Brände, Bombardement & Moderne
Die großen Brände (1728 & 1795)
Zwei verheerende Brände zerstörten große Teile Kopenhagens: 1728 brannten 28% der Stadt ab (1.600 Häuser, 5 Kirchen), 1795 weitere 20%. Deshalb stammt Kopenhagens Architektur größtenteils aus dem späten 18. Jahrhundert — die mittelalterliche Stadt ist fast vollständig verschwunden.
Das britische Bombardement (1807)
Während der Napoleonischen Kriege bombardierte die britische Royal Navy Kopenhagen drei Tage lang (2.–5. September 1807), um die dänische Flotte zu erobern — ein Präventivangriff, um zu verhindern, dass Napoleon sie nutzt. Die Bombardierung tötete etwa 2.000 Zivilisten und zerstörte große Teile der Altstadt. Dänemark verlor seine gesamte Flotte und wurde zur Zweitrangigkeit degradiert.
Goldenes Zeitalter (19. Jahrhundert)
Trotz politischer Bedeutungslosigkeit erlebte Kopenhagen ein kulturelles Goldenes Zeitalter: Hans Christian Andersen schrieb seine Märchen, Søren Kierkegaard begründete den Existentialismus, Bertel Thorvaldsen schuf klassizistische Skulpturen, und die Künstler der Skagen-Schule malten das nordische Licht. 1843 eröffnete der Tivoli, 1849 erhielt Dänemark seine Verfassung — das Ende des Absolutismus.
Besatzung & Befreiung
Am 9. April 1940 besetzte Nazi-Deutschland Dänemark — die „friedliche Besetzung" dauerte nur wenige Stunden. Die dänische Regierung kooperierte zunächst, um die Bevölkerung zu schützen, organisierte aber 1943 die Rettung von 7.000 dänischen Juden nach Schweden — eine der bemerkenswertesten Rettungsaktionen des Zweiten Weltkriegs. Am 5. Mai 1945 wurde Dänemark befreit.
Wohlfahrtsstaat & Moderne
Nach dem Krieg baute Dänemark den skandinavischen Wohlfahrtsstaat auf: kostenlose Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung, großzügige Sozialleistungen — finanziert durch hohe Steuern (bis 52% Einkommensteuer). 1971 wurde Christiania gegründet. 2000 eröffnete die Öresundbrücke. Heute gilt Kopenhagen als eine der lebenswertesten Städte der Welt — und die Dänen gelten regelmäßig als das glücklichste Volk der Welt.