Natur & Umwelt
Das Korallenriff — Mauritius' Schutzschild
Fast die gesamte Küste von Mauritius ist von einem vorgelagerten Korallenriff umgeben — einem natürlichen Schutzwall, der die Wucht des Indischen Ozeans bricht und die ruhigen, türkisfarbenen Lagunen schafft, für die die Insel berühmt ist. Nur im Süden und an einigen Stellen der Westküste fehlt das Riff — dort trifft der Ozean ungebremst auf die Küste.
Das Riff in Zahlen
- Länge: Über 150 Kilometer Korallenriff umgeben die Insel
- Fläche der Lagune: Rund 300 km² geschütztes Flachwasser
- Korallenarten: Über 100 Arten von Hart- und Weichkorallen
- Fischarten: Über 800 Arten, davon viele endemisch
- Meeresschildkröten: Grüne Meeresschildkröte und Echte Karettschildkröte
Bedrohungen
Das Riff steht unter Druck: Korallenbleiche durch steigende Wassertemperaturen, Sedimenteintrag durch Landwirtschaft, Überfischung und — besonders schmerzhaft — die Ölkatastrophe der MV Wakashio im Juli 2020, als ein japanischer Frachter vor der Südostküste auf Grund lief und über 1.000 Tonnen Öl ins Meer flossen. Die Auswirkungen auf das Riff und die Mangroven waren verheerend — die Aufräumarbeiten dauern bis heute an.
Mauritius unternimmt erhebliche Anstrengungen zum Riffschutz: Der Blue Bay Marine Park ist ein geschütztes Unterwassergebiet, Korallenrestaurationsprojekte laufen an mehreren Stellen, und nachhaltige Fischerei wird gefördert. Als Besucher kannst du helfen: Nicht auf Korallen stehen, keine Souvenirs aus Koralle oder Muscheln kaufen, und riffsichere Sonnencreme verwenden (ohne Oxybenzon und Octinoxat).
Artenschutz — Erfolgsgeschichten
Mauritius hat eine der tragischsten Umweltgeschichten der Welt — der Dodo ist zum globalen Symbol für von Menschen verursachtes Aussterben geworden. Doch die Insel hat auch einige der beeindruckendsten Artenschutz-Erfolge aller Zeiten hervorgebracht.
Gerettete Arten
- Mauritius-Falke (Mauritius Kestrel): 1974 gab es weltweit nur noch 4 Exemplare — der seltenste Vogel der Welt. Durch ein beispielloses Zuchtprogramm der Durrell Wildlife Conservation Trust und lokaler Naturschutzbehörden leben heute wieder über 300 in freier Wildbahn. Eine der größten Artenschutz-Erfolgsgeschichten überhaupt.
- Mauritius-Taube (Pink Pigeon): Auf 12 Individuen geschrumpft, heute wieder über 400. Im Black River Gorges Nationalpark mit etwas Glück zu beobachten.
- Echo-Sittich (Mauritius Parakeet): Der einzige überlebende Papagei der Maskarenen-Inseln. Vom Rand des Aussterbens zurückgeholt, heute rund 800 Tiere.
- Aldabra-Riesenschildkröten: Als Ersatz für die ausgerotteten mauritischen Riesenschildkröten wurden Aldabra-Schildkröten von den Seychellen angesiedelt. In Pamplemousses, La Vanille und auf Ile aux Aigrettes kann man ihnen begegnen.
Ile aux Aigrettes
Die kleine Insel Ile aux Aigrettes vor der Südostküste ist ein lebendiges Labor des Artenschutzes. Auf nur 26 Hektar wurden invasive Pflanzen entfernt und durch einheimische Vegetation ersetzt. Heute leben hier Mauritius-Tauben, Aldabra-Schildkröten und seltene Geckos in einem weitgehend restaurierten Ökosystem. Geführte Touren der Mauritian Wildlife Foundation starten von Mahébourg (ab 800 MUR / 16€, Dauer: 2 Stunden). Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für Naturschutz interessieren.
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