Sehenswürdigkeiten
Po-i-Kalon-Komplex — Bucharas Kronjuwel
Der Po-i-Kalon („Fuß des Großen") ist das Herz der historischen Stadt — ein Ensemble aus drei Bauwerken, das zu den beeindruckendsten Zentralasiens zählt:
- Kalon-Minarett (1127): Der 47 m hohe Turm ist Bucharas Wahrzeichen und seit 900 Jahren das höchste Bauwerk der Stadt. Erbaut aus gebrannten Ziegeln mit 14 verschiedenen Ornamentbändern — jedes einzigartig. Der Legende nach war Dschingis Khan so beeindruckt, dass er das Minarett als einziges Gebäude verschonte, als er Buchara 1220 zerstörte. Einst diente es auch als „Turm des Todes": Verurteilte wurden von der Spitze gestürzt.
- Kalon-Moschee (1514): Eine der größten Moscheen Zentralasiens. Der riesige Innenhof mit 288 Kuppeln und einer Kapazität für 12.000 Gläubige ist überwältigend in seiner schlichten Eleganz.
- Mir-i-Arab-Medrese (1535): Gegenüber der Moschee, mit zwei türkisblauen Kuppeln. Eine aktive islamische Hochschule — sie wurde selbst in der Sowjetzeit nie geschlossen und bildet bis heute Theologen aus. Betreten nur für Studenten, aber der Blick von außen ist fantastisch.
Ark-Festung
Die Ark ist eine massive Festung (5. Jahrhundert), die über 1.000 Jahre lang Sitz der Herrscher von Buchara war — zuletzt des Emirs, der hier bis 1920 residierte. Innerhalb der Mauern: Thronsaal, Moschee, Kerker und ein kleines Museum zur Geschichte des Emirats. Die Mauern sind bis zu 20 m hoch und wirken uneinnehmbar. Von der Terrasse: fantastischer Blick über die Altstadt und auf das Kalon-Minarett. Eintritt: ca. 25.000 UZS (~2€).
Lyabi-Hauz-Ensemble
Der Lyabi-Hauz (1620) ist ein rechteckiger Teich, umgeben von Maulbeerbäumen, zwei Medresen und einer Karawanserei. Hier sitzt ganz Buchara abends draußen: Touristen, Einheimische, Teetrinkende, Schaschlik-Essende. Die Nadir-Divan-Begi-Medrese (1622) am Teich zeigt auf ihrem Portal Fabelwesen und Sonnen mit menschlichen Gesichtern — wieder ein „Verstoß" gegen das Bilderverbot, der heute als Kunstwerk gefeiert wird. Die Atmosphäre am Lyabi-Hauz bei Sonnenuntergang ist magisch.
Trading Domes (Handelskuppeln)
Bucharas berühmte überdachte Basare aus dem 16. Jahrhundert liegen auf der historischen Handelsroute zwischen Ark und Lyabi-Hauz:
- Taki-Zargaron: Der Juwelier-Basar. Heute: Schmuck, Miniaturmalereien, Souvenirs.
- Taki-Telpak-Furushon: Einst Mützenmacher-Basar. Heute: Textilien, Suzani-Stickereien, Seide.
- Taki-Sarrafon: Der Geldwechsler-Basar. Heute: Teppiche, Antiquitäten, Keramik.
Die Kuppeln regulierten das Klima — kühl im Sommer, geschützt im Winter. Heute sind sie Souvenirparadiese mit faireren Preisen als an den Hauptsehenswürdigkeiten.
Chor-Minor
Das Chor-Minor (1807, „Vier Minarette") ist Bucharas fotogenstes Gebäude: Vier kleine, jeweils unterschiedlich dekorierte Türme krönen ein Torhaus — kein Minarett im eigentlichen Sinne, sondern das Eingangstor einer längst verschwundenen Medrese. Versteckt in einem Wohnviertel östlich der Altstadt, abseits der Touristenströme. Eintritt: kostenlos (Trinkgeld für den Wächter).
Bolo-Hauz-Moschee
Gegenüber der Ark-Festung. Die 20 geschnitzten Holzsäulen der Terrasse spiegeln sich in einem Wasserbecken — ein ikonisches Fotomotiv. Die Moschee (1712) diente dem Emir als Freitagsmoschee. Die Holzschnitzereien sind exquisit.