Nordmalta
Mdina & Rabat★★★
Mdina — die „Stille Stadt" (Il-Belt is-Sieket) — ist einer der magischsten Orte Maltas. Die alte Hauptstadt thront auf einem Hügel im Zentrum der Insel, umgeben von mächtigen Bastionen aus honigfarbenem Kalkstein, und hat sich seit dem Mittelalter kaum verändert. Nur rund 300 Menschen leben hier — und es fühlt sich an, als würde man in eine Zeitmaschine steigen.
Mdina war über 1.000 Jahre lang Maltas Hauptstadt, bevor die Ritter Valletta erbauten. Die Araber gaben ihr den heutigen Namen (von „Medina" — befestigte Stadt) und trennten sie von der Vorstadt Rabat durch einen tiefen Graben. Heute sind Mdina und Rabat wieder verbunden, aber der Charakter könnte unterschiedlicher nicht sein: Mdina ist still und aristokratisch, Rabat lebendig und volksnah.
Highlights Mdina
- Mdina Gate: Der dramatische Haupteingang (1724) von Charles François de Mondion. Der Moment, wenn man durch das Tor tritt und die stille Stadt sich öffnet, ist filmreif — nicht umsonst diente Mdina als Drehort für Game of Thrones (King's Landing).
- St. Paul's Cathedral: Die barocke Kathedrale (1702) auf dem Platz, wo laut Tradition der Apostel Paulus den römischen Statthalter Publius bekehrte. Innen: Fresken von Mattia Preti, Marmorboden mit Rittergräbern.
- Palazzo Falson: Ein perfekt erhaltener mittelalterlicher Palazzo mit Kunstsammlung, Waffen und Mobiliar. Der beste Einblick in das Leben des maltesischen Adels. Eintritt: 10€.
- Bastionen & Panorama: Von der Bastion Platz bietet sich ein 360°-Panorama über die gesamte Insel — bei klarem Wetter sieht man bis zur Kuppel von Mosta und zum Meer. Besonders bei Sonnenuntergang spektakulär.
Highlights Rabat
- St. Paul's Catacombs: Ein Labyrinth aus unterirdischen Gängen und Grabkammern aus dem 4.–7. Jahrhundert — die größten Katakomben Maltas. Faszinierend und leicht unheimlich. Eintritt: 6€.
- Domus Romana: Überreste einer römischen Stadtvilla mit exquisiten Mosaiken. Klein, aber fein. Eintritt: 6€.
- Crystal Palace Pastizzeria: Die berühmteste Pastizzeria Maltas. Seit Jahrzehnten kommen Einheimische hierher für die besten Pastizzi der Insel — knusprig, heiß, für 50 Cent. Immer eine Schlange, immer den Umweg wert.
Tipp
Besuche Mdina am späten Nachmittag (ab 16 Uhr), wenn die Tagesausflügler weg sind. Bleib bis nach Sonnenuntergang — nachts, wenn die Gassen im warmen Laternenlicht schimmern und nur deine eigenen Schritte zu hören sind, ist Mdina am schönsten.
St. Julian's & Sliema
St. Julian's (San Ġiljan) und Sliema (Tas-Sliema) sind Maltas touristische Zentren — hier konzentrieren sich Hotels, Restaurants, Nachtleben und die Strandpromenaden. Wer Nightlife, Shopping und moderne Infrastruktur sucht, ist hier richtig. Wer Ruhe und Authentizität sucht, eher nicht.
St. Julian's & Paceville
St. Julian's ist ein ehemaliges Fischerdorf, das sich zur Party-Hauptstadt Maltas entwickelt hat. Die Spinola Bay mit ihren bunten Luzzu-Booten und Uferrestaurants ist tagsüber hübsch und abends romantisch beleuchtet. Direkt dahinter liegt Paceville — Maltas Clubbing-Viertel. Auf wenigen hundert Metern reihen sich Bars, Clubs und Fast-Food-Läden aneinander. Am Wochenende wird es laut und voll, besonders im Sommer, wenn Tausende Sprachschüler und Partyurlauber unterwegs sind.
Abseits von Paceville hat St. Julian's aber durchaus Charme: die Balluta Bay mit der neugotischen Karmeliterkirche, der Portomaso Tower (Maltas höchstes Gebäude) und die Promenade Richtung Sliema sind schöne Spaziergänge.
Sliema
Sliema ist Maltas Shopping- und Promenaden-Zentrum. Die lange Uferpromenade (Ix-Xatt ta' Tas-Sliema) zieht sich vom Fährterminal (Fähre nach Valletta!) über Felsbadestellen bis nach St. Julian's. An der Tower Road und in der bisazza Street findest du internationale Marken und lokale Boutiquen. Das Point Shopping Mall am Fährterminal ist Maltas modernstes Einkaufszentrum.
Sliema hat keine Sandstrände, dafür flache Felsküste mit Leitern ins Meer — perfekt für Locals, die schnell ins Wasser wollen. Viele Hotels und Apartments liegen hier, weil die Anbindung (Bus + Fähre) hervorragend ist und Valletta nur 10 Minuten per Fähre entfernt liegt.
Fähre Sliema–Valletta
Die Sliema-Valletta-Fähre ist eine der schönsten (und günstigsten) Möglichkeiten, beide Städte zu verbinden. Die 10-minütige Überfahrt über den Marsamxett Harbour bietet einen postkartenwürdigen Blick auf Vallettas Skyline. Die Fähre fährt alle 30 Minuten, kostet 1,50€ pro Strecke und legt am Sliema Ferries Terminal ab. Viel schöner als der Bus — und oft schneller.
Mosta & das Zentrum
Im Herzen Maltas, abseits der Küsten-Hotspots, liegen einige der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Insel — und die wenigsten Touristen.
Mosta Rotunda
Die Rotunda von Mosta (Basilika Mariä Himmelfahrt) besitzt die drittgrößte ungestützte Kirchenkuppel der Welt — nach dem Petersdom in Rom und dem Pantheon. Der Anblick, wenn man sich dem Dorf nähert und die gewaltige Kuppel über den Dächern auftaucht, ist atemberaubend. Noch berühmter ist das Mosta Miracle: Am 9. April 1942 durchschlug eine 200-kg-Bombe der Luftwaffe die Kuppel während eines Gottesdienstes mit 300 Gläubigen — und detonierte nicht. Die entschärfte Bombe ist in der Sakristei ausgestellt. Eintritt: frei (Spende erbeten).
Ta' Qali Crafts Village
Auf einem ehemaligen Militärflugplatz aus dem Zweiten Weltkrieg liegt das Ta' Qali Crafts Village — in den umgebauten Nissen-Hütten arbeiten Handwerker, die maltesisches Filigran-Silber, mundgeblasenes Glas und Keramik herstellen. Man kann den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen und direkt ab Werkstatt kaufen. Besonders die filigran gearbeiteten Malteserkreuze sind beliebte Mitbringsel. Preise: deutlich günstiger als in den Touristenläden von Valletta.
San Anton Palace Gardens
Die San Anton Gardens in Attard sind Maltas schönster öffentlicher Garten: exotische Bäume, Springbrunnen, Schwäne und Pfauen in den Gärten des Präsidentenpalastes. Ein Ort der Ruhe mitten auf der Insel, perfekt für eine Pause nach dem Besuch von Mdina oder Mosta. Eintritt: kostenlos.
Strände im Norden
Die schönsten Sandstrände Maltas liegen im Norden und Nordwesten der Insel. Während der Süden und Osten eher Felsküste bieten, findest du hier goldene Buchten mit feinem Sand — manche gut erschlossen, andere wild und abgelegen.
Golden Bay
Maltas bekanntester Sandstrand und einer der wenigen mit Rettungsschwimmern, Liegen-Verleih und einem Strandhotel direkt dahinter. Der breite, goldene Strand liegt in einer geschützten Bucht an der Nordwestküste. Bei Sonnenuntergang ist Golden Bay am schönsten — die Sonne versinkt direkt im Meer. Im Sommer kann es voll werden, außerhalb der Hochsaison hat man den Strand oft fast für sich allein.
Għajn Tuffieħa (Riviera Beach)
Direkt neben Golden Bay, aber über eine steile Treppe mit 200 Stufen erreichbar — was sie deutlich ruhiger macht. Għajn Tuffieħa ist für viele der schönste Strand Maltas: rotgoldener Sand, türkises Wasser, dramatische Tonklippen und deutlich weniger Menschen als Golden Bay. Es gibt einen kleinen Kiosk, aber keine weitere Infrastruktur. Handtuch und Wasser mitbringen!
Mellieħa Bay (Għadira)
Der längste Sandstrand Maltas (ca. 450m) im Norden der Insel, besonders beliebt bei Familien wegen des flach abfallenden Wassers. Gut erschlossen mit Liegen, Wassersportverleih und Restaurants. In der Nachsaison ein ruhiger, breiter Strand; im August kann es voll werden.
Paradise Bay
Eine kleine, geschützte Bucht ganz im Norden, nahe dem Gozo-Fährterminal. Über Stufen erreichbar, mit kristallklarem Wasser und einem kleinen Strandkiosk. Perfekt, wenn man auf die Gozo-Fähre wartet oder einen ruhigen Badespot sucht. Weniger überlaufen als Golden Bay.
Geheimtipp: Fomm ir-Riħ
Maltas wildester und abgelegenster Strand — erreichbar nur über einen steilen, anspruchsvollen Pfad. Keine Infrastruktur, keine Rettungsschwimmer, nur rohe Natur: Kiesel, Felsen, glasklares Wasser und dramatische Klippen. Nur für erfahrene Wanderer und Schwimmer geeignet. Nicht bei Wellengang!
Achtung
Maltas Strände haben keine Gezeiten, aber der Wind kann schnell umschlagen. Achte auf die rote Flagge (Schwimmen verboten) und die Strömungen, besonders an der Nordwestküste. An Felsküsten sind Badeschuhe (Aquashoes) Pflicht — der Kalkstein ist scharfkantig.
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