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Regionen · Kapitel 6

Die Inseln

Schottland Reiseführer

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RegionenKapitel 6: Die Inseln
Regionen · Kapitel 6

Die Inseln

Schottlands Inseln sind eine eigene Welt — wild, windgepeitscht und von einer Schönheit, die sprachlos macht. Von den surrealen Felslandschaften der Isle of Skye über die 5.000 Jahre alten Steinkreise der Orkney-Inseln bis zu den einsamen weißen Stränden der Äußeren Hebriden: Jede Insel hat ihre eigene Seele.

Isle of Skye

Die Isle of Skye (gälisch: An t-Eilean Sgitheanach) ist Schottlands berühmteste Insel — und das zu Recht. Auf nur 1.656 km² konzentriert sich eine surreale Landschaft, die aussieht, als hätte sie ein Fantasy-Regisseur designt: Felsnadeln, die in den Nebel ragen, zerklüftete Berge, dramatische Klippen und ein Licht, das sich im Minutentakt ändert.

Highlights

  • Old Man of Storr: Die ikonische 49 m hohe Felsnadel auf der Trotternish-Halbinsel. Die Wanderung zum Fuß der Felsformation dauert 45–60 Minuten (hin und zurück) und bietet bei klarer Sicht einen Blick bis zum Festland. Frühmorgens kommen, um den Massen zu entgehen.
  • Quiraing: Ein surrealer Felsgrat nördlich von Staffin — Felsnadeln, Tafelberge und versteckte Hochebenen. Die Wanderung (6,5 km, 2–3 Stunden, Rundweg) ist eine der spektakulärsten in ganz Schottland. Drehort für Filme wie „Prometheus" und „Macbeth".
  • Fairy Pools: Eine Reihe von kristallklaren, türkisfarbenen Naturpools am Fuß der Cuillin Mountains bei Glenbrittle. Bei Sonnenschein sieht es aus wie in der Karibik (nur 8°C Wassertemperatur). Leichte Wanderung (2,4 km), kann im Sommer sehr voll werden.
  • Talisker Destillerie: Die einzige Whisky-Destillerie auf Skye, am Ufer des Loch Harport. Talisker ist ein kräftiger, rauchiger Single Malt mit einem Hauch Seeluft. Tour ab 15£, inklusive Verkostung.
  • Dunvegan Castle: Seit 800 Jahren Sitz des MacLeod-Clans — das am längsten ununterbrochen bewohnte Castle Schottlands. Wunderschöne Gärten und Bootstouren zu einer Robben-Kolonie. Eintritt: 16£.
  • Neist Point Lighthouse: Am westlichsten Punkt von Skye, mit Blick auf die Äußeren Hebriden. Der schönste Sonnenuntergangsort der Insel. Steiler Abstieg zum Leuchtturm (30 Min.).

Tipp

Skye ist seit einigen Jahren vom Overtourism bedroht — besonders die Fairy Pools und der Old Man of Storr sind im Sommer überlaufen. Besuche die Highlights früh morgens (vor 9 Uhr) oder am späten Nachmittag. September ist ideal: weniger Touristen, keine Midges, wunderschönes Herbstlicht.

Orkney-Inseln

Die Orkney-Inseln sind kein typisches Reiseziel — sie sind eine Zeitreise. Auf diesen 70 Inseln (davon 20 bewohnt) nördlich des schottischen Festlands hat sich eine Konzentration an prähistorischen Stätten erhalten, die ihresgleichen sucht. Die Orkneys sind älter als Stonehenge, älter als die Pyramiden — und im Gegensatz zu vielen anderen antiken Stätten kann man hier noch hautnah erleben, wie die Menschen vor 5.000 Jahren lebten.

UNESCO-Welterbe: Heart of Neolithic Orkney

  • Skara Brae: Ein neolithisches Dorf (ca. 3180–2500 v. Chr.), das 5.000 Jahre unter Sanddünen begraben lag und 1850 von einem Sturm freigelegt wurde. Acht Steinhäuser mit Möbeln (Betten, Regale, Feuerstellen) — alles aus Stein, perfekt erhalten. Älter als die Pyramiden, intimer als Stonehenge. Eines der wichtigsten archäologischen Zeugnisse Europas. Eintritt: 10£.
  • Ring of Brodgar: Ein Steinkreis aus 27 (ursprünglich 60) Steinen, aufgestellt um 2500–2000 v. Chr. Auf einer Landenge zwischen zwei Seen, mit Blick auf die umliegenden Hügel — die Lage ist ebenso beeindruckend wie die Steine selbst. Kostenlos.
  • Maeshowe: Ein neolithisches Kammergrab (ca. 2800 v. Chr.), das so exakt ausgerichtet ist, dass am Tag der Wintersonnenwende die Sonne durch den Gang direkt auf die Rückwand der Kammer fällt. Im 12. Jahrhundert brachen Wikinger ein und hinterließen die größte Sammlung von Runeninschriften außerhalb Skandinaviens — inklusive Graffiti wie „Ingigerth ist die schönste Frau der Welt". Nur mit Führung zugänglich (ab 10£).
  • Stones of Stenness: Vier aufrecht stehende Steine (von ursprünglich 12), die den ältesten bekannten Steinkreis Großbritanniens bilden (ca. 3100 v. Chr.). Kostenlos.

Weitere Highlights

  • St Magnus Cathedral, Kirkwall: Die „Kathedrale des Nordens" (1137), erbaut aus rotem und gelbem Sandstein. Die nördlichste mittelalterliche Kathedrale Großbritanniens. Kostenlos.
  • Scapa Flow: Die geschützte Bucht, in der sich die deutsche Flotte nach dem Ersten Weltkrieg selbst versenkte (1919). Heute ein erstklassiges Tauchrevier mit Wracks.
  • Italian Chapel: Eine Kapelle, die von italienischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg aus zwei Nissenquonset-Hütten gebaut wurde — ein berührendes Kunstwerk aus Trümmern. Kostenlos.

Tipp

Die Orkney-Inseln erreichst du per Fähre von Scrabster (nahe Thurso) nach Stromness (90 Min.) oder von John o'Groats nach Burwick (40 Min., nur Sommer). Es gibt auch Flüge von Edinburgh, Glasgow und Inverness. Plane mindestens 2–3 Tage ein. Die Inseln sind windexponiert — warme, winddichte Kleidung ist Pflicht!

Äußere Hebriden

Die Äußeren Hebriden (gälisch: Na h-Eileanan Siar) sind Schottlands letzter Außenposten vor dem Atlantik — eine Kette von Inseln, die wie ein Wellenbrecher vor der Westküste liegt. Hier ist Europa am wildesten: endlose weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, das an die Karibik erinnert (nur kälter), Machair-Wiesen voller Wildblumen und eine gälische Kultur, die nirgendwo anders in Schottland so lebendig ist.

Lewis & Harris

Die größte Insel der Äußeren Hebriden (eigentlich eine Insel, die als zwei behandelt wird):

  • Callanish Standing Stones (Lewis): Ein Steinkreis in Kreuzform (ca. 2900–2600 v. Chr.), atmosphärischer und weniger überlaufen als Stonehenge. 13 Steine umrahmen ein Kammergrab, vier Steinreihen führen sternförmig davon ab. Kostenlos, Visitor Centre mit Café.
  • Luskentyre Beach (Harris): Regelmäßig gewählt zu einem der schönsten Strände der Welt — und das völlig zu Recht. Weißer Sand, türkises Wasser, Bergkulisse und meistens: niemand da. Surreal schön.
  • Harris Tweed: Der berühmte Stoff wird noch immer auf den Hebriden handgewebt. Besuche eine Weberei und sieh zu, wie aus Wolle und Tradition ein weltweit begehrtes Textil entsteht.

Die Uists & Barra

Die südlichen Inseln sind noch ruhiger: endlose Strände, Vogelreservate (Balranald auf North Uist) und die kleine Insel Barra, deren Flughafen ein Strand ist — der einzige Linienflughafen der Welt, dessen Landezeiten von den Gezeiten bestimmt werden.

Gälische Kultur

Auf den Äußeren Hebriden wird Schottisch-Gälisch noch als Alltagssprache gesprochen (ca. 50% der Bevölkerung). Straßenschilder sind zweisprachig, und sonntags herrscht auf vielen Inseln noch immer Sonntagsruhe — Geschäfte, Pubs und Tankstellen sind geschlossen. Respektiere diese Tradition.

Praktisches: Inseln erreichen

Fähren

CalMac (Caledonian MacBrayne) betreibt alle Fähren zu den westlichen Inseln. Die wichtigsten Verbindungen:

  • Skye: Skye Bridge (kostenlos, keine Fähre nötig!) oder Fähre Mallaig–Armadale (30 Min., Sommer)
  • Äußere Hebriden: Ullapool–Stornoway (Lewis, 2,5h), Uig (Skye)–Tarbert (Harris, 1,5h), Oban–Castlebay (Barra, 5h)
  • Orkney: NorthLink Ferries: Scrabster–Stromness (90 Min.), Aberdeen–Kirkwall (6h)

Buchungstipp: Fähren im Sommer unbedingt vorbuchen, besonders für Autos! CalMac ist berüchtigt für ausgebuchte Überfahrten im Juli/August.

Flüge

Loganair fliegt von Edinburgh, Glasgow und Inverness zu den meisten Inseln. Die Flüge sind kurz (30–60 Min.) und bieten spektakuläre Ausblicke. Frühbucher-Preise ab 50£ one-way.

Island Hopping

CalMac bietet Island Hopping-Tickets an — kombinierte Fährpässe für mehrere Inseln zu vergünstigten Preisen. Perfekt für eine Inseltour. Plane genügend Pufferzeit ein — Fähren fallen bei Sturm aus, besonders im Herbst und Winter.

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