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Regionen · Kapitel 4

Edinburgh

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RegionenKapitel 4: Edinburgh
Regionen · Kapitel 4

Edinburgh

Die schottische Hauptstadt thront auf erloschenen Vulkanen und verzaubert mit einer mittelalterlichen Old Town, einer eleganten Georgian New Town und einer Kulturszene, die im August die ganze Welt anzieht. Edinburgh ist kompakt, begehbar und voller Überraschungen in jeder versteckten Gasse.

Edinburgh entdecken

Edinburgh (ausgesprochen „Eddinbra", niemals „Edinburg"!) ist eine Stadt, die dramatischer nicht sein könnte. Die mittelalterliche Old Town klammert sich an einen Bergrücken zwischen dem Castle auf dem einen und dem Palace of Holyroodhouse auf dem anderen Ende. Die Georgian New Town breitet sich elegant am Fuß des Hügels aus. Dazwischen: der erloschene Vulkan Arthur's Seat, ein 251 m hoher Hausberg mitten in der Stadt. 530.000 Einwohner leben in dieser Stadt, die so kompakt ist, dass man alles Wichtige zu Fuß erreicht.

Was Edinburgh besonders macht: die UNESCO-geschützte Altstadt und Neustadt, eine der besterhaltenen historischen Stadtlandschaften Europas. Dazu ein Kulturangebot, das im August (Edinburgh Festival Fringe) zur größten Bühne der Welt wird. Abseits der Touristenpfade findest du versteckte Gassen (Closes), Untergrund-Gewölbe, Geistergeschichten und eine pulsierende Gastro-Szene, die längst mehr bietet als Haggis und Fish and Chips.

Plane mindestens 2–3 Tage für Edinburgh. Ein Tag für Castle und Royal Mile, ein Tag für New Town, Museen und Calton Hill, und ein Tag zum Wandern auf Arthur's Seat, Flanieren in Stockbridge und Einkehren in Leith. Wer im August kommt, braucht mindestens eine Woche für das Festival.

Orientierung

Edinburgh ist kompakt und gut zu Fuß erkundbar. Die wichtigsten Viertel:

  • Old Town: Die mittelalterliche Altstadt entlang des Royal Mile-Bergrückens. Castle, St Giles' Cathedral, versteckte Closes, Pubs und Whisky-Bars. Eng, steil, atmosphärisch.
  • New Town: Die elegante Georgian-Stadt (1767 geplant) nördlich der Old Town. Princes Street mit Blick aufs Castle, George Street mit Boutiquen und Bars, Queen Street mit dem Scottish National Portrait Gallery.
  • Grassmarket: Der historische Marktplatz unterhalb des Castle. Heute: Pubs, Restaurants und Indie-Shops. Einst Hinrichtungsstätte — die Atmosphäre ist immer noch leicht morbid.
  • Stockbridge: Boho-Viertel nördlich der New Town am Water of Leith. Sonntags-Markt, Antiquitätenläden, Bäckereien und der wunderschöne Botanische Garten (kostenlos!).
  • Leith: Der Hafen von Edinburgh, einst rau, heute hip. Michelin-Restaurants neben Fish-and-Chip-Shops, die Royal Yacht Britannia und eine lebendige Bar-Szene.
  • Arthur's Seat: Der erloschene Vulkan (251 m) in Holyrood Park — eine echte Bergwanderung mitten in der Hauptstadt. 45 Minuten zum Gipfel, 360°-Panorama.

Sehenswürdigkeiten

Edinburgh Castle

Die Burg thront auf dem Castle Rock, einem 130 Millionen Jahre alten Vulkanschlot, und ist Schottlands meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Hier lagern die schottischen Kronjuwelen (Honours of Scotland), der mysteriöse Stone of Destiny (der Krönungsstein der schottischen Könige) und die One O'Clock Gun, die jeden Tag um 13 Uhr feuert. Die Aussicht von den Burgmauern über die Stadt und den Firth of Forth ist atemberaubend. Im August findet auf der Esplanade das Royal Edinburgh Military Tattoo statt — das berühmteste Militärmusik-Spektakel der Welt. Eintritt: 19,50£. Früh online buchen — die Schlangen können im Sommer 90 Minuten lang sein.

Royal Mile

Die Royal Mile ist eigentlich eine Straße mit vielen Namen: Castlehill, Lawnmarket, High Street und Canongate. Sie verbindet das Castle mit dem Palace of Holyroodhouse über exakt eine schottische Meile (1,8 km). Links und rechts zweigen die Closes ab — enge, steile Gassen, die zu versteckten Innenhöfen führen. Jeder Close hat eine Geschichte: Mary King's Close (unterirdische Straße, die während der Pest zugemauert wurde) kann besichtigt werden. Am Abend wird die Royal Mile zur Kulisse für Geistertouren.

Palace of Holyroodhouse

Am unteren Ende der Royal Mile liegt der offizielle Wohnsitz der britischen Monarchie in Schottland. Hier lebte (und litt) Mary, Queen of Scots — ihr Privatsekretär David Rizzio wurde 1566 direkt vor ihren Augen in ihren Privatgemächern ermordet. Die Geschichte dieses Palastes tropft vor Dramatik. Im Garten liegen die Ruinen der Holyrood Abbey (12. Jh.). Eintritt: 18,50£.

Arthur's Seat

Ein 251 m hoher erloschener Vulkan mitten in der Hauptstadt — wo sonst gibt es das? Die Wanderung zum Gipfel dauert 45–60 Minuten und bietet ein 360°-Panorama über Edinburgh, den Firth of Forth und die Pentland Hills. Mehrere Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Kostenlos, ganzjährig begehbar, aber bei Nässe rutschig.

National Museum of Scotland

Eines der besten Museen Großbritanniens — und völlig kostenlos. Von Dinosauriern über die Geschichte Schottlands bis zu Dolly, dem geklonten Schaf (im Original!). Die Dachterrasse bietet einen der schönsten Ausblicke über die Old Town. Rechne mindestens 3 Stunden ein, Kinder lieben es.

Calton Hill

Der Hügel am östlichen Ende der Princes Street mit dem unvollendeten „Parthenon" (National Monument) und dem Nelson Monument. Der beste Ort für Sonnenuntergangs-Fotos: Edinburgh Castle und die Old Town im goldenen Licht, die Salisbury Crags dahinter. Kostenlos und in 10 Minuten erklommen.

Scottish National Gallery

Im Herzen der New Town an der Princes Street: eine erstklassige Gemäldesammlung mit Werken von Rembrandt, Monet, Cézanne, Turner und natürlich schottischen Meistern wie Raeburn und Ramsay. Kostenlos.

Edinburgh im August — die Festivals

Jeden August verwandelt sich Edinburgh in die Kulturhauptstadt der Welt. Mehrere Festivals laufen gleichzeitig und machen die Stadt zum größten Kultur-Event auf dem Planeten:

Edinburgh Festival Fringe

Das größte Kunstfestival der Welt — über 3.500 Shows in mehr als 300 Venues: Comedy, Theater, Tanz, Musik, Zirkus. Von Weltstars bis zu völlig unbekannten Acts, die in einem Kellerraum vor 12 Leuten spielen. Viele Shows sind kostenlos (Free Fringe) oder kosten 5–15£. Die Royal Mile wird zur Straßenkunst-Meile, und das Energielevel der Stadt ist unbeschreiblich. Drei Wochen lang, Anfang bis Ende August.

Edinburgh International Festival

Das „seriöse" Pendant zum Fringe: hochkarätige Oper, Orchester, Tanz und Theater in den großen Häusern der Stadt. Top-Ensembles und -Regisseure aus der ganzen Welt. Tickets: 10–100£. Läuft parallel zum Fringe.

Royal Edinburgh Military Tattoo

Auf der Esplanade vor dem Castle: Militärkapellen, Dudelsack-Ensembles, Tänzer und Spezialeinheiten aus aller Welt in einer spektakulären Show mit dem beleuchteten Castle als Kulisse. Gänsehaut garantiert. Tickets (30–80£) sind Monate im Voraus ausverkauft.

Edinburgh Book Festival

Das größte Literaturfestival der Welt, mit Hunderten von Autoren-Events, Lesungen und Diskussionen. Für Buchliebhaber ein Traum.

Tipp

Im August ist Edinburgh magisch, aber auch überfüllt und teuer. Unterkünfte drei bis sechs Monate im Voraus buchen! Die besten Fringe-Shows findest du über Mundpropaganda und Bewertungen auf edfringe.com. Free Fringe Shows sind oft genauso gut wie bezahlte — einfach mutig sein und reinschauen.

Essen & Trinken in Edinburgh

Edinburghs Gastro-Szene hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Die Stadt hat mehrere Michelin-Empfehlungen, eine florierende Streetfood-Kultur und natürlich die zeitlosen Klassiker:

Frühstück

Das Full Scottish Breakfast ist eine Mahlzeit für den ganzen Tag: Eier, Bacon, Lorne Sausage (quadratische Würstchen!), Haggis, Black Pudding, Baked Beans, Toast, Tattie Scones und Pilze. Dazu starker Tee. In B&Bs inklusive, in Cafés 8–14£.

Mittags & Abends

  • Grassmarket & Victoria Street: Vielfalt von Pubs bis Fine Dining. Die Victoria Street (Inspiration für die Winkelgasse aus Harry Potter) hat Restaurants und Spezialitätenläden.
  • Leith: Edinburghs kulinarisches Herz — vom Michelin-Restaurant bis zum authentischen Chippy. The Shore am Hafen ist besonders atmosphärisch.
  • Stockbridge: Brunch-Kultur, Bäckereien und der Sonntags-Farmers-Market.

Was du probieren musst

  • Haggis, Neeps & Tatties — Das Nationalgericht. Auch als Haggis Bon Bons (frittierte Häppchen) als Pub-Snack erhältlich.
  • Cullen Skink — Cremige geräucherte Fischsuppe aus der Speyside. Comfort Food vom Feinsten.
  • Scotch Pie — Kleine Fleischpastete mit gewürztem Lammfleisch. Der klassische Snack.
  • Cranachan — Dessert aus Haferflocken, Whisky, Sahne und Himbeeren. Perfekt.

Whisky in Edinburgh

Edinburgh ist der ideale Ort, um in die Welt des schottischen Whiskys einzutauchen, ohne das Land zu durchqueren:

Scotch Whisky Experience

Am oberen Ende der Royal Mile, direkt neben dem Castle. Eine interaktive Tour durch die Whisky-Herstellung mit Fahrt in einem Fass (!), gefolgt von einer Verkostung. Die Sammlung umfasst 3.384 Flaschen — die größte der Welt. Verschiedene Tour-Pakete ab 18£.

Whisky-Bars

  • The Scotch Malt Whisky Society (SMWS) — Exklusiver Club mit über 400 Single-Cask-Whiskys. Tagestickets für Nicht-Mitglieder erhältlich. In einem wunderschönen Georgian Townhouse.
  • Bow Bar — Legendärer Pub in der Victoria Street mit über 300 Whiskys und erstklassiger Bierauswahl. Keine Musik, keine Bildschirme — nur guter Whisky und Gespräche.
  • Cadenhead's Whisky Shop — Schottlands ältester unabhängiger Whisky-Abfüller (seit 1842). Kostenlose Verkostungen!

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