Praktisches A–Z
Einreise & Visum
Visum
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen kein Visum für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen (Verlängerung auf 183 Tage möglich). Benötigt wird:
- Reisepass: Mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig
- Rück- oder Weiterflugticket: Wird bei der Einreise verlangt!
- Nachweis ausreichender Mittel: Wird selten, aber gelegentlich gefragt
Einreise per Flugzeug
Bei der Ankunft am Flughafen Jorge Chávez (Lima) erhältst du einen Einreisestempel mit der Anzahl der gewährten Aufenthaltstage (meist 90 Tage, manchmal weniger — kontrolliere!). Kein separates Formular nötig.
Zoll
Einfuhr erlaubt (zollfrei):
- 400 Zigaretten oder 50 Zigarren
- 3 Liter alkoholische Getränke
- Persönliche Gegenstände und Elektronik
Wichtig: Die Ausfuhr von Kulturgütern (Prä-Inka- und Inka-Artefakte) ist streng verboten und wird hart bestraft! Kaufe Souvenirs nur in offiziellen Geschäften.
Geld & Währung
Peruanischer Sol (PEN)
1 Sol = 100 Céntimos. Münzen: 10, 20, 50 Céntimos, 1, 2, 5 Soles. Scheine: 10, 20, 50, 100, 200 Soles.
Kurs (Richtwert 2025): 1 EUR ≈ 4,0 PEN / 1 PEN ≈ 0,25 EUR
US-Dollar oder Sol?
Peru ist teilweise dollarisiert: Hotels, Reiseagenturen und teurere Restaurants akzeptieren oft US-Dollar (manchmal sogar bevorzugt). Für den Alltag brauchst du aber Soles. Tipp: Wechsle Euro in Lima am Flughafen oder bei Wechselstubenen („Casas de Cambio“) — der Kurs ist fair. In der Stadt sind die Straßenwechsler („Cambistas“ in Warnwesten) oft die günstigste Option — aber nur in belebten Gebieten und die Scheine genau kontrollieren!
Geldautomaten & Kreditkarten
- Geldautomaten (ATM/Cajero): In allen Städten und touristischen Orten verfügbar. BCP, BBVA, Interbank und Scotiabank akzeptieren internationale Karten. Maximale Abhebung: meist 400–700 PEN pro Transaktion.
- Gebühren: Peruanische Banken berechnen 12–25 PEN (3–6€) pro Abhebung! BCP und Interbank sind am günstigsten. Dazu kommen die Gebühren deiner Heimatbank.
- Kreditkarten: Visa und Mastercard werden in Hotels, gehobenen Restaurants und größeren Geschäften akzeptiert. American Express selten. In lokalen Restaurants und Märkten: nur Bargeld!
Tipp
Prüfe JEDEN Geldschein, den du erhältst! Falschgeld (besonders 50- und 100-Soles-Scheine) ist ein Problem in Peru. Halte den Schein gegen das Licht: Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und wechselnde Farben müssen sichtbar sein. Im Zweifelsfall: ablehnen.
Achtung
Hebe NICHT an Geldautomaten auf der Straße ab, besonders nicht nachts! Nutze ATMs in Einkaufszentren, Hotels oder Bankfilialen. Geldautomaten-Betrug (Skimming) kommt vor — verdecke die Tastatur beim Eingeben der PIN.
Höhenkrankheit — Ausführlich
Die Höhenkrankheit (Soroche) ist das wichtigste Gesundheitsthema für Peru-Reisende. Hier eine ausführliche Anleitung:
Höhenprofile der Hauptziele
| Ort | Höhe | Risiko |
|---|---|---|
| Lima | 0 m | Keins |
| Machu Picchu | 2.430 m | Gering |
| Heiliges Tal | 2.800 m | Gering–Mittel |
| Cusco | 3.400 m | Mittel |
| Arequipa | 2.335 m | Gering |
| Colca Canyon (Chivay) | 3.640 m | Mittel |
| Puno/Titicacasee | 3.827 m | Mittel–Hoch |
| La Raya Pass | 4.335 m | Hoch (nur Durchfahrt) |
| Patapampa Pass (Colca) | 4.910 m | Hoch (nur Durchfahrt) |
| Inka Trail (Dead Woman's Pass) | 4.215 m | Hoch |
Optimale Akklimatisierungsstrategie
- Tag 1–2: Lima (0 m) — Ankommen, Jetlag überwinden
- Tag 3: Flug nach Cusco (3.400 m) — RUHETAG! Nur leichte Aktivität, Coca-Tee, viel trinken, früh ins Bett
- Tag 4: Heiliges Tal (2.800 m) — Fahre HINUNTER ins Heilige Tal — dort schlafen ist angenehmer als in Cusco
- Tag 5+: Aktivitäten — Nach 48h Akklimatisierung in Cusco/Heiliges Tal bist du für die meisten Aktivitäten bereit
Alternative (besser, aber zeitaufwändiger): Flug nach Cusco, sofort weiter ins Heilige Tal (2.800 m) für 2 Nächte, dann erst nach Cusco (3.400 m).
Medikamente
- Acetazolamid (Diamox): Verschreibungspflichtig in Deutschland, aber in peruanischen Apotheken rezeptfrei erhältlich. 125–250 mg zweimal täglich, ab 1–2 Tage vor dem Aufstieg. Beschleunigt die Akklimatisierung. Nebenwirkungen: Kribbeln in Fingern/Zehen, häufiges Wasserlassen, metallischer Geschmack bei Kohlensäure.
- Ibuprofen/Paracetamol: Gegen Kopfschmerzen wirksam. Immer dabei haben.
- Coca-Blätter/Coca-Tee: Das traditionelle Hausmittel. Nachweislich wirksam bei leichten Symptomen. Überall im Hochland verfügbar.
- Sorojchi Pills: Peruanisches Kombipräparat (Aspirin + Koffein) gegen leichte Symptome. In jeder Apotheke erhältlich.
Achtung
Fliege NICHT direkt von Lima nach Puno oder zum Titicacasee (3.827 m) ohne vorherige Akklimatisierung! Der Sprung von 0 auf fast 4.000 m ohne Zwischenstopp ist gefährlich. Akklimatisiere dich zuerst 2–3 Tage in Cusco (3.400 m) oder Arequipa (2.335 m).
Gesundheit
Impfungen
Keine Pflichtimpfungen für die Einreise aus Deutschland. Empfohlen werden:
- Standard-Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Polio (auffrischen!)
- Hepatitis A: Dringend empfohlen
- Hepatitis B: Bei längerem Aufenthalt
- Typhus: Bei Reisen in ländliche Gebiete
- Gelbfieber: Dringend empfohlen für Reisen in den Amazonas-Tiefland (unter 2.300 m)! Mindestens 10 Tage vor Einreise impfen. Den internationalen Impfausweis mitführen!
- Tollwut: Bei längerem Aufenthalt im Regenwald oder engem Tierkontakt
Malaria & Dengue
- Malaria: Risiko im Amazonas-Tiefland (Iquitos, Puerto Maldonado). Im Hochland und an der Küste kein Risiko. Prophylaxe oder Standby-Therapie mit dem Tropenmediziner besprechen.
- Dengue: Kommt in tropischen Tieflandgebieten vor. Kein Impfstoff verfügbar, Mückenschutz ist die beste Vorbeugung (Dengue-Mücken stechen tagsüber!).
Medizinische Versorgung
In Lima und den großen Städten gibt es Privatkliniken auf gutem Niveau (Clínica Internacional, Clínica San Pablo). Apotheken („Farmacia“, „Botica“) sind häufig und gut sortiert — viele Medikamente gibt es rezeptfrei, darunter auch Diamox! Im Hochland und im Regenwald ist die Versorgung eingeschränkt.
Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist Pflicht! Die gesetzliche Krankenversicherung gilt nicht in Peru.
Sicherheit
Allgemeine Sicherheitslage
Peru ist für Touristen grundsätzlich sicher, solange du die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhältst. Die touristischen Kernregionen (Lima/Miraflores, Cusco, Heiliges Tal, Arequipa) sind gut polizeilich überwacht. Millionen Touristen besuchen Peru jedes Jahr ohne Zwischenfälle.
Worauf du achten solltest
- Taschendiebstahl: Das häufigste Problem. Besonders in Lima (Centro, öffentliche Verkehrsmittel), Cusco (Märkte, Nachtleben) und auf Busbahnhöfen. Wertsachen nicht offen tragen, Tagesrucksack nach vorne, Handtasche immer am Körper.
- Express-Entführungen: In Lima kommt es selten, aber gelegentlich vor, dass Personen im Taxi kurzzeitig festgehalten und zum Geldabheben gezwungen werden. Nutze nur offizielle Taxis oder Apps! Nie bei Fremden einsteigen.
- Betrug: Falschgeld, überhöhte Preise (immer vorher verhandeln!), „freundliche Helfer“ die Provision kassieren. Sei freundlich, aber vorsichtig.
- Nachtbusse: Verwende nur renommierte Busunternehmen (Cruz del Sur, Oltursa). Billigbusse haben manchmal Sicherheitsprobleme (Überfälle auf Nachtbussen in abgelegenen Gebieten).
- Drogen: Kokain-Angebote gibt es besonders in Cusco. Ablehnen! Drogenbesitz wird in Peru hart bestraft. Lass dich auf keinen „Transport“ ein.
Sichere vs. unsichere Gebiete
| Gebiet | Bewertung |
|---|---|
| Miraflores, Barranco, San Isidro (Lima) | Sicher (Tag & Nacht) |
| Centro Histórico Lima | Tagsüber sicher, nachts Vorsicht |
| Cusco Altstadt, San Blas | Sicher (Vorsicht spätnachts) |
| Heiliges Tal, Machu Picchu | Sehr sicher |
| Arequipa Zentrum | Sicher |
| Puno | Tagsüber sicher, nachts Vorsicht |
| Callao (Lima) | Unsicher — nur organisiert besuchen |
| VRAEM-Region (Dschungel) | Meiden — Drogenanbaugebiet |
Internet & Kommunikation
SIM-Karte & Mobile Daten
Eine lokale SIM-Karte ist die beste und günstigste Option:
- Anbieter: Claro (größte Abdeckung), Movistar, Entel, Bitel (günstigster)
- Preis: 10–30 PEN (2,50–7,50€) für eine SIM mit 3–15 GB Daten, gültig 30 Tage
- Kauf: Am Flughafen Lima (Claro/Movistar-Schalter direkt nach dem Zoll), in jedem Handyladen oder Tienda. Reisepass erforderlich!
- Netzabdeckung: 4G in Lima, Cusco, Arequipa und Städten gut. Im Heiligen Tal und am Titicacasee lückenhaft. Im Regenwald oft kein Empfang.
WLAN
Hotels, Hostels und Cafés bieten fast immer kostenloses WLAN. Die Geschwindigkeit variiert — in Lima gut, in Cusco akzeptabel, in abgelegenen Lodges langsam bis nicht vorhanden. In Machu Picchu: kein WLAN, kein Mobilfunk!
Kleidung & Packtipps
Peru hat alle Klimazonen — von der tropischen Hitze des Regenwalds über die eisige Kälte der Andenpässe bis zur kühlen Küstenfeuchtigkeit Limas. Das Zwiebelprinzip ist Pflicht!
Für das Hochland (Cusco, Titicaca, Colca)
- Warme Daunenjacke oder Fleece (Nächte unter 0°C!)
- Regenjacke (in der Regenzeit unverzichtbar)
- Thermounterwäsche für sehr kalte Nächte
- Gute Trekkingschuhe (wasserfest)
- Sonnenhut + Sonnencreme LSF 50+ (UV-Strahlung auf Höhe ist extrem!)
- Sonnenbrille mit UV-Schutz
Für Lima & Küste
- Leichte Schichten (morgens kühl, mittags warm)
- Im Winter (Juni–September): leichte Jacke für den „Garúa“-Sprühregen
- Im Sommer (Dezember–März): leichte Sommerkleidung, Badesachen
Für den Regenwald
- Leichte, langärmlige Kleidung (helle Farben, Insektenschutz!)
- Wasserfeste Schuhe oder Sandalen (Gummistiefel werden in Lodges gestellt)
- Regenponcho oder leichte Regenjacke
- Schnelltrocknende Materialien (kein Baumwolle!)
- Drybag für Elektronik
Generell
- Universaladapter (Peru nutzt Typ A/B/C-Steckdosen)
- Stirnlampe (für Stromausfälle, frühe Morgen in Machu Picchu, Dschungel)
- Reiseapotheke: Ibuprofen, Diamox (gegen Höhenkrankheit), Imodium, Elektrolytpulver, Sonnencreme, Mückenspray (DEET 50%+), Pflaster
- Kopien aller Dokumente (Reisepass, Versicherung, Tickets) digital gespeichert
Tipp
Packe weniger als du denkst! In Peru kannst du überall günstig Alpaka-Pullover, Mützen und Handschuhe kaufen (ab 20–50 Soles). Spare Platz im Koffer und kaufe warme Kleidung vor Ort — in Cusco und auf den Märkten im Heiligen Tal gibt es eine riesige Auswahl.
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