Unabhängigkeit & Moderne (1945–heute)
Am 17. August 1945 — zwei Tage nach der japanischen Kapitulation — erklärten Sukarno und Mohammad Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens. Was folgte, war ein vierjähriger blutiger Kampf gegen die Niederlande, die ihre Kolonie nicht aufgeben wollten. Erst 1949, unter internationalem Druck (besonders der USA), erkannten die Niederlande die Souveränität an.
Sukarno (1945–1967)
Der charismatische Gründervater Sukarno einte die unmöglich diverse Nation mit seiner Formel Pancasila — den fünf Staatsprinzipien (Glaube an Gott, Humanismus, nationale Einheit, Demokratie durch Konsens, soziale Gerechtigkeit), die bis heute die Staatsphilosophie bilden. Sukarno war Visionär, aber auch autoritär: Seine „Gelenkte Demokratie" ab 1957 war de facto eine Diktatur.
Suharto & die Neue Ordnung (1967–1998)
General Suharto übernahm die Macht nach dem mysteriösen Putschversuch von 1965, gefolgt von Massakern an mutmaßlichen Kommunisten, bei denen schätzungsweise 500.000 bis eine Million Menschen getötet wurden — eines der größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts, das bis heute kaum aufgearbeitet ist. Suhartos „Neue Ordnung" brachte wirtschaftliches Wachstum, aber auch brutale Unterdrückung, Korruption und die Besetzung Osttimors (1975–1999).
Reformasi & Demokratie (1998–heute)
Die Asienkrise 1997/98 stürzte Suharto. Die Reformasi (Reform)-Bewegung führte zu einer demokratischen Transformation, die erstaunlich erfolgreich war: Indonesien ist heute die drittgrößte Demokratie der Welt mit freien Wahlen, Pressefreiheit und Dezentralisierung. Die Herausforderungen bleiben: Korruption, religiöser Extremismus, Umweltzerstörung und die Papua-Frage.