Essen & Trinken
Die maltesische Küche
Die maltesische Küche ist eine Fusionsküche avant la lettre — Jahrhunderte bevor der Begriff erfunden wurde, mischten die Malteser arabische, sizilianische, nordafrikanische und britische Einflüsse zu einer eigenständigen kulinarischen Tradition. Die Basis: frischer Fisch, Kaninchen, Tomaten, Kapern, Olivenöl, Knoblauch und die aromatischen Kräuter, die wild auf den Klippen wachsen.
Die Klassiker
- Pastizzi: Maltas inoffizielles Nationalgericht und der perfekte Snack für 0,50€. Blätterteig, gefüllt mit Ricotta (tal-irkotta) oder Erbsenpüree (tal-piżelli). Frisch aus dem Ofen in einer Pastizzeria — knusprig, heiß, süchtig machend. Zu jeder Tageszeit, aber besonders gut zum Frühstück mit einem Glas Tee.
- Fenek (Kaninchen): Das maltesische Nationalgericht. Kaninchen wird geschmort (stuffat tal-fenek), gebraten (moqli) oder als Sauce über Spaghetti serviert. Die sonntägliche Fenek-Mahlzeit mit der Familie ist heilig. Am besten in ländlichen Restaurants im Landesinneren.
- Aljotta: Maltesische Fischsuppe mit Tomaten, Knoblauch, Marjoram und frischem Fisch. Leichter als Bouillabaisse, intensiv im Geschmack. Perfekt in Marsaxlokk.
- Braġioli (Beef Olives): Dünne Rindfleischröllchen, gefüllt mit Hackfleisch, Speck, Ei und Kräutern, in Tomatensauce geschmort. Sonntagsklassiker.
- Ħobż biż-żejt: Maltesisches Bauernbrot, gerieben mit reifen Tomaten, beträufelt mit Olivenöl, belegt mit Kapern, Oliven, Thunfisch und frischem Ġbejna-Käse. Das perfekte Sommer-Mittagessen.
- Bigilla: Ein Dip aus getrockneten Bohnen mit Knoblauch, Chili und Kräutern — Maltas Antwort auf Hummus. Als Vorspeise mit frischem Brot.
- Lampuki: Goldmakrele — Maltas beliebtester Fisch, saisonal von September bis Dezember. Gegrillt, gebraten oder als Lampuki-Pie (Pastete mit Spinat und Oliven).
Süßes
- Imqaret: Frittierte Teigtaschen, gefüllt mit Dattelpaste und Anislikör. Der klassische Abschluss eines maltesischen Essens.
- Kannoli: Wie in Sizilien — knusprige Röhren, gefüllt mit süßer Ricotta-Creme. Maltas Version ist etwas kleiner und weniger süß als die sizilianische.
- Qaghaq tal-Ghasel: Ringförmiges Gebäck, gefüllt mit einer süßen Paste aus Zitrusfrüchten, Mandeln und Gewürzen. Traditionell zu Weihnachten, aber ganzjährig erhältlich.
Wein & Getränke
Malta hat eine überraschend gute Weinszene — und eine Bierkultur, die britisches Erbe mit mediterranem Klima verbindet.
Maltesischer Wein
Malta produziert Wein seit über 2.000 Jahren, aber die moderne Qualitätsproduktion begann erst in den 1990er Jahren. Heute gibt es zwei geschützte Herkunftsbezeichnungen: DOK Malta und DOK Gozo. Die wichtigsten einheimischen Rebsorten sind Ġellewża (rot, kräftig, erdbeerig) und Girgentina (weiß, frisch, zitrusartig) — beide wachsen nur auf Malta. Dazu kommen internationale Sorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon und Chardonnay, die auf den kargen Kalksteinböden überraschend gute Ergebnisse liefern.
Die besten Weingüter: Marsovin (größtes Weingut, Besichtigung möglich), Meridiana (Premium-Weine, toskanischer Berater) und Ta' Betta (kleines Boutique-Weingut auf Gozo). Eine Flasche lokalen Wein kostet im Restaurant 12–25€, im Supermarkt ab 5€.
Bier
Cisk (sprich: Tschisk) ist Maltas Nationalbier — ein leichtes Lager, das perfekt zur Hitze passt. Gebraut von Simonds Farsons Cisk seit 1929. Neben dem klassischen Lager gibt es Cisk Excel (kalorienarm), Cisk Chill (mit Zitrus) und saisonale Craft-Varianten. Ein zweites lokales Bier ist Blue Label Ale — malziger und gehaltvoller. In den letzten Jahren hat eine kleine Craft-Beer-Szene begonnen, besonders in Valletta und St. Julian's.
Kinnie
Kinnie ist Maltas ikonisches Softdrink — ein bitteraromatisches Erfrischungsgetränk aus Bitterorangen und Kräutern, das seit 1952 auf Malta produziert wird. Geschmacklich erinnert es an eine Mischung aus Chinotto und Bitter Lemon. Entweder man liebt es oder man hasst es — aber probieren muss man es. Kinnie gibt es in jeder Bar, jedem Restaurant und jedem Supermarkt. Perfekt als Aperitif mit Eis und Zitrone.
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