Die ungarische Küche
Die ungarische Küche ist keine leichte Kost — sie ist deftig, herzhaft und unapologetisch geschmacksintensiv. Die drei Säulen: Paprika (das rote Gold), Tejföl (saure Sahne, kommt auf alles) und Zsír (Schweineschmalz, die traditionelle Kochgrundlage). Was dabei herauskommt, ist eine Küche von überraschender Tiefe und Vielfalt.
Die Nationalgerichte
- Gulyásleves (Gulaschsuppe) — Das berühmteste ungarische Gericht ist keine dicke Soße, sondern eine klare, würzige Suppe: Rinderwürfel, Kartoffeln, Csipetke (kleine Teigflöckchen), Paprika und Kümmel, langsam im Kessel (bogrács) über offenem Feuer gekocht. Das „Gulasch" der deutschen Restaurants ist eigentlich Pörkölt. In Ungarn: 1.200–2.500 HUF (3–6€).
- Pörkölt — Das, was wir „Gulasch" nennen: geschmortes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm oder Huhn) in dicker, paprikareicher Soße, oft stundenlang geköchelt. Serviert mit Nokedli (ungarische Spätzle) oder Brot. Das eigentliche Herzstück der ungarischen Küche.
- Paprikás Csirke (Paprikahühnchen) — Hühnchenstücke in einer cremigen Paprika-Sauerrahm-Soße, serviert mit Nokedli. Comfort Food in seiner reinsten Form. Ein Gericht, bei dem du den Teller auswischen wirst.
- Halászlé (Fischsuppe) — Die feurige Fischsuppe vom Plattensee und der Theiß: frischer Süßwasserfisch (Karpfen, Wels, Zander), gekocht in einer paprikaroten, scharfen Brühe. Am besten direkt am Wasser essen, aus dem Kessel.
- Langos — Frittiertes Hefeteigfladenbrot, traditionell mit Tejföl (saurer Sahne) und geriebenem Käse bestrichen. An jedem Marktstand, jedem Strand, jeder Veranstaltung. Das ultimative ungarische Streetfood. 600–1.200 HUF (1,50–3€).
- Töltött Káposzta (Gefüllte Krautwickel) — Sauerkrautblätter gefüllt mit Hackfleisch, Reis und Paprika, geschmort mit saurer Sahne. Ein Winterklassiker, der stundenlang köchelt und immer besser wird.
- Túrós Csusza — Nudeln mit Quark (Túró) und knusprigem Speck — einfach, sättigend und süchtig machend. Das ungarische Studentenessen.
Süßes
- Dobos-Torte — Siebenschichtige Schokoladen-Biskuittorte mit Karamellglasur, erfunden 1884 von József Dobos. Die Königin der ungarischen Konditoreien.
- Kürtőskalács (Baumstriezel) — Süßer Hefeteig, spiralförmig um einen Holzzylinder gewickelt, über Kohle gebacken und mit Zucker, Zimt, Nüssen oder Schokolade bestreut. 600–1.200 HUF (1,50–3€).
- Rétes (Strudel) — Hauchdünner Teig, gefüllt mit Kirschen, Äpfeln, Quark (Túró) oder Mohn. Der österreichische Einfluss, perfektioniert in Ungarn.
- Somlói Galuska — Trifle-artiges Dessert mit Biskuit, Schokoladen- und Vanillecreme, Walnüssen, Rosinen und Schlagsahne, getränkt in Rum. Süß, üppig und unvergesslich.