Ribeira Grande — Die große Schlucht
Die Ribeira Grande (portugiesisch für „Großer Bach") ist Santo Antãos spektakulärstes Tal und eine der beeindruckendsten Schluchten der Kapverden. Von der Hochebene bei Cova (einem erloschenen Vulkankrater auf 1.170 Metern) stürzen die Steilwände über 1.000 Meter in die Tiefe, terrassierte Felder kleben an schwindelerregenden Hängen, und ganz unten schlängelt sich ein Bach durch tropische Vegetation zum Meer bei Ponta do Sol.
Die Wanderung: Cova → Ribeira Grande → Ponta do Sol
Diese Wanderung ist der absolute Klassiker auf Santo Antão und eine der besten Tageswanderungen der Kapverden. Der Weg beginnt am Kraterrand der Cova de Paúl — einem erloschenen Vulkan, dessen Kraterboden als Ackerfläche genutzt wird (ein surrealer Anblick: Mais und Bohnen wachsen im Vulkankrater). Von hier steigst du in die gewaltige Schlucht der Ribeira Grande ab.
Der Pfad schlängelt sich an terrassierten Hängen entlang, vorbei an kleinen Dörfern, in denen Grogue destilliert und Maniok angebaut wird. Die Vegetation wechselt von Eukalyptus und Kiefern in den Höhen zu Zuckerrohr, Bananen und Mangos in der Talsohle. Die Steilwände zu beiden Seiten sind atemberaubend — man wandert durch einen grünen Canyon, der sich mit jedem Schritt verändert.
Der Weg endet in Ponta do Sol, dem nördlichsten Ort der Kapverden — einem charmanten Städtchen mit bunten Häusern, einem kleinen Hafen und dem besten Sonnenuntergang der Insel. Hier ein Bier in einer Strandbar trinken und den Tag Revue passieren lassen — perfekt.
Praktische Infos
- Distanz: ca. 12 km (one-way)
- Dauer: 4–6 Stunden (Abstieg: 1.170 m → 0 m)
- Schwierigkeit: Mittel — der Weg ist steil, aber gut begehbar. Festes Schuhwerk ist Pflicht.
- Transport: Per Aluguer von Ribeira Grande oder Porto Novo zum Startpunkt Cova. Rücktransfer von Ponta do Sol per Aluguer.
- Guide: Empfohlen, aber nicht zwingend — der Weg ist relativ gut markiert. Ein lokaler Guide kostet 20–30€ und bereichert die Tour mit Wissen über Pflanzen, Dörfer und Geschichte.
💡 Tipp
Starte die Wanderung früh am Morgen (7–8 Uhr), wenn die Sonne noch tief steht und der Krater oft in Wolken gehüllt ist. Der Nebel lichtet sich während des Abstiegs, und unten in Ponta do Sol erwartet dich volle Sonne. Wasser (2 Liter!) und Sonnenschutz nicht vergessen — in der Schlucht gibt es keinen Schatten.