nicht berühren und nicht auf Riffen stehen. Jeder kleine Beitrag zählt.
Achtung
Die San-Blas-Inseln haben KEINE medizinische Versorgung, KEINE Polizei und KEINEN Rettungsdienst. Bei einem Unfall oder einer allergischen Reaktion auf Meeresleben (Seeigel, Quallen) ist der nächste Arzt Stunden entfernt. Bringe ein Basis-Erste-Hilfe-Set mit und informiere dich über die nächste Evakuierungsmöglichkeit. Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist hier absolut Pflicht.