Yangon Altstadt & Kolonialviertel
Koloniales Erbe im faszinierenden Verfall
Yangon besitzt den größten Bestand an Kolonialarchitektur in ganz Südostasien — mehr als Singapur, Phnom Penh oder Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Briten machten die Stadt (damals Rangoon) zur Hauptstadt Britisch-Burmas und hinterließen ein Erbe aus Prachtbauten im viktorianischen, edwardianischen und Art-déco-Stil. Diese Gebäude stehen heute in einem Zustand zwischen grandioser Pracht und poetischem Verfall: Fassaden, an denen tropische Pflanzen aus Rissen sprießen, Balkone, auf denen Wäsche trocknet, und Eingangshallen, in denen Teehäuser Einzug gehalten haben.
Highlights im Kolonialviertel
- Sule-Pagode: Eine über 2.000 Jahre alte Pagode mitten im Kreisverkehr des Stadtzentrums, umgeben von kolonialen Gebäuden, Moscheen und Hindutempeln. Ein perfektes Bild der religiösen Vielfalt Yangons. Eintritt: 3.000 MMK (ca. 1 EUR).
- Strand Hotel: Das legendäre Kolonialhotel von 1901, in dem einst Rudyard Kipling und Somerset Maugham abstiegen. Auch wenn du nicht hier übernachtest — ein Drink in der Lobby (ab 5 EUR) ist eine Zeitreise in die Epoche des britischen Empire.
- Secretariat (ehem. Ministeriengebäude): Das imposanteste Kolonialgebäude Yangons, in dem Aung San 1947 ermordet wurde. Nach jahrelanger Restaurierung teilweise für Besucher geöffnet. Ein Ort von enormer historischer Bedeutung.
- City Hall: Das neoklassizistische Rathaus am Mahabandoola Garden, gegenüber dem Unabhängigkeitsdenkmal. Ein Fotomotiv par excellence mit der Sule-Pagode im Hintergrund.
Bogyoke Aung San Market (Scott Market)
Der beste Markt für Souvenirs und Kunsthandwerk: Jade-Schmuck, Rubine, Lackarbeiten aus Bagan, Longyi-Stoffe, Marionetten und traditionelle Gemälde. Über 2.000 Geschäfte unter einem Dach. Handeln ist absolute Pflicht — starte bei 50% des genannten Preises. Montags und an Feiertagen geschlossen.
Yangon Circular Railway
Die Ringbahn umkreist Yangon in etwa 3 Stunden — und kostet nur 200 Kyat (0,06 EUR). Eine Fahrt, die kein Reiseführer überbewertet: Du ratterst durch Vororte, an Märkten vorbei, durch das echte Yangon fernab der Touristenpfade. Händler steigen ein und aus, verkaufen Obst, Gemüse, Blumen und Snacks. Der Abschnitt rund um die Insein-Station ist besonders lebendig — hier drängt ein ganzer Markt in den Zug. Langsam, wackelig, laut und wunderbar authentisch.