Paprika — Das rote Gold
Paprika ist nicht einfach ein Gewürz — es ist die Seele der ungarischen Küche. Kein anderes Land der Welt identifiziert sich so stark mit einem einzigen Gewürz. Die roten Schoten kamen im 16. Jahrhundert über die Osmanen nach Ungarn und wurden zunächst als Zierpflanze angebaut. Erst im 19. Jahrhundert eroberten sie die Küche — und veränderten sie für immer.
Sorten
Ungarische Paprika gibt es in verschiedenen Schärfegraden und Verwendungen:
- Édesnemes (Delikatess) — Mild und süß, leuchtend rot, das Standard-Paprikapulver. In fast jedem ungarischen Gericht verwendet.
- Félédes (Halbsüß) — Mittlere Schärfe, vielseitig einsetzbar.
- Csípős (Scharf) — Feurig, für die, die es heiß mögen. In der Halászlé unverzichtbar.
- Füstölt (Geräuchert) — Über Eichenholz geräuchert, mit rauchig-süßem Aroma. Hervorragend in Eintöpfen.
Paprika-Hauptstädte
Die beiden Zentren der Paprikaproduktion sind Kalocsa und Szeged — beide im Süden Ungarns. In Kalocsa gibt es ein Paprika-Museum, und im September und Oktober hängen überall Paprika-Girlanden zum Trocknen an den Hauswänden — ein unverkennbares Bild. In der Großen Markthalle in Budapest kannst du alle Sorten kaufen — als Pulver, als getrocknete Schoten oder als Creme (Erős Pista = „Starker Stefan", die schärfste Variante). Ein perfektes Souvenir, das wenig wiegt und viel Freude macht.
Der ungarische Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi isolierte 1932 Vitamin C aus Paprika — und gewann dafür 1937 den Nobelpreis. Ungarische Paprika enthält tatsächlich mehr Vitamin C als Zitronen — ein Fakt, auf den Ungarn zurecht stolz sind.