Süßes & Gebäck
Schwedens Fika-Gebäck ist eine Kunstform — und eine ernste Angelegenheit. Jedes Gebäck hat seine Saison, seine Geschichte und seine Fans:
- Kanelbulle (Zimtschnecke): Das Fika-Gebäck Nr. 1. Tag der Zimtschnecke: 4. Oktober. Pro Jahr verspeisen die Schweden über 300 Millionen Stück. Die perfekte Kanelbulle: Hefeteig mit Kardamom, großzügige Zimt-Zucker-Butter-Füllung, Hagelzucker obendrauf, innen weich, außen leicht knusprig.
- Semla: Kardamombrötchen mit Mandelpaste und Schlagsahne — das Saisongebäck vor der Fastenzeit (Fettisdagen, Februar/März). König Adolf Friedrich aß sich 1771 angeblich mit 14 Semlor (im Anschluss an ein üppiges Mahl) zu Tode — der Tod durch Gebäck. Die besten Semlor gibt es ab Anfang Januar, obwohl Traditionalisten erst ab Fettisdagen essen.
- Prinsesstårta: Marzipan-Sahne-Torte in Grün (immer grün, manchmal zu Ostern gelb oder zu Weihnachten rot) — die offizielle Geburtstagstorte Schwedens. Drei Schichten: Biskuit, Vanillecreme, Schlagsahne, umhüllt von einer dünnen Marzipanschicht. Benannt nach den drei Prinzessinnen Margaretha, Märtha und Astrid, die sie in den 1930er Jahren liebten.
- Chokladboll (Schokoladenkugel): Haferflocken, Kakao, Butter und Zucker, gewälzt in Kokosraspeln oder Hagelzucker — ohne Backen, in 10 Minuten gemacht. Das demokratischste aller Fika-Gebäcke: einfach, günstig, überall. Wurde kurzzeitig in „Chokladboll" umbenannt (statt des alten Namens „Negerboll"), was eine lebhafte gesellschaftliche Debatte auslöste.
- Lussekatter (Luciakatzen): S-förmige Safranbrötchen mit Rosinen — traditionell am 13. Dezember (Lucia) gebacken. Der Safran gibt die leuchtend gelbe Farbe und einen warmen, exotischen Geschmack. Ab Anfang Dezember in jeder schwedischen Bäckerei.
- Dammsugare (Staubsauger): Ein zylindrisches Gebäck aus Kuchenresten, Arrak, Kakao und Marzipan — die Enden werden in grünes Marzipan und Schokolade getaucht. Recycling-Gebäck im besten Sinne.