Arequipa & Colca Canyon
Arequipa — Die Weiße Stadt★★★
Arequipa (2.335 m) ist Perus zweitgrößte Stadt und für viele Peruaner die schönste. Ihren Beinamen „Ciudad Blanca“ (Weiße Stadt) verdankt sie dem Sillar — einem weißen Vulkangestein, aus dem fast alle historischen Gebäude errichtet wurden. Im Hintergrund thront der perfekt kegelförmige Vulkan Misti (5.822 m) wie ein Wächter über die Stadt. Links und rechts flankieren ihn der Chachani (6.057 m) und der Pichu Pichu (5.669 m).
Die Arequipeños sind berühmt für ihren Stolz und ihren Unabhängigkeitssinn — sie haben mehrfach gedroht, sich von Peru abzuspalten. Was sie nie aufgeben würden: ihre Küche. Die Picanterias (traditionelle Restaurants) Arequipas servieren einige der besten regionalen Gerichte Perus.
★★★ Plaza de Armas
Einer der schönsten Hauptplätze Südamerikas. Auf drei Seiten von eleganten Sillar-Arkaden umgeben, dominiert die mächtige Kathedrale (1656, nach mehreren Erdbeben wiederaufgebaut) die vierte Seite. Im Hintergrund der Misti — das Postkartenmotiv Arequipas. Abends ist der Platz beleuchtet und voller Leben.
★★★ Kloster Santa Catalina
Das absolute Highlight Arequipas und eine der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Perus. Das 1579 gegründete Dominikanerinnenkloster ist eine Stadt in der Stadt: 20.000 m² mit Gassen, Plätzen, Brunnen und Gärten, hinter hohen Mauern verborgen. 450 Jahre lang lebten hier bis zu 450 Nonnen in vollständiger Abgeschiedenheit — manche in klösterlicher Askese, andere mit Dienerinnen und privaten Apartments.
Die farbigen Viertel sind atemberaubend fotogen: tiefblau gestrichene Gassen (Calle Sevilla), leuchtend rot-orange Innenhöfe (Calle Toledo), weiße Arkaden. Das Kloster ist erst seit 1970 für Besucher geöffnet. Plane mindestens 2 Stunden ein!
Calle Santa Catalina 301. 40 PEN. Täglich 9:00–17:00 (Dienstag und Donnerstag auch Nachtbesichtigung 17:00–20:00 — sehr stimmungsvoll bei Kerzenlicht!).
★★ Museo Santuarios Andinos (Juanita)
Die Hauptattraktion ist Juanita — die "Eisprinzessin": ein Inka-Mädchen, das vor über 500 Jahren als Opfergabe auf dem Vulkan Ampato in 6.300 m Höhe beigesetzt wurde. Ihr tiefgefrorener Körper, 1995 entdeckt, ist erstaunlich gut erhalten. Die Ausstellung erklärt das Inka-Ritual der Capacocha (Kinderopfer für die Berggötter) — bewegend und verstörend zugleich.
Calle La Merced 110. 20 PEN (inkl. Führung). Mo–Sa 9:00–18:00. Juanita ist von Juni–Dezember ausgestellt, in der Regenzeit wird sie durch eine andere Mumie ersetzt.
★★ Yanahuara & Carmen Alto
Die Aussichtspunkte über Arequipa: Vom Mirador de Yanahuara hast du den berühmten Blick durch die Sillar-Bögen auf den Misti. Das Viertel mit seiner kleinen Kirche (1750) und den Picanterias ist authentisch und charmant. Weiter oben bietet Carmen Alto einen noch weiteren Panoramablick über die Stadt und die Vulkane.
Colca Canyon
Der Colca Canyon ist mit 3.270 Metern einer der tiefsten Canyons der Welt — doppelt so tief wie der Grand Canyon. Doch die Zahlen allein beschreiben nicht, was diesen Ort so unvergesslich macht: prä-Inka-Terrassen, die sich wie Treppenstufen die Canyonwände hinaufziehen, traditionelle Dörfer, in denen Frauen noch bestickte Trachten und aufwendige Hüte tragen, Thermalquellen unter dem Sternenhimmel — und natürlich die Kondore.
★★★ Cruz del Cóndor
Der magische Aussichtspunkt, an dem Andenkondore — die größten flugfähigen Vögel der Welt mit einer Flügelspannweite von über 3 Metern — in der Morgentherme aus der Canyontiefe aufsteigen. Zwischen 8:00 und 10:00 Uhr kreisen sie oft nur wenige Meter über den Köpfen der Zuschauer. Ein Naturschauspiel, das den Atem raubt.
Früh da sein! Zwischen 7:30 und 9:00 Uhr sind die Chancen am besten. Die meisten Touren ab Arequipa beinhalten diesen Stopp.
★★ Chivay
Das Tor zum Colca Canyon und die größte Stadt im Tal. Chivay hat einen lebhaften Markt, einfache bis gehobene Hotels und ist der Ausgangspunkt für die meisten Canyon-Touren. Abends herrscht eine angenehme Atmosphäre mit Restaurants und Bars rund um die Plaza.
★★★ Thermalquellen La Calera
Drei Kilometer außerhalb von Chivay liegen die heißen Quellen von La Calera: natürliche Thermalbecken mit Temperaturen von 36–40°C, eingebettet in eine spektakuläre Canyonlandschaft. Nach einem langen Wandertag im Canyon gibt es nichts Besseres. Abends unter dem Sternenhimmel besonders magisch.
3 km von Chivay. 15 PEN. Täglich 5:00–19:00. Per Taxi (5 PEN) oder zu Fuß (30 Min.).
★★ Wandern im Canyon
Für Wanderer ist der Abstieg in den Canyon ein unvergessliches Erlebnis:
- Tageswanderung: Vom Cruz del Cóndor oder Cabanaconde hinab zur Oase Sangalle am Canyonboden (3–4h Abstieg, 2–3h Aufstieg). Die Oase hat einfache Unterkünfte und einen Pool — surreal.
- 2-Tages-Trek: Abstieg nach Sangalle, Übernachtung, Aufstieg am nächsten Morgen (früh starten!). Die beliebteste Trekking-Option.
- 3-Tages-Trek: Ausgedehnte Route durch mehrere Dörfer am Canyongrund: San Juan de Chuccho, Tapay, Cosñirhua.
Praktische Informationen
- Anreise: Arequipa → Chivay: 3–4h per Bus oder Tour. Spektakuläre Fahrt über den Patapampa-Pass (4.910 m!) mit Blick auf Vulkane und Vicuñas.
- Höhe: Chivay liegt auf 3.640 m, der Cruz del Cóndor auf 3.800 m. Akklimatisierung in Arequipa (2.335 m) hilft.
- Boleto Turístico Colca: 70 PEN Eintritt für den Canyon (separat kaufen oder in der Tour enthalten).
- Beste Zeit: April–Dezember (Trockenzeit). Kondore sind ganzjährig zu sehen, aber in der Trockenzeit zuverlässiger.
Tipp
Die zweitägige Colca-Tour ab Arequipa (ca. 80–120€) ist besser als die Tagestour: Du hast Zeit für die Thermalquellen am Abend, kannst den Cruz del Cóndor frühmorgens (beste Kondor-Zeit!) besuchen und die Fahrt ist weniger gehetzt. Übernachtung in Chivay oder Yanque.
Achtung
Die Fahrt von Arequipa zum Colca Canyon führt über den Patapampa-Pass auf 4.910 m Höhe! Auch wenn du nur im Bus sitzt, kann die Höhe Symptome auslösen. Coca-Blätter kauen, viel Wasser trinken und langsam bewegen.
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