Die Küche Santorins
Die vulkanische Erde Santorins und das trockene Klima mit weniger als 350 mm Niederschlag pro Jahr erzeugen Lebensmittel von beispielloser Geschmacksintensität. Was anderswo als Nachteil gilt — wenig Wasser, viel Wind, karge Böden —, wird hier zum kulinarischen Trumpf: Die Pflanzen konzentrieren ihre Aromen, und die Mineralien der Vulkanerde verleihen Tomaten, Kapern und Fava einen unverwechselbaren Geschmack.
Santorins kulinarische Spezialitäten
- Tomatokeftedes: Santorins Signature-Gericht — frittierte Bällchen aus gehackten Kirschtomaten, Zwiebeln, Minze und Gewürzen. Die Santorini-Kirschtomaten (Tomatinia) sind winzig, intensiv süß und aromatisch — das trockene Klima und die Vulkanerde machen sie zu den geschmackvollsten Tomaten der Welt. Von der EU als PDO (geschützte Ursprungsbezeichnung) anerkannt.
- Fava: Ein cremiges Purée aus gelben Spalterbsen (Lathyri), die auf Santorin seit der Antike angebaut werden. Mit Olivenöl, Zitrone, Zwiebeln und Kapern serviert — einfach und unwiderstehlich. Die Santorini-Fava hat ebenfalls PDO-Status.
- Kapern (Kapari): Die Kapernbüsche wachsen wild auf der Vulkanerde. Santorins Kapern sind besonders groß und aromatisch. Serviert als Beilage, im Salat oder als Kaper-Blätter (Kaparófylla) in Essig eingelegt.
- Weißer Auberginen-Salat (Melitzanosalata): Die weiße Aubergine ist eine Santorini-Spezialität — milder und cremiger als die violette Variante. Als Dip oder Salat mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie.
- Frischer Fisch & Meeresfrüchte: Gegrillter Oktopus, frischer Fang des Tages, Seeigel (Achinos) und Muscheln. Am besten in Ammoudi (unterhalb Oia) oder in den Fischertavernen von Vlychada.
- Vinsanto & Assyrtiko: Die beiden Flaggschiff-Weine der Insel — der trockene, mineralische Assyrtiko und der süße, bernsteinfarbene Vinsanto (siehe Weinroute-Kapitel).