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Regionen · Kapitel 5

Louvre, Marais & Île de la Cité

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RegionenKapitel 5: Louvre, Marais & Île de la Cité
Regionen · Kapitel 5

Louvre, Marais & Île de la Cité

Das kulturelle Herz von Paris: das größte Museum der Welt, das vielfältigste Viertel der Stadt und die Insel, auf der alles begann — Île de la Cité mit Notre-Dame und der Sainte-Chapelle.

Der Louvre — Das größte Museum der Welt

Der Louvre ist nicht nur das größte, sondern auch das meistbesuchte Kunstmuseum der Welt: 380.000 Werke, von denen 35.000 ausgestellt sind, verteilt auf 72.735 m² Ausstellungsfläche. Man bräuchte 100 Tage, um jedes Werk 30 Sekunden lang zu betrachten. Der Louvre war ursprünglich eine Festung (12. Jh.), dann ein Königspalast und ist seit 1793 ein Museum. Die gläserne Pyramide (I. M. Pei, 1989) ist der moderne Eingang.

Die 10 Meisterwerke, die du sehen musst

  1. Mona Lisa (Leonardo da Vinci, 1503–1519): Kleiner als erwartet (77 × 53 cm), hinter Panzerglas, umgeben von Hunderten Selfie-Sticks. Trotzdem: Das Lächeln ist tatsächlich rätselhaft. Saal 711, Denon-Flügel.
  2. Nike von Samothrake (190 v. Chr.): Die geflügelte Siegesgöttin am Ende einer dramatischen Treppe — eine der dynamischsten Skulpturen aller Zeiten. Denon-Flügel.
  3. Venus von Milo (100 v. Chr.): Die armlose Schönheit aus Marmor — Inbegriff griechischer Ästhetik. Sully-Flügel.
  4. Die Krönung Napoleons (Jacques-Louis David, 1807): 6 × 10 Meter groß — das größte Gemälde im Louvre. Napoleon krönt sich selbst, der Papst schaut zu. Denon-Flügel.
  5. Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix, 1830): Die Ikone der Revolution — Marianne mit der Trikolore auf den Barrikaden. Denon-Flügel.
  6. Der Codex Hammurabi (1750 v. Chr.): Eines der ältesten Gesetzeswerke der Menschheit — 282 Gesetze in Keilschrift auf einer Basaltstele. Richelieu-Flügel.
  7. Die Hochzeit zu Kana (Veronese, 1563): Das größte Gemälde im Louvre hängt gegenüber der Mona Lisa — und ist weitaus beeindruckender. 10 × 7 Meter, 130 Figuren.
  8. Der sterbende Sklave (Michelangelo, 1513): Zwei unvollendete Skulpturen, die in ihrer rohen Kraft berühren. Denon-Flügel.
  9. Vermeers Spitzenklöpplerin (1669): Winzig (24 × 21 cm), perfekt — das stille Gegenstück zur überwältigenden Mona Lisa. Richelieu-Flügel.
  10. Ägyptische Abteilung: Der Sphinx, Sarkophage, Mumien und der Schreiber — eine der besten ägyptischen Sammlungen weltweit. Sully-Flügel.

Praktisches

DetailInfo
Eintritt22€ (Online-Buchung empfohlen). Kostenlos für EU-Bürger unter 26. Kostenlos am 1. Sonntag (Okt–Mär).
ÖffnungszeitenMi–Mo 9:00–18:00, Fr bis 21:45. Dienstags geschlossen.
WartezeitOhne Online-Ticket: 1–2 Stunden. Mit Online-Ticket: 15–30 Min.
Dauer3–5 Stunden (Minimum: 2 Stunden für die Highlights)
MetroPalais Royal – Musée du Louvre (Linie 1, 7)

Tipp

Der Louvre ist riesig — versuche NICHT, alles zu sehen. Wähle 2–3 Abteilungen (z.B. italienische Malerei + griechische Skulpturen + ägyptische Abteilung) und genieße sie ohne Hetze. Freitagabend (bis 21:45) ist die ruhigste Zeit. Und: Betritt den Louvre über den Eingang Passage Richelieu (weniger Warteschlange als die Pyramide) oder die unterirdische Galerie du Carrousel (Metro).

Le Marais — Das vielfältigste Viertel

Das Marais (3. und 4. Arrondissement) ist Pariser Vielfalt auf engstem Raum: Renaissance-Stadtpaläste neben hippen Concept Stores, die historische jüdische Gemeinde neben der lebendigen LGBTQ+-Szene, Falafel-Stände neben Galeries Lafayette. Das Marais ist das einzige Viertel, das Haussmanns großer Stadterneuerung im 19. Jh. entging — deshalb sind die mittelalterlichen und Renaissance-Gebäude erhalten geblieben.

Highlights im Marais

  • Place des Vosges: Der älteste geplante Platz von Paris (1612, Heinrich IV.) — ein perfektes Quadrat aus roten Backsteinfassaden mit Arkaden. Hier lebte Victor Hugo (Nr. 6, heute Museum, kostenlos). Unter den Arkaden: Kunstgalerien und Cafés. Im Park in der Mitte: Picknick, Kinder, Sonnenbaden.
  • Musée Carnavalet: Das Museum der Geschichte von Paris — von der Gründung Lutetias bis zur Gegenwart. 625.000 Objekte in zwei Renaissance-Palästen. Kostenlos und hervorragend. Frisch renoviert.
  • Centre Pompidou: Renzo Pianos und Richard Rogers' radikal-modernes Kulturzentrum (1977) — alle Leitungen, Rohre und Treppen liegen außen, farbcodiert. Innen: das Musée National d'Art Moderne (größte Sammlung moderner Kunst in Europa). Die Rooftop-Terrasse bietet ein Panorama über ganz Paris. Eintritt: 15€.
  • Rue des Rosiers: Das Herz des jüdischen Viertels (Pletzl) — hier reihen sich koschere Bäckereien, Delikatessen und die berühmtesten Falafel-Läden von Paris aneinander.

Essen & Trinken im Marais

  • L'As du Fallafel: Die legendäre Falafel-Pita (8€) in der Rue des Rosiers — die Schlange gehört zum Erlebnis. Angeblich die beste Falafel Europas (Lenny Kravitz ist Stammkunde).
  • Chez Janou: Die besten Profiteroles (Schokoladen-Windbeutel) in Paris und über 80 Sorten Pastis. Reservierung empfohlen.
  • Breizh Café: Die besten Crêpes und Galettes (Buchweizen-Crêpes) der Stadt — traditionelle bretonische Küche, modern interpretiert.
  • Jacques Genin: Patisserie-Handwerk auf Weltklasse-Niveau: Millefeuille, Tartes und heiße Schokolade, die süchtig macht.

Tipp

Das Marais ist am Sonntag besonders lebendig — wenn die meisten Pariser Viertel geschlafen wirken, sind hier die Geschäfte und Cafés geöffnet. Die Rue des Francs-Bourgeois ist sonntags eine Flaniermeile. Perfekt mit einem Frühstück im Marais, einem Spaziergang durch die Place des Vosges und einem Falafel-Lunch in der Rue des Rosiers.

Île de la Cité, Notre-Dame & Sainte-Chapelle

Île de la Cité — Wo Paris begann

Die Île de la Cité ist die Wiege von Paris: Hier siedelten die keltischen Parisii, hier gründeten die Römer Lutetia, hier erhoben sich Kathedrale und Königspalast. Die kleine Insel in der Seine ist das historische und geographische Zentrum Frankreichs — der Point Zéro vor Notre-Dame markiert den Punkt, von dem aus alle Entfernungen in Frankreich gemessen werden.

Notre-Dame de Paris

Die Kathedrale Notre-Dame (1163–1345) ist das Herz von Paris und eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke der Welt. Der verheerende Brand vom 15. April 2019, bei dem der Spitzturm einstürzte und das Dach zerstört wurde, schockierte die Welt. Die Kathedrale wurde am 7. Dezember 2024 nach fünfjähriger Restaurierung wiedereröffnet. Das restaurierte Innere strahlt heller als zuvor — die jahrhundertealte Patina wurde entfernt, die Rosettenfenster restauriert, ein neuer Altar und liturgische Ausstattung geschaffen.

  • Fassade: Die ikonische Westfassade mit den zwei Türmen, drei Portalen und der großen Rosette (13 Meter Durchmesser) — eines der harmonischsten gotischen Bauwerke überhaupt.
  • Inneres: 130 Meter lang, 48 Meter hoch — ein Wald aus Bündelpfeilern und Spitzbögen, durchflutet vom Licht der Rosettenfenster.
  • Türme: 387 Stufen führen zu den Türmen (69 Meter) — Blick über ganz Paris, die Glocke Emmanuel (13 Tonnen) und die Chimären (nicht Gargoyles!) aus nächster Nähe.

Eintritt: Kathedrale kostenlos. Türme: Reservierung nötig (Tickets online). Öffnungszeiten: Täglich 8–19 Uhr (Wochentage), bis 20 Uhr (Wochenende).

Sainte-Chapelle — Das Juwel der Gotik

Die Sainte-Chapelle (1248, Ludwig IX.) ist eine der schönsten Kirchen der Welt — und die meisten Besucher kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die Oberkapelle besteht fast vollständig aus Buntglasfenstern (600 m², 1.113 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament). Wenn die Sonne durch die Fenster fällt, verwandelt sich der Raum in ein Kaleidoskop aus Farbe — Rot, Blau, Gold. Es ist, als stünde man im Inneren eines Edelsteins.

Eintritt: 11,50€ (Kombination mit Conciergerie: 18,50€). Öffnungszeiten: Täglich 9–17 Uhr (Winter), bis 19 Uhr (Sommer). Die schönste Kirche in Paris — dringend empfohlen!

Achtung

Taschendiebe operieren in den Warteschlangen vor Notre-Dame, am Louvre und am Centre Pompidou. Rucksack vorne tragen, Wertsachen sichern. Auch auf der Île de la Cité: Vorsicht vor „Goldring"-Betrügern (jemand „findet" einen Ring vor dir und will Finderlohn).

Saint-Germain-des-Prés & Quartier Latin

Saint-Germain-des-Prés (6. Arr.)

Saint-Germain ist das intellektuelle Herz von Paris — das Viertel, in dem Sartre und Beauvoir im Café de Flore philosophierten, Hemingway im Café Les Deux Magots schrieb und Miles Davis in den Jazzkellern spielte. Heute ist es elegant und teuer, aber der Geist der Literatur und Philosophie lebt weiter: Antiquariate, Galerien, die älteste Kirche von Paris (Saint-Germain-des-Prés, 6. Jh.) und einige der besten Boulangeries und Chocolaterien der Welt.

  • Café de Flore: Der berühmteste literarische Treffpunkt der Welt — hier saßen Sartre, Beauvoir, Camus. Café crème: 7€ (ja, teuer — du zahlst für die Geschichte).
  • Les Deux Magots: Das Rivalen-Café nebenan — gleich berühmt, gleich teuer, gleiche literarische Geschichte.
  • Rue de Buci: Marktstraße mit Obst, Blumen, Käse und Croissants — perfekt für einen Morgenspaziergang.

Quartier Latin (5. Arr.)

Das Quartier Latin — so genannt, weil hier an der Sorbonne bis zur Französischen Revolution Latein gesprochen wurde — ist Pariser Studentenleben seit 800 Jahren. Enge Gassen, günstige Restaurants (vor allem griechisch in der Rue de la Huchette), Buchhandlungen (Shakespeare and Company ist ein Muss!), Jazz-Keller und das Panthéon.

  • Shakespeare and Company: Die legendärste Buchhandlung der Welt (seit 1951, Nachfolgerin der von Sylvia Beach): englischsprachige Bücher, Lesungen, und die Tradition, dass junge Schriftsteller kostenlos in der Buchhandlung schlafen dürfen. Gegenüber von Notre-Dame.
  • Panthéon: Die Ruhmeshalle Frankreichs: Voltaire, Rousseau, Hugo, Zola, Marie Curie, Joséphine Baker. Die Kuppel bietet einen 360°-Blick. Eintritt: 11,50€.
  • Jardin du Luxembourg: Pariser Park par excellence: Metallstühle am Grand Bassin, Kindersegelboote, Jogger, Studenten mit Büchern. Kostenlos und unverzichtbar.

Tipp

Das Quartier Latin ist abends am charmantesten — aber meide die Restaurants in der Rue de la Huchette (fast alle Touristenfallen). Die besseren Adressen liegen eine Querstraße entfernt. Für Bücherfans: Shakespeare and Company hat sonntags Lesungen (16 Uhr, kostenlos) und das angeschlossene Café bietet Kaffee mit Blick auf Notre-Dame.

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