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Regionen · Kapitel 4

Santo Domingo

Dominikanische Republik Reiseführer

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RegionenKapitel 4: Santo Domingo
Regionen · Kapitel 4

Santo Domingo

Die älteste europäische Stadt der Neuen Welt ist heute eine pulsierende Metropole mit 3,6 Millionen Einwohnern. Die UNESCO-geschützte Zona Colonial erzählt die Geschichte der Entdeckung Amerikas, während der Malecón, die Clubs und die Gastronomie das moderne Dominikanische Leben feiern.

Santo Domingo entdecken

Santo Domingo de Guzmán — der volle Name der Hauptstadt — wurde 1496 von Bartolomé Colón, dem Bruder von Christoph Kolumbus, gegründet. Es war die erste permanente europäische Siedlung der Neuen Welt, und hier entstanden die Superlative Amerikas: die erste Kathedrale, die erste Universität, das erste Krankenhaus, die erste Straße (Calle Las Damas), das erste Kloster.

Heute ist Santo Domingo eine kontrastreiche Millionenstadt: Die Zona Colonial mit ihren Kopfsteinpflastergassen und kolonialen Palästen ist UNESCO-Welterbe (seit 1990). Nur wenige Blocks weiter tosen Autopistas, dröhnt Reggaetón aus Colmados, und Hochhäuser ragen in den tropischen Himmel. Der Malecón, die 14 km lange Uferpromenade am Karibischen Meer, ist abends der Treffpunkt der Stadt.

Die meisten Punta-Cana-Touristen überspringen Santo Domingo — ein Fehler. Plane mindestens 1,5–2 Tage ein. Die Stadt hat die beste Gastronomie des Landes, ein pulsierendes Nachtleben und eine Geschichte, die Amerika definiert hat.

Zona Colonial (UNESCO-Welterbe)

Das historische Herz von Santo Domingo — und der wichtigste Ort für die Geschichte der Neuen Welt. In diesen wenigen Blocks konzentrieren sich mehr „Erste Amerikas" als irgendwo sonst auf dem Kontinent.

Alcázar de Colón★★★

Plaza de España, Zona Colonial
Di–So 9–17 Uhr
100 DOP

★★★ Alcázar de Colón (Kolumbuspalast)

Das beeindruckendste Gebäude der Zona Colonial: Der Palast von Diego Colón, dem Sohn von Christoph Kolumbus, erbaut 1510–1514. Zwei Stockwerke im Stil der spanischen Renaissance, mit 22 Räumen voller Möbel und Kunstwerke aus dem 15.–16. Jahrhundert. Von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick über den Río Ozama und den Hafen.

Diego Colón regierte von hier aus als Vizekönig über die gesamte Neue Welt. Das Gebäude wurde aufwändig restauriert und beherbergt heute das Museo Alcázar de Colón — eines der besten Museen der Karibik.

Eintritt: 100 DOP (ca. 1,50 USD). Di–So 9–17 Uhr. Mo geschlossen.

Catedral Primada de América★★★

Calle Arzobispo Meriño, Parque Colón
Mo–Sa 9–16:30 Uhr
Kostenlos

★★★ Erste Kathedrale Amerikas

Die Catedral Santa María la Menor (1512–1540) ist die älteste Kathedrale der Neuen Welt. Ein massiver Bau aus korallinem Kalkstein, der Elemente der Gotik, Renaissance und des Plateresken vereint. Im Inneren: 14 Kapellen, ein barocker Hochaltar und bis 1992 das Grab von Christoph Kolumbus (die Gebeine wurden dann ins Faro a Colón verlegt — wobei auch Sevilla behauptet, die echten Überreste zu haben).

Der Parque Colón vor der Kathedrale ist das touristische Zentrum der Zona Colonial: Tauben, Schuhputzer, Dominospieler, Touristen und eine Bronzestatue von Kolumbus. Abends füllen sich die Restaurants ringsherum.

Eintritt frei. Mo–Sa 9–16:30 Uhr, So nur Messe. Angemessene Kleidung!

Calle Las Damas & Fortaleza Ozama

Calle Las Damas, Zona Colonial
Mo–So 9–17 Uhr
70 DOP (Festung)

★★ Calle Las Damas

Die älteste gepflasterte Straße der Neuen Welt, benannt nach den Hofdamen, die hier im 16. Jahrhundert flanierten. Heute gesäumt von kolonialen Palästen, Museen und Hotels. Hier liegt auch die Casa de Bastidas, die Casa de Ovando (heute Hotel Sofitel) und der Panteón Nacional — ein ehemaliges Jesuitenkloster, das zur nationalen Ruhmeshalle umgebaut wurde (mit ewiger Flamme und Ehrenwache).

★★ Fortaleza Ozama

Die älteste Festung der Neuen Welt (1502), die Jahrhunderte lang den Eingang zum Río Ozama bewachte. Der Torre del Homenaje (Turm der Huldigung) ist der älteste militärische Bau Amerikas. Man kann die Wälle besteigen und hat einen fantastischen Blick über den Fluss und die Hafeneinfahrt. Später wurde die Festung als Gefängnis genutzt — auch unter dem Diktator Trujillo.

Eintritt: 70 DOP. Mo–So 9–17 Uhr.

Weitere Highlights

★★ Museo de las Casas Reales

Im ehemaligen Palast der Gouverneure: Die Geschichte der Kolonialisierung Hispaniolas, von den Taíno über die Eroberung bis zur Kolonialverwaltung. Waffen, Karten, Schiffsmodelle und eine beeindruckende Sonnenuhr aus dem 16. Jahrhundert.

100 DOP. Di–So 9–17 Uhr.

★ Monasterio de San Francisco

Die Ruinen des ersten Klosters Amerikas (1508). Durch Erdbeben und Hurrikane mehrfach zerstört, stehen heute nur noch die atmosphärischen Mauern und Bögen. Abends finden hier manchmal Konzerte und Kulturveranstaltungen statt — unter freiem Himmel zwischen den alten Steinen.

★ Museo del Ámbar

Dominikanischer Bernstein ist weltberühmt — hier erfährst du alles über Entstehung, Abbau und die Unterscheidung von echtem und falschem Bernstein. Berühmtestes Stück: ein Bernstein mit eingeschlossenem Insekt, das an den „Jurassic Park"-Film erinnert (der Bernstein im Film war tatsächlich dominikanisch!).

200 DOP. Mo–Sa 9–18 Uhr. Calle Arzobispo Meriño 452.

★ Calle El Conde

Die Fußgängerzone der Zona Colonial: Souvenirshops, Cafés, Straßenmusikanten. Beginnt am Parque Colón und endet am Parque Independencia (mit dem Mausoleum der Gründerväter Duarte, Sánchez und Mella). Tagsüber touristisch, abends lebendig.

Malecón & modernes Santo Domingo

★★ Malecón (Avenida George Washington)

Die 14 km lange Uferpromenade am Karibischen Meer ist das Wohnzimmer von Santo Domingo. Tagsüber joggen hier Einheimische, abends wird der Malecón zur Party: Rum-Verkäufer mit Musikboxen, Domino-Spieler, Pärchen auf der Mauer, Straßenhändler mit Empanadas. Bei Sonnenuntergang ist die Stimmung magisch.

An der Westseite liegt der Obelisco Macho, bemalt mit farbenfrohen Murals. Entlang des Malecón reihen sich Hotels, Casinos und Clubs aneinander.

Los Tres Ojos (Drei-Augen-Höhle)

Einer der faszinierendsten Orte der Stadt: drei offene Kalksteinhöhlen mit kristallklaren, unterirdischen Seen in verschiedenen Farben (türkis, blau, grün). Man steigt über eine Treppe 15 Meter in die Erde hinab und kann per kleinem Floß zum dritten See übersetzen. Die Taíno nutzten die Höhlen für religiöse Zeremonien.

200 DOP. Täglich 9–17 Uhr. 15 Minuten östlich der Zona Colonial (Taxi 5–8 USD). Der Besuch dauert ca. 1 Stunde.

Faro a Colón (Kolumbus-Leuchtturm)

Dieses kontroverse Monument (1992 eingeweiht zum 500. Jahrestag der Entdeckung) ist ein kreuzförmiges Betongebäude, das nachts einen Lichtstrahl in Form eines Kreuzes in den Himmel wirft. Im Inneren: ein prunkvolles Marmor-Mausoleum mit den (angeblichen) Gebeinen von Christoph Kolumbus, bewacht von uniformierten Soldaten. Drumherum ein Museum mit Exponaten aus jedem Land Amerikas.

Das Bauwerk ist umstritten: Für den Bau wurde ein ganzes Armenviertel abgerissen, der Stromverbrauch der Scheinwerfer war in einem Land mit häufigen Stromausfällen provokant, und Sevilla bestreitet, dass die echten Kolumbus-Gebeine hier liegen.

200 DOP. Di–So 9–17:30 Uhr. 20 Min. östlich der Zona Colonial.

Mercado Modelo

Der größte Markt von Santo Domingo — ein überdachtes Labyrinth aus Ständen mit Souvenirs, Larimar-Schmuck, Bernstein, Rum, Mamajuana-Flaschen, Kunsthandwerk und dominikanischen Gemälden im naiven Stil. Handeln ist Pflicht — starte bei 50% des genannten Preises.

Mo–Sa 9–18 Uhr, So bis 13 Uhr. Ecke Av. Mella / Calle del Monte. Auf Taschendiebe achten!

Nachtleben & Gastronomie

Santo Domingo hat das beste Nachtleben und die beste Restaurantszene der gesamten Karibik — und das ist keine Übertreibung.

Ausgehen in der Zona Colonial

  • Calle Las Atarazanas — Die Party-Meile: Dutzende Bars und Clubs in einer Gasse. La Alpargatería für Cocktails auf der Dachterrasse, Parada 77 für Craft Beer
  • Pat'e Palo — Europäisch-karibisches Gastropub auf der Plaza de España mit Blick auf den Alcázar. Eines der besten Steaks der Stadt
  • El Conde — Abends verwandelt sich die Fußgängerzone in eine Open-Air-Bar mit Merengue-Bands

Modernes Santo Domingo

  • Zona Gastronómica (Piantini/Naco) — Das Viertel der gehobenen Restaurants: Travesías (Fusionsküche), SBG (Santo Domingo Brewing Company für Craft Beer), Jalao (dominikanische Haute Cuisine)
  • Ágora Mall — Einkaufszentrum mit guten Restaurants im Obergeschoss. Für eine A/C-Pause vom tropischen Schwitzen

Tanzen

In der Dominikanischen Republik tanzt jeder — und in Santo Domingo wird es ernst:

  • Merengue: Casa de Teatro (Zona Colonial) für Live-Merengue. Jeden Donnerstag Jam-Session
  • Bachata: Bachata Rosa und diverse Clubs im Malecón-Bereich. Anfänger-freundlich — die Dominikaner zeigen dir die Schritte
  • Reggaetón/Dembow: Jet Set Club und Clubs an der Av. Abraham Lincoln für das junge, laute Santo Domingo

Essen in Santo Domingo

  • Comedor (Volksküche): La Bandera (Nationalflagge: Reis + Bohnen + Fleisch) für 200–300 DOP. Authentisch, günstig, überall
  • Chimichurri-Burger: Nicht zu verwechseln mit argentinischem Chimichurri — das ist ein dominikanischer Burger mit Kohl, Tomaten und einer Spezialsauce. Beste an der Av. George Washington (Malecón)
  • Adrian Tropical: Beliebte Kette am Malecón. Dominikanische Küche auf gehobenem Niveau mit Meerblick. Perfekt für La Bandera, Mofongo oder Tostones

Tipp

Donnerstagabend ist in Santo Domingo der beste Abend zum Ausgehen — mehr als Freitag oder Samstag. Die Zona Colonial füllt sich ab 21 Uhr, und das Publikum ist ein Mix aus Einheimischen, Expats und Touristen.

Stadtrundgang

Zona Colonial zu Fuß

3–4 Stunden 3 km

Ein Rundgang durch die Geschichte der Neuen Welt — von der ersten Kathedrale über den Kolumbuspalast bis zu den ältesten Straßen Amerikas.

1

Parque Colón & Kathedrale

Start am zentralen Platz. Besuch der ersten Kathedrale Amerikas (1512–1540). Kolumbus-Statue bewundern.

30 Min.
2

Calle Las Damas

Die älteste gepflasterte Straße der Neuen Welt entlangspazieren. Panteón Nacional besichtigen (ewige Flamme, Ehrenwache).

20 Min.
3

Fortaleza Ozama

Älteste Festung Amerikas (1502). Auf den Torre del Homenaje steigen für den Blick über den Río Ozama.

40 Min.
4

Alcázar de Colón

Der Palast des Kolumbus-Sohnes Diego. Museum mit Möbeln und Kunst des 15.–16. Jahrhunderts. Terrasse mit Flussblick.

45 Min.
5

Plaza de España

Pause auf dem schönsten Platz der Zona Colonial. Kaffee oder Presidente-Bier in einem der Terrassenrestaurants.

30 Min.
6

Calle El Conde → Parque Independencia

Die Fußgängerzone entlangschlendern bis zum Parque Independencia mit dem Mausoleum der Gründerväter (Duarte, Sánchez, Mella).

30 Min.

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