Le Marais — Das vielfältigste Viertel
Das Marais (3. und 4. Arrondissement) ist Pariser Vielfalt auf engstem Raum: Renaissance-Stadtpaläste neben hippen Concept Stores, die historische jüdische Gemeinde neben der lebendigen LGBTQ+-Szene, Falafel-Stände neben Galeries Lafayette. Das Marais ist das einzige Viertel, das Haussmanns großer Stadterneuerung im 19. Jh. entging — deshalb sind die mittelalterlichen und Renaissance-Gebäude erhalten geblieben.
Highlights im Marais
- Place des Vosges: Der älteste geplante Platz von Paris (1612, Heinrich IV.) — ein perfektes Quadrat aus roten Backsteinfassaden mit Arkaden. Hier lebte Victor Hugo (Nr. 6, heute Museum, kostenlos). Unter den Arkaden: Kunstgalerien und Cafés. Im Park in der Mitte: Picknick, Kinder, Sonnenbaden.
- Musée Carnavalet: Das Museum der Geschichte von Paris — von der Gründung Lutetias bis zur Gegenwart. 625.000 Objekte in zwei Renaissance-Palästen. Kostenlos und hervorragend. Frisch renoviert.
- Centre Pompidou: Renzo Pianos und Richard Rogers' radikal-modernes Kulturzentrum (1977) — alle Leitungen, Rohre und Treppen liegen außen, farbcodiert. Innen: das Musée National d'Art Moderne (größte Sammlung moderner Kunst in Europa). Die Rooftop-Terrasse bietet ein Panorama über ganz Paris. Eintritt: 15€.
- Rue des Rosiers: Das Herz des jüdischen Viertels (Pletzl) — hier reihen sich koschere Bäckereien, Delikatessen und die berühmtesten Falafel-Läden von Paris aneinander.
Essen & Trinken im Marais
- L'As du Fallafel: Die legendäre Falafel-Pita (8€) in der Rue des Rosiers — die Schlange gehört zum Erlebnis. Angeblich die beste Falafel Europas (Lenny Kravitz ist Stammkunde).
- Chez Janou: Die besten Profiteroles (Schokoladen-Windbeutel) in Paris und über 80 Sorten Pastis. Reservierung empfohlen.
- Breizh Café: Die besten Crêpes und Galettes (Buchweizen-Crêpes) der Stadt — traditionelle bretonische Küche, modern interpretiert.
- Jacques Genin: Patisserie-Handwerk auf Weltklasse-Niveau: Millefeuille, Tartes und heiße Schokolade, die süchtig macht.
💡 Tipp
Das Marais ist am Sonntag besonders lebendig — wenn die meisten Pariser Viertel geschlafen wirken, sind hier die Geschäfte und Cafés geöffnet. Die Rue des Francs-Bourgeois ist sonntags eine Flaniermeile. Perfekt mit einem Frühstück im Marais, einem Spaziergang durch die Place des Vosges und einem Falafel-Lunch in der Rue des Rosiers.