Japanische Besatzung (1910–1945)
Die japanische Kolonialherrschaft über Korea von 1910 bis 1945 ist das dunkelste Kapitel in der koreanischen Geschichte — und eine Wunde, die bis heute nicht vollständig verheilt ist. Japan annektierte Korea, verbot die koreanische Sprache und Kultur, zwang Koreaner zur Annahme japanischer Namen und setzte Hunderttausende als Zwangsarbeiter ein.
Besonders schmerzhaft: Das Thema der „Trostfrauen" — koreanische Frauen und Mädchen, die von der japanischen Armee zur Prostitution gezwungen wurden. Die Statue eines „Trostmädchens" vor der ehemaligen japanischen Botschaft in Seoul ist eines der emotionalsten Denkmäler der Stadt. Jeden Mittwoch findet hier seit 1992 eine Mahnwache statt.
Der 1. März 1919 (Samiljeol, Unabhängigkeitsbewegung) ist ein Nationalfeiertag: Millionen Koreaner gingen friedlich auf die Straße, um gegen die Kolonialherrschaft zu protestieren. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen, aber er entfachte den koreanischen Unabhängigkeitsgeist, der nie erlosch.
Die Beziehung zwischen Korea und Japan ist bis heute komplex — politisch angespannt, kulturell eng verflochten. Für Reisende wichtig: Das Thema ist emotional, und Respekt vor der koreanischen Perspektive wird geschätzt.