Nordindisch vs. Südindisch
Der fundamentale Unterschied in Indiens Küche verläuft entlang der Norden-Süden-Achse — und er betrifft praktisch alles: Grundzutat, Kochtechnik, Geschmacksprofil und Gewürze.
Nordindische Küche
Geprägt von der Mogul-Tradition: Schwere, cremige Currys mit Joghurt, Sahne, Cashewnüssen und gemahlenen Gewürzen. Hauptbeilage ist Brot (Naan, Roti, Paratha) statt Reis. Die Tandoor-Küche (Lehmofen bei 400 °C) hat Klassiker wie Tandoori Chicken, Naan und Seekh Kebab hervorgebracht. Die berühmtesten Gerichte:
- Butter Chicken: Tandoori-Hühnchen in cremiger Tomaten-Butter-Soße — angeblich 1947 bei Moti Mahal in Delhi erfunden
- Dal Makhani: Schwarze Linsen, stundenlang gekocht mit Butter und Sahne — cremig, reichhaltig, sündhaft gut
- Biryani: Reis mit Fleisch oder Gemüse in Schichten gegart, mit Safran, Rosenwasser und Nüssen. Hyderabadi Biryani gilt als die Krone
- Chole Bhature: Kichererbsen-Curry mit frittierten Fladenbroten — Delhis Seelenfutter
Südindische Küche
Leichter, schärfer, pflanzlicher. Reis statt Brot ist die Basis, Kokos die zentrale Zutat, und die Gewürze sind frischer und aromatischer (Curryblätter, Senfkörner, Tamarinde). Die Grundformen:
- Dosa: Hauchdünner, knuspriger Crêpe aus fermentiertem Reis-Linsen-Teig — gefüllt mit Kartoffel-Masala (Masala Dosa) oder pur. Mit Sambar (Linsensuppe) und Kokosnuss-Chutney serviert
- Idli: Gedämpfte Reiskuchen — fluffig, leicht, perfektes Frühstück
- Sambar & Rasam: Linsensuppe mit Tamarinde bzw. pfeffrige Brühe — die Basissuppen des Südens
- Appam: Spitzendeckchen-ähnliche Reismehl-Pfannkuchen aus Kerala, perfekt mit Eiercurry