Der Kroatienkrieg 1991–1992
Das dunkelste Kapitel der jüngeren Geschichte: Als Kroatien 1991 seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärte, griffen serbisch-montenegrinische Truppen Dubrovnik an. Die Belagerung dauerte von Oktober 1991 bis Mai 1992 und schockierte die Welt: Eine UNESCO-Welterbestadt wurde systematisch beschossen.
Die Belagerung
- 6. Dezember 1991: Der schlimmste Tag — über 600 Granaten trafen die Altstadt in einem einzigen Tag. 19 Menschen starben, zahlreiche Gebäude brannten.
- Insgesamt wurden 68% der Gebäude in der Altstadt beschädigt, 9 Gebäude komplett zerstört.
- Die Stromversorgung und Wasserversorgung wurden über Monate unterbrochen.
- Die Stadtmauern, die 500 Jahre lang Angreifer abgehalten hatten, boten auch 1991 Schutz — aber nicht vor Artillerie.
Wiederaufbau
Nach dem Krieg begann ein minutiöser Wiederaufbau, finanziert durch die kroatische Regierung und internationale Spenden (vor allem UNESCO). Die beschädigten Dachziegel wurden durch neue ersetzt — aus der Luft kann man die hellen, neuen Ziegel noch immer von den dunkleren, originalen unterscheiden. Die Restaurierung dauerte über ein Jahrzehnt.
Im Sponza-Palast auf dem Luža-Platz befindet sich heute eine bewegende Ausstellung über die Belagerung: Fotos, Granatsplitter und die Namen der Gefallenen. Ein Besuch ist Pflicht, um Dubrovnik jenseits der Postkartenidylle zu verstehen.
Achtung
Das Fort Imperial auf dem Berg Srđ war im Krieg 1991 ein Schlüsselpunkt der Verteidigung. Das Museum dort dokumentiert die Belagerung aus Sicht der Verteidiger — emotional und wichtig. Eintritt: 5€.