Lima
Lima entdecken
Lima polarisiert: Die einen sehen grauen Himmel, Verkehrschaos und endlose Vororte. Die anderen entdecken eine Stadt mit 5.000 Jahren Geschichte, einer Gastronomie-Szene, die weltweit ihresgleichen sucht, und einem kreativen Puls, der von Barranco bis Miraflores spürbar ist. Beide haben recht — und genau das macht Lima so faszinierend.
Die Stadt mit rund 10,7 Millionen Einwohnern im Großraum erstreckt sich über 50 Kilometer entlang der Pazifikküste. Für Reisende sind aber nur wenige Viertel relevant. Plane mindestens 2 volle Tage ein: einen für das Centro Histórico und das Museo Larco, einen für Miraflores und Barranco. Und mindestens einen Abend für ein Gastronomie-Erlebnis.
Orientierung
Die für Reisende relevanten Viertel Limas:
- Centro Histórico: Die koloniale Altstadt mit der Plaza Mayor, der Kathedrale, dem Kloster San Francisco und prächtigen Kolonialbauten. UNESCO-Welterbe seit 1988. Tagsüber sicher, abends Vorsicht.
- Miraflores: Das moderne Herz Limas — sicher, grün, gehobene Hotels, Restaurants und Shops. Der Parque Kennedy und die Klippen über dem Pazifik (Malecón) sind perfekt für Spaziergänge. Hier übernachten die meisten Touristen.
- Barranco: Das Bohème-Viertel südlich von Miraflores. Bunte Kolonialhäuser, Straßenkunst, Galerien, Bars und das beste Nachtleben Limas. Die Puente de los Suspiros (Seufzerbrücke) ist Limas romantischster Ort.
- San Isidro: Das Business- und Botschaftsviertel. Luxushotels, Parks, gehobene Restaurants. Ruhiger als Miraflores.
- Pueblo Libre: Wohnviertel mit dem Museo Larco — Perus spektakulärstem Museum.
- Callao: Der Hafenbezirk mit dem aufstrebenden Kunstviertel Monumental Callao. Nur mit Führung besuchen!
Tipp
Miraflores ist die beste Basis für deinen Lima-Aufenthalt: sicher, zentral, große Restaurantauswahl und gute Anbindung. Zum Centro Histórico kommst du per Metropolitano-Bus (Schnellbus, eigene Spur) in 20 Minuten.
Centro Histórico★★★
★★★ Centro Histórico (UNESCO-Welterbe)
Limas Altstadt ist ein koloniales Juwel, das die Pracht des ehemaligen Vizekönigreichs widerspiegelt. Im 16.–18. Jahrhundert war Lima die reichste Stadt Südamerikas und Sitz des Vizekönigs von Peru, der über ein Gebiet von Kolumbien bis Patagonien herrschte. Die prächtigen Kirchen, Paläste und Plätze aus dieser Ära sind erstaunlich gut erhalten.
★★★ Plaza Mayor (Plaza de Armas)
Das Herz Limas seit der Stadtgründung durch Francisco Pizarro 1535. Umrahmt von der Kathedrale (1625, mit dem Grab Pizarros), dem Erzbischöflichen Palast mit seinen maurischen Holzbalkonen, dem Regierungspalast (Wachablösung täglich um 12 Uhr!) und dem Rathaus. Der Bronzebrunnen in der Mitte stammt von 1651.
★★★ Kloster San Francisco (Convento de San Francisco)
Das beeindruckendste Kloster Limas mit einer spektakulären Bibliothek (25.000 antike Bücher), blau-weißen Azulejos aus Sevilla und einem Kreuzgang, der zu den schönsten Kolonialbauwerken Südamerikas zählt. Der absolute Höhepunkt: die Katakomben — unterirdische Gänge mit den Gebeinen von geschätzt 70.000 Menschen, kunstvoll in Kreismustern angeordnet.
Jr. Lampa con Ancash. Eintritt: 15 PEN. Täglich 9:00–20:00. Nur mit Führung (30 Min., Spanisch/Englisch).
★★ Iglesia de Santo Domingo
Die älteste Kirche Limas (1549) beherbergt die Reliquien der drei peruanischen Heiligen: Santa Rosa de Lima (Amerikas erste Heilige), San Martín de Porres und San Juan Macías. Der Kreuzgang mit seinen Azulejo-Kacheln ist ein stilles Juwel abseits der Touristenströme.
★★ Casa de Aliaga
Das älteste kontinuierlich bewohnte Haus Amerikas — seit 1535 im Besitz derselben Familie! Francisco Pizarro schenkte das Grundstück seinem Leutnant Jerónimo de Aliaga, und 17 Generationen später lebt die Familie noch hier. Die Innenräume mit Kolonialmöbeln und Gemälden sind eine Zeitreise.
Jr. de la Unión 224. Nur mit Voranmeldung. 30 PEN.
★★ Chinatown (Barrio Chino)
Limas Chinatown rund um die Calle Capón erinnert daran, dass Peru die größte chinesische Community Südamerikas hat. Ab 1849 kamen hunderttausende chinesische Vertragsarbeiter — ihre Nachkommen prägten die peruanische Küche entscheidend. Hier findest du die besten Chifas (chinesisch-peruanische Restaurants).
Miraflores & Barranco
★★★ Malecón de Miraflores
Die 10 Kilometer lange Klippen-Promenade über dem Pazifik ist Limas schönster Spazierweg. Jogger, Radfahrer, Paare und Paraglider teilen sich den Weg, der von Miraflores bis Barranco führt. Bei Sonnenuntergang färbt sich der Himmel spektakulär. Der Parque del Amor (Liebespark) mit der Skulptur "El Beso" von Victor Delfin und den Mosaik-Bänken im Gaudí-Stil ist der romantischste Ort Limas.
★★ Huaca Pucllana
Mitten in Miraflores ragt eine 1.500 Jahre alte Lehmziegelpyramide aus der Lima-Kultur (200–700 n. Chr.) zwischen modernen Wohnhäusern empor. Die nächtliche Beleuchtung macht den Besuch am Abend besonders stimmungsvoll. Das Restaurant neben der Ruine bietet gehobene peruanische Küche mit Blick auf die beleuchtete Pyramide — eines der unvergesslichsten Dinner-Settings Limas.
Calle General Borgoño, Miraflores. 15 PEN. Mi–Mo 9:00–17:00, Nachttouren Mi–So 19:00–22:00. Nur mit Führung.
★★ Larcomar
Ein in die Klippen gebautes Einkaufs- und Unterhaltungszentrum mit Meerblick. Nicht wegen der Shops, sondern wegen der spektakulären Lage über dem Pazifik einen Besuch wert. Abends bei einem Pisco Sour auf der Terrasse den Sonnenuntergang erleben.
★★★ Barranco
Limas Seele wohnt in Barranco. Das ehemalige Fischerdorf ist heute Limas kreativstes Viertel: bunte Kolonialhäuser, Straßenkunst an jeder Ecke, Galerien, Cafés und die beste Bar-Szene der Stadt.
- Puente de los Suspiros (Seufzerbrücke): Die berühmte Holzbrücke aus dem 19. Jahrhundert — der Legende nach erfüllt sich ein Wunsch, wenn du sie mit angehaltenem Atem überquerst.
- MATE — Museo Mario Testino: Das Museum des berühmten peruanischen Modefotografen in einer restaurierten Kolonialvilla. Wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
- Bajada de los Baños: Der alte Weg zum Strand, gesäumt von farbenfrohen Häusern und Straßenkunst.
★★ Pachacamac
30 km südlich von Lima liegt die größte archäologische Stätte der Küstenregion: ein Orakel- und Pilgerzentrum, das über 1.000 Jahre lang (200–1533 n. Chr.) von verschiedenen Kulturen genutzt wurde. Die Inka machten es zu einem der wichtigsten Heiligtümer ihres Reiches. Das moderne Museum zeigt spektakuläre Funde, darunter das hölzerne Idol von Pachacamac.
Antigua Panamericana Sur km 31,5. 15 PEN. Di–Sa 9:00–17:00, So 9:00–16:00. Per Taxi oder Tour ab Lima (ca. 1h).
Museo Larco & Gastronomie-Szene
★★★ Museo Larco
Das beste Museum Perus und eines der besten Südamerikas — untergebracht in einer wunderschönen Kolonialvilla aus dem 18. Jahrhundert, die auf einer Prä-Inka-Pyramide errichtet wurde. Die Sammlung umfasst über 45.000 Objekte aus 5.000 Jahren peruanischer Geschichte: Gold- und Silberschmuck der Moche und Chimú, filigrane Keramik, farbige Textilien und die berühmte (und z. T. humorvolle) erotische Keramiksammlung.
Was das Museo Larco besonders macht: Die Lagerräume sind öffentlich zugänglich — Regale voller Keramik, soweit das Auge reicht. Und der Garten mit Bougainvillea und einem hervorragenden Café/Restaurant ist allein einen Besuch wert.
Av. Bolívar 1515, Pueblo Libre. 30 PEN. Täglich 10:00–19:00. Per Taxi von Miraflores ca. 20 Min.
Lima — Gastronomie-Hauptstadt der Welt
Lima wurde vom renommierten Magazin "World's 50 Best Restaurants" mehrfach zur gastronomischen Hauptstadt der Welt gewählt. Zwei Restaurants stehen regelmäßig in den Top 10 der Welt: Central (Küchenchef Virgilio Martínez erforscht peruanische Ökosysteme auf dem Teller) und Maido (Nikkei-Küche — die japanisch-peruanische Fusion). Die Warteliste für Central beträgt Monate — rechtzeitig reservieren!
Wo essen in Lima?
Für jedes Budget gibt es in Lima ein unvergessliches Esserlebnis:
- Cevichería: Spezialrestaurants für Ceviche und Meeresfrüchte. Die besten sind mittags voll und schließen am Nachmittag. La Mar (Miraflores) von Starkoch Gastón Acurio ist legendär. Auch El Mercado von Rafael Osterling ist hervorragend.
- Chifa: Die chinesisch-peruanische Fusionsküche ist einzigartig. Am besten im Barrio Chino (Chinatown).
- Anticuchera: Straßenstände, die Anticuchos (gegrillte Rinderherz-Spieße) servieren. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt fantastisch!
- Menú del Día: In einfachen Restaurants bekommst du für 10–15 Soles (3–4€) ein komplettes Mittagsmenü.
- Mistura: Wenn du im September in Lima bist: Das Mistura Food Festival ist das größte Gastronomiefestival Südamerikas — 100+ Stände, Starköche, Streetfood.
Tipp
Reserviere für Top-Restaurants wie Central, Maido oder Astrid y Gastón mindestens 2–3 Monate im Voraus! Für ein hervorragendes Erlebnis ohne Warteliste: Probiere "Isolina" in Barranco (traditionelle Limeña-Küche) oder "La Picantería" in Surquillo (Arequipeña-Küche).
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