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Regionen · Kapitel 6

Dodekanes

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RegionenKapitel 6: Dodekanes
Regionen · Kapitel 6

Dodekanes

Die sonnenverwöhnten Inseln der östlichen Ägäis — von der mittelalterlichen Kreuzritterstadt Rhodos über das lebhafte Kos bis zum mystischen Patmos. Näher an der Türkei als an Athen, mit einer einzigartigen Mischung aus griechischer, osmanischer und italienischer Kultur.

Die Inseln der Sonne

Dodekanes — der Name bedeutet "zwölf Inseln", obwohl die Inselgruppe in Wirklichkeit aus 15 bewohnten und über 150 weiteren Inseln und Inselchen besteht. Ganz im Südosten Griechenlands gelegen, sind manche Inseln nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt. Von Athen aus fühlen sich die Dodekanes fast wie ein anderes Land an — und das waren sie auch lange: Bis 1947 gehörten sie zu Italien, davor zum Osmanischen Reich, und im Mittelalter regierten hier die Johanniter-Ritter. Diese Schichtung der Kulturen macht die Dodekanes einzigartig in Griechenland.

Die Sonnenbilanz ist beeindruckend: Rhodos zählt über 300 Sonnentage im Jahr und gehört damit zu den sonnigsten Orten Europas. Das Klima ist trockener und wärmer als auf den Kykladen, der Wind weniger brutal. Die Badesaison reicht von Mai bis Oktober, im September hat das Meer noch 25°C.

Die großen Stars sind Rhodos (mit seiner UNESCO-geschützten Kreuzritteraltstadt und endlosen Stränden), Kos (die Geburtsstadt der Medizin, flach wie ein Pfannkuchen und perfekt zum Radfahren) und Patmos (die heilige Insel, auf der Johannes die Offenbarung schrieb). Aber die wahren Entdeckungen liegen jenseits der Hauptinseln: das fotogene Symi mit seinem Bilderbuchhafen, das vulkanische Nisyros mit seinem rauchenden Krater, das stille Tilos und das entlegene Karpathos mit seinen lebendigen Traditionen.

Anreise: Rhodos und Kos haben internationale Flughäfen mit Direktflügen aus Deutschland (Sommer). Alternativ Inlandflüge von Athen (45 Min.) oder Fähre ab Piräus (12–18 Stunden über Nacht). Zwischen den Inseln verkehren regelmäßig Fähren und Schnellboote — Dodekanes Seaways und Blue Star Ferries sind die wichtigsten Anbieter.

Plane mindestens 10–14 Tage ein, wenn du mehr als eine Insel sehen willst. Für Rhodos allein reichen 5–7 Tage, Kos 3–4 Tage, Patmos 2–3 Tage. Die Fährverbindungen sind gut, aber nicht immer täglich — Flexibilität hilft.

Tipp

Die Dodekanes sind ideal für Inselhopping! Ein bewährter Routenvorschlag: Rhodos (4 Nächte) → Symi (2 Nächte) → Kos (3 Nächte) → Tagesausflug Nisyros → Patmos (2 Nächte). Fähren am besten über ferries.gr oder directferries.de buchen, in der Hauptsaison 2–3 Wochen vorher reservieren.

Rhodos

Die viertgrößte griechische Insel (1.401 km²) und das unbestrittene Zentrum der Dodekanes. Rhodos hat alles: eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte der Welt, antike Ruinen, traumhafte Buchten, ein lebhaftes Nachtleben und eine erstaunlich vielfältige Landschaft — von Pinienwäldern im Inneren über Zitrusplantagen im Osten bis zu windgepeitschten Felsen an der Westküste.

Die Insel war in der Antike eine der wichtigsten Handelsmächte des östlichen Mittelmeers. Der Koloss von Rhodos — eines der sieben Weltwunder — stand vermutlich am Eingang des Mandraki-Hafens (auch wenn niemand genau weiß, wie er aussah oder wo genau er stand). Im Mittelalter machten die Johanniter-Ritter (1309–1522) Rhodos zur Hauptfestung der Christenheit gegen das Osmanische Reich und bauten die gewaltige Festungsstadt, die heute zum UNESCO-Welterbe gehört.

Rhodos-Stadt teilt sich in zwei Welten: Die Altstadt innerhalb der Mauern — ein Labyrinth aus mittelalterlichen Gassen, osmanischen Moscheen und versteckten Plätzen — und die moderne Neustadt mit Hotels, Shopping und dem lebhaften Nachtleben rund um die Bar Street. Außerhalb der Stadt locken das weiße Dorf Lindos mit seiner Akropolis, kilometerlange Sandstrände an der Ostküste und das wenig besuchte, bergige Hinterland.

Plane mindestens 5 volle Tage für Rhodos ein: 2 für die Altstadt, 1 für Lindos, 1 für Strände und 1 für das Hinterland oder einen Tagesausflug nach Symi.

Tipp

Die Altstadt von Rhodos ist RIESIG — plane mindestens einen ganzen Tag nur zum Verlaufen in den Gassen. Die meisten Touristen konzentrieren sich auf die Ritterstraße und den Großmeisterpalast. Biege in die Seitengassen ab, besonders Richtung jüdisches Viertel im Südosten — dort findest du die authentischsten Tavernen und schönsten versteckten Plätze.

Rhodos-Stadt Altstadt (UNESCO)★★★

Die Altstadt von Rhodos ist die größte noch bewohnte mittelalterliche Stadt Europas — und eine der am besten erhaltenen der Welt. Seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe, leben und arbeiten hier immer noch rund 6.000 Menschen innerhalb der gewaltigen Festungsmauern, die die Johanniter-Ritter im 14. und 15. Jahrhundert errichteten.

Die Mauern sind 4 km lang, bis zu 12 m dick und stellenweise über 10 m hoch — ein Meisterwerk der Militärarchitektur, das zwei massive osmanische Belagerungen überstand (1480 und 1522). Elf Tore führen in die Stadt hinein, die sich in zwei Hauptbereiche gliedert: das Collachium (das Ritterviertel im Norden mit Ritterstraße, Großmeisterpalast und Hospital) und die Chora (das Bürgerviertel im Süden, mit osmanischen Moscheen, dem jüdischen Viertel und den lebendigsten Plätzen).

Das Schönste an der Altstadt? Die Atmosphäre. In den kopfsteingepflasterten Gassen mischen sich mittelalterliche Steinhäuser mit türkischen Holzbalkonen, byzantinische Kirchen stehen neben Moscheen, und an den kleinen Plätzen sitzen Einheimische und Katzen gleichermaßen in der Sonne. Abends, wenn die Kreuzfahrt-Touristen weg sind, verwandeln sich die Gassen in eine magische Bühne — warmes Laternen-Licht, das Klirren von Gläsern aus versteckten Innenhöfen, der Duft von Jasmin.

Die Ritterstraße (Odos Ippoton) ist die Hauptachse des Collachiums — eine schnurgerade, 200 m lange Kopfsteinpflasterstraße, gesäumt von den "Herbergen" (Residenzen) der verschiedenen Nationalitäten der Ritter: Frankreich, Spanien, Provence, Auvergne, England, Deutschland, Italien. Die Fassaden sind streng, fast schmucklos — hier ging es um Verteidigung, nicht um Dekoration. Am oberen Ende thront der Großmeisterpalast.

Die Altstadt ist frei zugänglich, 24/7. Am besten morgens (8–10 Uhr, bevor die Kreuzfahrtgruppen kommen) oder abends (ab 19 Uhr, wenn die Gassen sich leeren).

Tipp

Lauf die Stadtmauer! Der Wallgang (Moat Walk) entlang der Außenseite ist kostenlos und bietet großartige Perspektiven. Dienstags und samstags kann man auch OBEN auf der Mauer laufen (Start am Großmeisterpalast, 4€) — der Blick über die Altstadt-Dächer und aufs Meer ist sensationell.

Großmeisterpalast★★★

Odos Ippoton, Altstadt, 85100 Rhodos
April–Okt: 8–20 Uhr, Nov–März: 8–15 Uhr, Mo geschlossen
8€ (Erwachsene), Kombi-Ticket 12€

Das imposanteste Gebäude der Altstadt und das Symbol von Rhodos schlechthin. Der Palast der Großmeister des Johanniterordens wurde im 14. Jahrhundert als Festung und Verwaltungssitz erbaut — ein massiver, quadratischer Bau mit runden Ecktürmen, Zinnen und einem prächtigen Innenhof mit Arkaden und antiken Statuen.

Die Geschichte des Gebäudes ist bewegt: Während der osmanischen Herrschaft diente er als Gefängnis und Pferdestall. 1856 explodierte ein Munitionslager im Keller und zerstörte große Teile. Die Italiener (die Rhodos 1912–1947 besetzten) bauten den Palast in den 1930er Jahren als Sommerresidenz für Mussolini und den italienischen König wieder auf — im pseudo-mittelalterlichen Stil, aber mit modernem Komfort. Mussolini nutzte ihn genau zweimal.

Heute beherbergt der Palast ein Museum mit hervorragenden Mosaikböden aus dem 2.–3. Jahrhundert (von der nahegelegenen Insel Kos herbeigeschafft), mittelalterliche Möbel und eine Ausstellung über die Ritterzeit. Besonders eindrucksvoll sind der Große Saal (Bankettsaal mit Bodenmosaik der Medusa) und die Räume mit den hellenistischen Mosaiken — Jagdszenen, Meereswesen und mythologische Darstellungen in erstaunlichen Farben.

Im Untergeschoss befinden sich zwei permanente Ausstellungen: "Das antike Rhodos" und "Mittelalterliches Rhodos" — beide hervorragend kuratiert und ein guter Einstieg in die Inselgeschichte.

Eintritt: 8€ (Erwachsene), 4€ (ermäßigt), unter 18 frei in der Nebensaison. April–Oktober: 8–20 Uhr (letzter Einlass 19:30). November–März: 8–15 Uhr. Montags geschlossen. Audioguide 4€ (empfehlenswert). Kombi-Ticket mit Archäologischem Museum 12€.

Tipp

Das Kombi-Ticket (12€) für Großmeisterpalast + Archäologisches Museum lohnt sich. Beide Museen sind hervorragend. Plane 1,5 Stunden für den Palast ein — die Untergeschoss-Ausstellungen sind überraschend gut.

Mandraki-Hafen

Der antike Handelshafen von Rhodos, direkt nördlich der Altstadt — hier soll einst der legendäre Koloss von Rhodos gestanden haben, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Die Bronze-Statue des Sonnengottes Helios (ca. 33 m hoch) stand vermutlich an der Hafeneinfahrt, bevor ein Erdbeben sie 226 v. Chr. nach nur 54 Jahren zerstörte. Heute markieren zwei schlankere Symbole die Einfahrt: ein Hirsch und eine Hirschkuh auf Steinsäulen — die Wappentiere von Rhodos.

Der Hafen selbst ist malerisch: Reihen von Segelbooten und Yachten, dahinter drei steinerne Windmühlen aus der Ritterzeit (einst zum Mahlen von Getreide für die Schiffe), und am Ende der Mole die Festung Agios Nikolaos mit dem gleichnamigen Leuchtturm. Im Hafen legen die Ausflugsboote nach Symi, Lindos und in die Türkei ab.

Entlang der Hafenpromenade reihen sich Cafes und Restaurants aneinander — touristisch, aber der Sonnenuntergang-Blick über den Hafen mit den Windmühlen im Gegenlicht ist wunderschön. Das Nea Agora (Neuer Markt), ein Art-deco-Gebäude aus der italienischen Zeit am Hafenende, beherbergt kleine Shops und ein paar Tavernen.

Direkt hinter dem Hafen liegt der Eleftherias-Platz (Freiheitsplatz) mit der italienischen Gouverneursresidenz, dem Nationaltheater und dem eindrucksvollen Murad-Reis-Moschee-Komplex mit seinem kleinen osmanischen Friedhof unter Palmen.

Lindos★★

Lindos, 85107 Rhodos
April–Okt: 8–19:30 Uhr, Nov–März: 8–14:30 Uhr, Mo geschlossen
12€ (Erwachsene)

47 km südlich von Rhodos-Stadt liegt Lindos — und der erste Blick vom Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes ist einer dieser Momente, für die man nach Griechenland reist. Ein weißes Dorf aus kubischen Häusern, das sich an einen Felsen schmiegt, darüber eine antike Akropolis auf einer 116 m hohen Klippe, und zu Füßen die hufeisenförmige St. Paul's Bay mit türkisem Wasser — einer der fotogensten Orte ganz Griechenlands.

Lindos war in der Antike eine der drei mächtigen Stadtstaaten von Rhodos (zusammen mit Kamiros und Ialysos) und ein bedeutendes Handelszentrum. Der Aufstieg zur Akropolis (ca. 15 Minuten bergauf, oder per Esel für 7€ one-way) führt durch die Gassen des Dorfes, vorbei an den berühmten "Kapitänshäusern" aus dem 16.–17. Jahrhundert mit ihren kunstvoll verzierten Innenhöfen (einige als Museen zugänglich).

Oben angekommen erwartet dich ein antiker Tempel der Athena Lindia (4. Jh. v. Chr.) auf einer Terrasse, eine hellenistische Stoa, eine byzantinische Kirche und eine Johanniter-Festung — alles übereinander geschichtet, Jahrtausende auf engstem Raum. Der Ausblick in alle Richtungen ist atemberaubend.

★★★ St. Paul's Bay

Direkt unterhalb der Akropolis-Südseite liegt diese fast geschlossene Bucht — laut Legende landete hier der Apostel Paulus 51 n. Chr. Das Wasser ist glasklar und ruhig (die Bucht ist natürlich geschützt), der Strand winzig aber perfekt. Im Sommer voll, aber immer schön. Am besten früh morgens oder abends kommen.

Akropolis-Eintritt: 12€ (Erwachsene), 6€ (ermäßigt), unter 18 frei. April–Oktober: 8–19:30 Uhr. November–März: 8–14:30 Uhr. Montags geschlossen. Kein Schatten oben — Sonnenschutz und Wasser mitnehmen!

Tipp

Komm FRÜH (8 Uhr Öffnung) oder SPÄT (ab 17 Uhr). Zwischen 10 und 16 Uhr ist Lindos brutal voll mit Tagesausflüglern. Die Hitze oben auf der Akropolis ist im Sommer mörderisch — mindestens 1 Liter Wasser pro Person mitnehmen. Die Esel-Option bergauf klingt lustig, aber die Tiere sind oft überlastet; besser zu Fuß.

Strände auf Rhodos

Rhodos hat über 40 Strände, verteilt auf 220 km Küstenlinie. Grundregel: Die Ostküste ist ruhiger (weniger Wind) und hat die besseren Sandstrände — ideal zum Baden und für Familien. Die Westküste ist windiger und welliger — perfekt zum Surfen und Kitesurfen. Im Inneren der Insel gibt es Bergwälder mit Wanderwegen.

★★★ Tsambika Beach

DER Sandstrand von Rhodos und einer der schönsten Strände der Dodekanes. 800 Meter feiner, goldener Sand an einer weiten Bucht, flach abfallendes, kristallklares Wasser — perfekt für Familien. Sonnenschirm und Liegen ca. 8€/Set, dazu ein paar Beach-Bars. Kein Ort in der Nähe, also relativ naturbelassen. Benannt nach dem kleinen Kloster Panagia Tsambika auf dem Hügel darüber (Aufstieg 300 Stufen, toller Blick).

26 km südlich von Rhodos-Stadt an der Ostküste. Parkplatz 3€. Bus ab Rhodos-Stadt ca. 40 Min.

★★ Anthony Quinn Bay

Diese kleine, fjordartige Felsbucht wurde nach dem Schauspieler benannt, der hier während der Dreharbeiten zu "Die Kanonen von Navarone" (1961) Land kaufte (das später von der Regierung zurückgefordert wurde). Smaragdgrünes Wasser zwischen dramatischen Felsen, umgeben von Pinien. Hervorragend zum Schnorcheln — bunte Fische, Seeigel, gelegentlich Oktopusse. Aber Vorsicht: Der "Strand" ist felsig mit ein paar kleinen Kiesflächen, Badeschuhe sind Pflicht.

Ladiko, 15 km südlich von Rhodos-Stadt. Kann im Sommer extrem voll werden. Am besten vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr.

★★ Prasonisi

Die Südspitze von Rhodos — und ein Paradies für Windsurfer und Kitesurfer. Eine Landzunge verbindet die Hauptinsel mit einer kleinen vorgelagerten Insel, und der Wind pfeift hier fast immer. Auf der einen Seite flaches, windstilles Wasser (Ägäis-Seite), auf der anderen die volle Windkraft (Mittelmeer-Seite). Mehrere Surf-Schulen und Verleiher vor Ort. Auch als Naturschauspiel beeindruckend — bei Flut wird die Landzunge überspült.

92 km südlich von Rhodos-Stadt (ca. 1,5 Std. Fahrt). Surf-Kurse ab ca. 60€/3 Stunden. Campingmöglichkeiten in der Nähe.

Faliraki Beach

Der bekannteste (und kommerziellste) Strand von Rhodos. 5 km Sandstrand mit allem Drum und Dran: Wassersport, Beach-Bars, Liegestühle (ab 6€/Set). Die Nordseite ist lebhaft (Bars, Clubs), die Südseite ruhiger. Direkt am Party-Ort Faliraki — wer Ruhe sucht, ist hier falsch. Aber der Strand selbst ist objektiv sehr gut: feiner Sand, klares Wasser, Blaue Flagge.

Agathi Beach

Kleiner, naturbelassener Sandstrand nahe Haraki, 38 km südlich. Goldener Sand, flaches Wasser, wenig Infrastruktur — nur eine Taverne. Die Alternative zu Tsambika, wenn man weniger Trubel will. Neben dem Strand die Ruine der Kreuzritter-Burg Feraklos.

Tal der Schmetterlinge (Petaloudes)

Petaloudes, 85106 Rhodos
Täglich 8–18 Uhr (Sommer)
5€ (Juni–Sept)

Von Juni bis September versammeln sich Millionen von Panaxia-Faltern (Spanische Flagge) in diesem bewaldeten Tal 26 km südwestlich von Rhodos-Stadt. Die Schmetterlinge werden vom Harz der Amberbäume (Liquidambar orientalis) angezogen und bedecken die Baumstämme in dichten Trauben — ein surreales Schauspiel. Im Ruhezustand sind sie braun-beige und gut getarnt; erst wenn sie auffliegen, zeigen sie ihre leuchtend orange-roten Hinterflügel.

Das Tal selbst ist ein angenehmer, schattiger Spaziergang (ca. 1 km bergauf) entlang eines Baches mit kleinen Wasserfällen und hölzernen Brücken. Am oberen Ende ein kleines Naturkunde-Museum und ein Kloster (Panagia Kalopetra) mit schönem Blick.

Wichtig: Die Schmetterlings-Population ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen — teilweise durch Touristen, die klatschen und Lärm machen, um die Tiere zum Auffliegen zu bringen. Das stresst die Tiere und kostet sie lebenswichtige Energie. Bitte leise sein und die Schmetterlinge nicht aufscheuchen!

Eintritt: 5€ (Juni–September), 3€ (Nebensaison). Täglich 8–18 Uhr (Sommer). Komme morgens — weniger Leute, aktivere Schmetterlinge. Am eindrucksvollsten Ende Juli/August.

Achtung

Die Schmetterlingspopulation im Tal nimmt ab. Bitte NICHT klatschen, nicht laut sein und keine Blitzfotos machen — das schadet den Tieren. Genieße das Schauspiel in Ruhe!

Essen & Trinken

Rhodos hat eine hervorragende Gastro-Szene, die weit über die typische Taverne hinausgeht. In der Altstadt findest du Restaurants in mittelalterlichen Gewölben und osmanischen Gärten, in Lindos schicke Rooftop-Bars, und an den Dorfplätzen im Hinterland Tavernen, wo die Yiayia (Großmutter) noch selbst kocht. Die rhodische Küche mischt griechische Grundlagen mit Einflüssen aus der Ägäis und der Türkei.

Wichtig: Die Altstadt ist zweigeteilt. Entlang der Touristenachse Sokratous-Straße sind die meisten Restaurants mittelmäßig und überteuert. Die Geheimtipps liegen in den Seitengassen, besonders im südlichen Teil der Altstadt (Judenviertel) und rund um den Platia Arionos.

Marco Polo Mansion

Eines der schönsten Restaurant-Settings in ganz Griechenland: Ein osmanisches Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert mit einem paradiesischen Innenhof-Garten unter Bougainvillea und Jasmin. Die Küche ist kreativ-mediterran mit rhodischen Akzenten — Lammkleftiko mit Kräutern, gegrillter Oktopus, hausgemachte Pasta mit Meeresfrüchten. Weinliste mit exzellenten rhodischen und Dodekanes-Weinen.

Reservierung PFLICHT, besonders für den Garten. Hauptgerichte 18–32€. Agiou Fanouriou 42, Altstadt.

Marco Polo Mansion€€€
Agiou Fanouriou 42, Altstadt, 85100 Rhodos
+30 22410 25562

Das romantischste Restaurant der Altstadt — in einem aufwändig restaurierten osmanischen Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert. Der Innenhof-Garten unter jahrhundertealten Bäumen, Bougainvillea und sanfter Beleuchtung ist wie eine Zeitreise. Die Zimmer im Obergeschoss kann man auch als Boutique-Hotel buchen.

Die Küche ist anspruchsvoll, aber nicht abgehoben: Lammkleftiko im Tontopf, gegrillter Schwertfisch mit Kapern-Salsa, rhodische Pasta mit Shrimps, und als Dessert Galaktoboureko mit rhodischem Honig. Die Weinliste zeigt, was die Dodekanes können: Athiri und Mandilaria von CAIR, der ältesten Weinkellerei der Insel.

Reservierung unbedingt empfohlen, im Sommer 2–3 Tage vorher. Hauptgerichte 18–32€, Vorspeisen 8–14€. Agiou Fanouriou 42, Altstadt.

To Marouli€€
Sofocleous 76, Altstadt, 85100 Rhodos

Eine erfrischende Überraschung in der Altstadt: kreative vegetarische und vegane Küche auf griechischer Basis. Der Koch verwendet lokale, saisonale Zutaten und interpretiert griechische Klassiker neu — Fava-Püree mit karamellisierten Zwiebeln und Kapern, Gemüse-Moussaka, gefüllte Weinblätter mit Wildkräutern, gegrillte Aubergine mit Walnuss-Tahini.

Das kleine Lokal im ruhigen Südteil der Altstadt hat nur wenige Tische drinnen und draußen — gemütlich, persönlich, kein Touristenladen. Auch für Nicht-Vegetarier ein Erlebnis. Selbstgemachte Limonaden und rhodische Naturweine.

Hauptgerichte 10–16€, Vorspeisen 6–9€. Abends reservieren. Sofocleous 76, Altstadt.

Ta Kardasia
Aristotelous 11, Altstadt, 85100 Rhodos

Authentische griechische Taverne abseits der Touristenströme, versteckt in einer Seitengasse im Südteil der Altstadt. Hier essen die Einheimischen — und das merkt man an den Preisen und der Qualität. Klassische Mezedes: Tzatziki, Saganaki (gebratener Käse), Dolmadakia, gegrilltes Fleisch vom Holzkohlegrill. Die Portionen sind riesig.

Das Ambiente ist schlicht — Plastiktischdecken, hölzerne Stühle auf dem Kopfsteinpflaster, ein Fernseher mit griechischem Fußball — aber genau das macht den Charme aus. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Altstadt. Der Wirt spricht wenig Englisch, umso mehr Herzlichkeit.

Hauptgerichte 7–12€, Mezedes 3–6€. Nur Bargeld! Aristotelous 11, Altstadt.

Übernachten

Rhodos bietet Unterkünfte für jedes Budget, von Backpacker-Hostels bis zu Boutique-Hotels in mittelalterlichen Ritterpalästen. Die spannendsten Optionen liegen in der Altstadt — hier schläft man in historischen Gebäuden mit Gewölbedecken, Innenhöfen und dem Gefühl, in einer anderen Epoche aufzuwachen. Außerhalb der Mauern gibt es Strandresorts entlang der Ostküste und familienfreundliche All-Inclusive-Anlagen rund um Faliraki und Kolymbia.

Budget: Stay Hostel
Pythagora 16, Altstadt, 85100 Rhodos

Das einzige echte Hostel in der Altstadt — und eines der besten in ganz Griechenland. Saubere, modern eingerichtete Dorms (4–8 Betten, ab 18€/Nacht) und Privatzimmer (ab 55€), dazu eine fantastische Dachterrasse mit Blick über die Altstadt-Dächer und den Großmeisterpalast. Gemeinschaftsküche, Waschmaschine, organisierte Bar-Crawls und Ausflüge. Perfekte Lage mitten in der Altstadt, 2 Minuten zur Ritterstraße.

Pythagora 16, Altstadt. Buchung über Hostelworld oder direkt. Wi-Fi gut, Frühstück 5€ extra.

Mittelklasse: Spirit of the Knights€€
Alexandridou 14, Altstadt, 85100 Rhodos
DZ ab 90€/Nacht

Atmosphärisches Boutique-Hotel in einem restaurierten mittelalterlichen Gebäude aus dem 13. Jahrhundert — Gewölbedecken, Steinwände, antike Möbel, aber mit modernem Komfort (Klimaanlage, gute Betten, schicke Bäder). 6 individuell gestaltete Zimmer, jedes mit eigenem Charakter. Der Innenhof mit Brunnen und Bougainvillea ist ein Traum. Erstklassiges Frühstück mit lokalen Produkten.

DZ ab 90–140€/Nacht je nach Saison. Alexandridou 14, Altstadt. Unbedingt vorher buchen — nur 6 Zimmer!

Mittelklasse: In Camera Art Boutique Hotel€€
Sofokleous, Altstadt, 85100 Rhodos
DZ ab 80€/Nacht

Ein liebevoll renoviertes Haus im jüdischen Viertel der Altstadt, mit Kunstwerken an den Wänden und einer ruhigen, erwachsenen Atmosphäre. 10 Zimmer mit hohen Decken, Designmöbeln und Vintage-Akzenten. Die Lage ist perfekt: ruhig, aber nur Gehminuten von Restaurants und Sehenswürdigkeiten entfernt. Tolles Frühstück auf der Terrasse.

DZ ab 80–130€/Nacht. Sofokleous Str., Altstadt. Kinder unter 12 nicht erlaubt (Adults-only Konzept).

Luxus: Kokkini Porta Rossa€€€
Kissthonos, Altstadt, 85100 Rhodos
Suite ab 200€/Nacht

Das beste Boutique-Hotel der Altstadt — in einem spektakulär restaurierten Komplex aus drei mittelalterlichen Gebäuden mit eigenem Hamam-Spa. Nur 5 Suiten, jede ein Kunstwerk mit Gewölbedecken, Naturstein, handgefertigten Möbeln und modernem Luxus. Die "Grand Master Suite" hat einen eigenen Whirlpool und Blick auf den Palast. Persönlicher Concierge, Gourmet-Frühstück, privater Innenhof-Garten.

Suiten ab 200–400€/Nacht. Reservierung Monate im Voraus nötig. Nur 5 Suiten. Kissthonos, Altstadt.

Nachtleben

Rhodos hat das lebhafteste Nachtleben der Dodekanes — und eines der intensivsten in ganz Griechenland. Die Szene konzentriert sich auf zwei Bereiche:

Orfanidou Street ("Bar Street")

Die legendäre Partymeile in der Neustadt — eine komplette Straße voller Bars, Clubs und Shotbars, die von Mai bis Oktober jede Nacht voll ist. Hier feiert ein internationales Publikum (viel britisch, skandinavisch) zu allem von House über Pop bis Schlager. Die Action beginnt ab 23 Uhr und geht bis 5 Uhr morgens. Eintritt meist frei, Drinks 5–8€.

Empfehlungen: Colorado Club (größter Club, drei Floors, Live-Acts), Paradiso Beach Club (Pool-Party-Vibe, Elli Beach), Sfinx Cocktail Bar (entspannter, gute Cocktails). Wer griechisches Nachtleben will: Privilege (griechische Musik, Einheimische).

Altstadt bei Nacht

Für alle, die es kultivierter mögen: Die Altstadt verwandelt sich abends in eine magische Kulisse. Kleine Cocktailbars in mittelalterlichen Gewölben, Jazzclubs in Kellerräumen, Rooftop-Bars mit Blick auf den beleuchteten Palast. Deutlich atmosphärischer als die Bar Street, aber auch ruhiger.

Tipps: Macao Bar (Cocktails im Steingewölbe, Agiou Fanouriou), Ronda (Rooftop mit Altstadt-Panorama), Café Chantant (Jazz und Blues in historischem Ambiente).

Kos

Die drittgrößte Dodekanes-Insel (290 km²) ist das Gegenstück zu Rhodos: kleiner, entspannter, flacher und grüner. Kos ist vor allem als Geburtsort des Hippokrates bekannt — des Vaters der modernen Medizin — und als eine der fahrradfreundlichsten Inseln Griechenlands. Das Terrain ist überwiegend flach (nur im Südosten erhebt sich der Dikeos auf 846 m), was die Insel zum Radfahrer-Paradies macht.

Kos-Stadt überrascht mit einer Mischung aus antiken griechischen Ruinen, einer Johanniter-Festung, osmanischen Moscheen und italienischen Art-deco-Gebäuden — alles auf engstem Raum. Außerhalb der Stadt locken endlose Sandstrände, das Asklepieion (die antike Heilstätte des Hippokrates) und kleine Bergdörfer mit authentischen Tavernen.

Die Insel zieht ein jüngeres, sportliches Publikum an — Radfahrer, Surfer, Partygänger — aber auch Familien finden hier perfekte Bedingungen. Die Preise liegen unter denen von Rhodos, die Atmosphäre ist lockerer. Als Tagesausflug lohnt die Vulkaninsel Nisyros (50 Min. per Fähre), und auch Bodrum in der Türkei ist nur 20 Minuten entfernt.

Plane 3–4 Tage ein: 1 Tag Kos-Stadt + Asklepieion, 1 Tag Strände, 1 Tag Radtour oder Nisyros-Ausflug.

Tipp

Kos ist die flachste Dodekanes-Insel — perfekt zum Radfahren! Überall Verleiher, ~5€/Tag. Die Strecke Kos-Stadt → Tigaki Beach (12 km) ist komplett flach und führt durch Salinen, wo man Flamingos sehen kann.

Kos-Stadt

Die Inselhauptstadt (19.000 Einwohner) ist ein faszinierendes Durcheinander von 2.500 Jahren Geschichte. Ein Erdbeben 1933 (während der italienischen Besatzung) zerstörte große Teile der Stadt — die anschließenden Ausgrabungen legten eine riesige antike Agora frei, die heute als Open-Air-Archäologiepark mitten in der Stadt liegt.

Am Hafen dominiert die massive Johanniterfestung Neratzia (14.–15. Jh.), verbunden mit dem Festland durch eine antike Brücke. Direkt daneben steht die berühmte Platane des Hippokrates — ein gewaltiger, über 500 Jahre alter Baum (nicht die originale aus dem 5. Jh. v. Chr., aber trotzdem beeindruckend), unter dem der Vater der Medizin angeblich seine Schüler unterrichtet haben soll. Der Baumstamm hat einen Umfang von 12 Metern und wird von einem Gerüst gestützt.

Hinter dem Hafen die Defterdar-Moschee (18. Jh.) am lebhaften Eleftherias-Platz — der soziale Mittelpunkt der Stadt mit Cafes unter Palmen. Südlich davon beginnt das Viertel mit dem Casa Romana (rekonstruierte römische Villa mit Mosaiken, 4€) und der antiken Agora.

Festung Neratzia

Die mächtige Kreuzritterfestung am Hafen wurde von den Johannitern im 14. und 15. Jahrhundert in zwei Bauphasen errichtet — teilweise mit Steinen der antiken Agora und des Asklepieions. Beeindruckende Mauern, Türme und ein Wassergraben. Innen wenig Ausstellung, aber der Blick vom Turm über den Hafen und zur türkischen Küste lohnt sich.

4€. Dienstag–Sonntag 8–20 Uhr (Sommer), 8–15 Uhr (Winter). Montags geschlossen.

Asklepieion★★

Asklepieion, 85300 Kos
April–Okt: 8–20 Uhr, Nov–März: 8–15 Uhr, Mo geschlossen
8€ (Erwachsene)

4 km südwestlich von Kos-Stadt liegt die bedeutendste archäologische Stätte der Insel — und eine der wichtigsten der antiken Medizingeschichte. Das Asklepieion war ein Heilzentrum, geweiht dem Gott der Heilkunst Asklepios, und die Schule des Hippokrates. Hier wurden ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. Kranke behandelt, Ärzte ausgebildet und medizinische Forschung betrieben.

Die Anlage erstreckt sich über drei Terrassen an einem Berghang mit spektakulärem Blick auf Kos-Stadt und die türkische Küste:

  • Unterste Terrasse: Römische Thermen und Patientenunterkünfte. Hier wurden die Kranken behandelt — mit Kräutermedizin, Diäten, Bädern und dem Schlaf im heiligen Bezirk (die Götter sendeten heilende Träume).
  • Mittlere Terrasse: Altäre und ein kleiner Tempel des Asklepios (4. Jh. v. Chr.). Hier fanden die religiösen Zeremonien statt.
  • Oberste Terrasse: Der große dorische Asklepios-Tempel (2. Jh. v. Chr.) — seine Säulen wurden teilweise wieder aufgerichtet und sind von weitem sichtbar. Daneben eine monumentale Freitreppe und ein heiliger Hain aus Zypressen.

Die Panoramaaussicht von der obersten Terrasse ist grandios: Kos-Stadt, der Hafen, das Meer und im Hintergrund die Berge der türkischen Halbinsel Bodrum. Hippokrates wusste, wo er seine Schule bauen musste.

Eintritt: 8€ (Erwachsene), 4€ (ermäßigt), unter 18 frei. April–Oktober: 8–20 Uhr. November–März: 8–15 Uhr. Montags geschlossen. Wenig Schatten — Sonnenschutz mitnehmen! Per Rad oder Auto erreichbar, auch ein Touristenzüglein fährt ab Kos-Stadt (3€ one-way).

Tipp

Fahre mit dem Fahrrad zum Asklepieion — es sind nur 4 km und die letzte Steigung ist moderat. Der Rückweg bergab mit dem Panorama vor dir ist herrlich. Im kleinen Olivenhain vor dem Eingang gibt es einen Trinkwasserbrunnen.

Strände auf Kos

★★ Paradise Beach (Bubble Beach)

Der berühmteste Strand von Kos — und der Name ist kein Marketing-Versprechen. An der südwestlichen Spitze der Insel, nahe Kefalos, erstreckt sich ein langer, weißer Sandstrand mit türkisem Wasser und einer Besonderheit: An einigen Stellen steigen natürliche Gasblasen aus dem Meeresboden auf (vulkanische Aktivität!). Die Blasen sind ungefährlich und fühlen sich lustig an. Beach-Bar vor Ort, Liegen ab 6€/Set.

Südwestliche Inselspitze, ca. 40 km von Kos-Stadt. Bus oder Auto.

★★ Tigaki Beach

10 km langer, flacher Sandstrand an der Nordküste — das familienfreundlichste Ziel auf Kos. Goldener Sand, sanft abfallendes, seichtes Wasser, einige Beach-Bars und Tavernen, aber nie überlaufen. Per Rad von Kos-Stadt aus erreichbar (12 km, komplett flach). Entlang der Straße Salinen, in denen man von März bis Mai Flamingos beobachten kann!

12 km westlich von Kos-Stadt. Radweg vorhanden. Liegen 6€/Set.

Thermalquelle Embros Therme

Ein einzigartiges Badeerlebnis: Am Strand von Agios Fokas (8 km südöstlich von Kos-Stadt) sprudelt heißes, schwefelhaltiges Thermalwasser direkt aus den Felsen ins Meer. Ein natürlicher Pool zwischen den Felsen, wo sich das heiße Quellwasser (bis 50°C!) mit dem kühlen Meerwasser mischt. Kostenlos, aber es riecht nach Schwefel. Die Mineralien sollen gut für Haut und Gelenke sein.

Frei zugänglich, 24/7. Am angenehmsten morgens oder abends. 8 km südöstlich von Kos-Stadt, per Rad oder Auto.

Marmari Beach

Langer Sandstrand an der Nordküste, bekannt als Top-Spot für Windsurfen und Kitesurfen. Mehrere Surf-Schulen vor Ort. Auch ohne Board schön — weitläufig, nie zu voll, guter Sand.

Tagesausflug: Nisyros

Fähre ~12€ return, Krater 3€

Die kleine Insel Nisyros (41 km²) ist eine der beeindruckendsten Dodekanes-Inseln — und sie schlummert wörtlich auf einem aktiven Vulkan. Nur 50 Minuten per Fähre von Kos entfernt, erwartet dich eine Landschaft wie von einem anderen Planeten.

Der Vulkankrater Stefanos im Zentrum der Insel (Durchmesser 260 m) ist das Highlight. Man kann hinabsteigen und über den Kraterboden laufen — er bebt leicht unter den Füßen, überall zischen heiße Schwefel-Fumarolen aus Spalten, der Boden ist schwefelgelb und heiß. Ein surreales, fast apokalyptisches Erlebnis. Letzter größerer Ausbruch: 1888. Vulkanologen überwachen die Aktivität ständig — der Vulkan gilt als "ruhend", nicht erloschen.

Neben dem Krater lohnt das Bilderbuchdorf Mandraki (Inselhauptstadt): Weiß-blaue Häuser, eine Johanniter-Burg, das Kloster Panagia Spiliani (in einer Höhle über dem Dorf), und hervorragende Tavernen an der Hafenpromenade. Das verlassene Dorf Nikia am Kraterrand bietet einen atemberaubenden Blick in den Schlund.

Fähre ab Kardamena/Kos: ca. 50 Min., ~12€ return. Organisierte Tagesausflüge ab Kos ~25€ inkl. Transfer zum Krater. Kratereintritt: 3€. Am besten mit eigener Anreise und mehr Zeit — die organisierten Touren rasen durch.

Achtung

Im Vulkankrater feste Schuhe tragen — der Boden ist stellenweise heiß! Keine Flip-Flops. Wasser mitnehmen, kein Schatten. Nicht die markierten Wege verlassen — der Boden kann an manchen Stellen einbrechen.

Patmos

Die "Heilige Insel" — so nennt ganz Griechenland diese kleine (34 km²), stille Insel im Norden der Dodekanes. Hier schrieb der Apostel Johannes im Jahr 95 n. Chr. die Offenbarung (Apokalypse), das letzte Buch der Bibel, in einer Felsgrotte über dem Hafen. Die Grotte und das darüber erbaute Johanneskloster gehören seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Aber Patmos ist weit mehr als ein Pilgerziel. Die Insel hat eine ganz besondere Atmosphäre — spirituell, aber nicht fromm; ruhig, aber nicht langweilig; exklusiv, aber nicht protzig. In den letzten Jahren hat sich eine diskreten Szene aus Künstlern, Intellektuellen und wohlhabenden Athenern hier niedergelassen, die den besonderen Geist der Insel schätzen.

Die Architektur ist schlicht und schön: Die Chora von Patmos (Inselhauptstadt, 150 m über dem Meer) gilt als eine der schönsten und besterhaltenen der Ägäis — weiße, verschachtelte Häuser um die massive Klosterfestung, autofreie Gassen, windstille Innenhöfe mit Bougainvillea. Darunter der kleine Hafen Skala mit ein paar Cafes, Boutiquen und Fähranlegern.

Plane 2–3 Tage ein: 1 Tag für Kloster, Grotte und Chora, 1–2 Tage für Strände und die meditative Langsamkeit der Insel.

Achtung

Patmos ist eine heilige Insel — dezente Kleidung beim Klosterbesuch! Knie und Schultern bedeckt. Im Kloster kein lautes Reden, kein Blitzlicht. In der Apokalypse-Grotte ist Fotografieren verboten.

Johanneskloster (UNESCO)★★★

Chora, 85500 Patmos
Täglich 8–13:30 Uhr, Di/Do/Sa auch 16–18 Uhr
Schatzkammer 6€

Das Kloster des Heiligen Johannes des Theologen thront wie eine Festung auf dem höchsten Punkt der Insel — und genau das ist es auch. Gegründet 1088 vom seligen Christodoulos, der vom byzantinischen Kaiser Alexios I. die gesamte Insel geschenkt bekam, wurde das Kloster als Wehrkloster gebaut: Dicke Mauern, Wehrtürme und ein einziger, schmaler Eingang. Es musste Piraten, Türken und Venezianer überstehen — und tat es.

Innen verbirgt sich eine Welt aus Kapellen, Fresken, Arkaden und verborgenen Innenhöfen. Die Hauptkirche (Katholikon) enthält wunderschöne byzantinische Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Die Schatzkammer ist ein kleines Museum von Weltrang: illuminierte Handschriften aus dem 5.–6. Jahrhundert, ein Fragment des Markus-Evangeliums (6. Jh.), eine Bulle von Kaiser Alexios I., Ikonen aus dem 11. Jahrhundert und liturgische Gewänder mit Goldfäden.

Auch ohne religiöses Interesse ist das Kloster beeindruckend — die Dachterrasse bietet einen 360°-Blick über die gesamte Insel, die umliegenden Inseln und die türkische Küste. An klaren Tagen sieht man bis Naxos.

Täglich 8–13:30 Uhr, zusätzlich Di/Do/Sa 16–18 Uhr. Schatzkammer 6€. Bescheidene Kleidung (lange Hosen/Röcke, bedeckte Schultern). Kein Blitzlicht in der Kirche.

Tipp

Komme zur Öffnung um 8 Uhr — dann hast du das Kloster fast für dich allein. Die Nachmittagsöffnung (nur Di/Do/Sa) ist weniger bekannt und daher ruhiger. Die Schatzkammer nicht auslassen — die Handschriften sind atemberaubend!

Apokalypse-Grotte (UNESCO)★★★

Zwischen Skala und Chora, 85500 Patmos
Täglich 8–13:30 Uhr, Di/Do/Sa auch 16–18 Uhr
Frei

Auf halbem Weg zwischen Skala und der Chora liegt die Grotte der Apokalypse (Spilaio Apokalypseos) — der Ort, an dem der Apostel Johannes im Jahr 95 n. Chr. seine göttlichen Visionen empfangen und die Offenbarung diktiert haben soll. Für Christen weltweit einer der heiligsten Orte überhaupt.

Die Grotte ist in eine kleine Kapelle integriert — silberne Markierungen zeigen die Stelle, wo Johannes sein Haupt zum Schlafen gelegt haben soll (eine Mulde im Felsen), den Felsspalt, durch den die Stimme Gottes zu ihm sprach, und den Stein, auf dem sein Schüler Prochoros die Worte niederschrieb.

Der Raum ist klein, dunkel und voller Emotion. Unabhängig von religiöser Überzeugung — die Atmosphäre ist intensiv. Ikonostase, Kerzenflackern, der Geruch von Weihrauch, und die Stille. Manche Besucher sind sichtbar bewegt.

Täglich 8–13:30 Uhr, Di/Do/Sa auch 16–18 Uhr. Freier Eintritt. Fotografieren VERBOTEN (wird streng durchgesetzt). Bescheidene Kleidung. Zu Fuß von Skala 15 Min. bergauf, von Chora 10 Min. bergab.

Chora von Patmos

Die Chora von Patmos ist eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Siedlungen der Ägäis. Schneeweise Häuser mit blau oder braun gestrichenen Fenstern und Türen, verschlungene autofreie Gassen, blühende Innenhöfe hinter schweren Holztüren, und über allem die massive Silhouette des Johannesklosters.

Anders als auf vielen Kykladen-Inseln ist die Chora von Patmos keine polierte Postkarte, sondern ein lebendiger Ort. Hier wohnen griechische Familien, Priester huschen durch die Gassen, Katzen faulenzen auf Fensterbänken, und in versteckten Tavernen wird Ziegenfleisch vom Holzofen serviert. Die Herrenhäuser der wohlhabenden Familien (16.–17. Jh.) sind architektonische Juwelen mit bemalten Innenwänden, Mosaikböden und möblierten Terrassen — einige kann man nach Vereinbarung besichtigen (beim Kloster fragen).

Der Platia (Hauptplatz) bietet einen atemberaubenden Panoramablick über beide Küsten der Insel. Abends, wenn die Tagestouristen weg sind, wird es still — nur das Läuten der Klosterglocken, der Wind und das Murmeln aus den Tavernen. Das ist der Moment, für den man nach Patmos kommt.

Zu Fuß von Skala ca. 30 Minuten bergauf (steiler Pflasterweg, aber malerisch). Oder Bus/Taxi. Oben kaum Parkmöglichkeiten.

Tipp

Der Spaziergang von Skala hoch zur Chora ist steil, aber wunderschön — besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht golden wird. Unterwegs kommst du an der Apokalypse-Grotte vorbei. Plane 45 Minuten ein und nimm Wasser mit.

Strände auf Patmos

★★ Psili Ammos

Der beste Strand der Insel — und einer der schönsten der nördlichen Dodekanes. "Feiner Sand" bedeutet der Name, und er hält, was er verspricht: goldener, weicher Sand an einer geschützten Bucht mit kristallklarem, türkisem Wasser. Nur über einen 20-minütigen Fußweg (oder per Boot von Skala) erreichbar — die kleine Anstrengung hält die Massen fern. Eine Taverne am Strand.

Südöstlich der Insel. Zu Fuß ab der Straße Grikos-Diakofti ca. 20 Min. (Abstieg, auf dem Rückweg bergauf!). Oder Wassertaxi ab Skala.

Lambi Beach

Ganz im Norden der Insel gelegen, ist Lambi berühmt für seine bunten Kieselsteine — in Rot, Orange, Grau und Schwarz, teilweise vulkanischen Ursprungs. Kein klassischer Badestrand, aber ein faszinierender Naturort. Das Wasser ist kristallklar und gut zum Schnorcheln. Keine Infrastruktur, nur Natur.

Nordspitze der Insel, per Auto oder Roller erreichbar. Schatten gibt es kaum — Sonnenschirm mitnehmen.

Kambos Beach

Der zugänglichste Strand der Insel, nur 6 km nördlich von Skala. Sandstrand mit Kieseln, ein paar Tavernen, Liegen vorhanden. Beliebt bei Familien. Per Bus oder Rad erreichbar.

Grikos Bay

Geschützte Bucht an der Ostküste, 4 km südlich von Skala. Ruhig, ein paar Hotels und Tavernen. Der vorgelagerte Felsen Kallikatsou (erreichbar durch flaches Wasser) ist ein Kletterziel mit Höhlen und alten Einsiedler-Grotten.

Symi

Symi ist der Geheimtipp der Dodekanes — eine kleine Insel (58 km²) nur 25 km nördlich von Rhodos, die mit einem der fotogensten Häfen im gesamten Mittelmeer aufwartet. Wenn dein Boot in die Bucht von Gialos einfährt, siehst du, was alle meinen: Hunderte neoklassische Häuser in Ocker, Terrakotta, Pastellgelb, Rosa und Sandstein, die sich amphitheatralisch an steilen Hängen hochziehen, dazu eine Handvoll Kirchen, Windmühlen und ein Uhrenturm — alles gespiegelt im stillen Hafenwasser.

Symi war im 19. Jahrhundert eine der wohlhabendsten Inseln der Ägäis — dank des Schwammtauchens. Die prächtigen Herrenhäuser der Schwammhändler säumen noch heute den Hafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg (die Kapitulation der Dodekanes-Italiener wurde 1945 auf Symi unterzeichnet) und dem Ende des Schwammhandels verarmte die Insel und die Bevölkerung schrumpfte von 23.000 auf unter 3.000. Heute erleben viele Häuser dank sanftem Tourismus eine Renaissance.

Die meisten Besucher kommen als Tagesausflügler von Rhodos (1 Stunde, ~15€ return) — sie überfluten den Hafen von 10 bis 16 Uhr und verschwinden dann. Wer für mindestens eine Nacht bleibt, erlebt das wahre Symi: den leeren Hafen bei Sonnenuntergang, das Plätschern des Wassers, den Geruch von gegrilltem Fisch aus den Tavernen, und eine Stille, die man in Rhodos nie findet.

Tipp

Symi ist DER Geheimtipp der Dodekanes. Komm für mindestens eine Nacht statt nur den Tagesausflug — abends, wenn die Boote weg sind, gehört der Hafen dir. Die 500 Kali-Strata-Stufen hoch nach Chora bei Sonnenuntergang sind unvergesslich.

Gialos (Hafenstadt)★★★

Der Hafen von Symi ist einfach umwerfend — einer dieser Orte, die auf Fotos schon unwirklich schön aussehen und in der Realität noch besser sind. Die Bucht ist tief und natürlich geschützt, das Wasser spiegelglatt, und ringsum staffeln sich die neoklassischen Häuser in einem perfekten Amphitheater aus warmen Farben.

Die Architektur ist einzigartig in Griechenland: Statt der üblichen kubisch-weißen Kykladen-Ästhetik zeigt Gialos venezianisch-italienischen Stil — symmetrische Fassaden mit Pilastern, Gesimsen und schmiedeeisernen Balkonen, dreistöckig, mit Ziegeldächern. Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz, und die gesamte Hafenfront ist eine der am besten erhaltenen neoklassischen Ensembles in der Ägäis.

Am Hafenkai reihen sich Tavernen mit Terrassen direkt am Wasser aneinander — die Qualität ist durchweg gut (die Tagesausflügler sorgen für Konkurrenz). Probiere unbedingt die lokale Spezialität: kleine Symi-Shrimps (winzig, süß, in Knoblauch und Olivenöl — sensationell). Entlang der Uferpromenade kleine Boutiquen, ein Schwammgeschäft und die Werft, wo traditionelle Holzboote gebaut und repariert werden.

Vom Hafen führen die 500 Stufen der Kali Strata (der "Guten Treppe") hinauf nach Chora — der oberen Stadt mit der Festung und den schönsten Panoramablicken. Der Aufstieg dauert 15–20 Minuten und ist besonders bei Sonnenuntergang magisch: die Häuser leuchten golden, das Meer glitzert, und Symi zeigt sich von seiner besten Seite.

Tipp

Die Kali-Strata-Stufen bei Sonnenuntergang hochzusteigen ist ein MUSS. Oben in Chora einen Ouzo mit Meerblick trinken, dann im Dunkeln wieder hinunter — die Stufen sind beleuchtet und die Atmosphäre märchenhaft. Festes Schuhwerk empfohlen.

Kloster Panormitis

Panormitis, 85600 Symi
Täglich 8–13 und 16–18 Uhr
Frei (Spende)

An der abgelegenen Südwestküste von Symi liegt das Kloster des Erzengels Michael Panormitis — der Schutzpatron der Insel und einer der meistverehrten Heiligen der Dodekanes. Das imposante Kloster (18. Jh.) mit seinem barocken Glockenturm (dem höchsten der Dodekanes!) liegt direkt an einer stillen Bucht, umgeben von Pinien und Bergen.

Die Hauptkirche beherbergt eine silberverzierte Ikone des Erzengels Michael (angeblich wundertätig) und ein faszinierendes kleines Museum mit Votivgaben: Flaschen, die Gläubige mit Gebeten und Geldscheinen ins Meer geworfen haben und die (angeblich immer!) in der Bucht des Klosters angespült werden. Dazu Marine-Fundstücke, historische Dokumente und Kirchenkunst.

Die Atmosphäre ist friedlich und authentisch — wenige Touristen verirren sich hierher (die meisten bleiben in Gialos). Im Kloster gibt es einfache Gästezimmer (ca. 15€/Nacht, spartanisch aber sauber) und ein kleines Cafe.

Frei (Spende willkommen). Täglich 8–13 Uhr und 16–18 Uhr. Per Boot ab Gialos (50 Min.) oder über eine kurvige, aber landschaftlich spektakuläre Straße per Auto/Roller (20 Min.).

Strände auf Symi

Symi hat keine großen Sandstrände — die Küste ist felsig und steil. Dafür gibt es wunderschöne kleine Kiesbuchten mit kristallklarem Wasser, die oft nur per Boot erreichbar sind. Das macht sie exklusiv und naturbelassen.

★★ Nos Beach

Der zugänglichste Strand — nur 15 Gehminuten vom Hafen. Kiesstrand in einer geschützten Bucht, klares Wasser, eine Beach-Bar und ein Restaurant. Populär, aber nie überfüllt (außer wenn ein Tagesausflugsboot anlegt).

★★ Agios Georgios (St. George Beach)

Eine der schönsten Buchten der Dodekanes — nur per Boot erreichbar. Smaragdgrünes Wasser in einer fjordartigen Bucht, umgeben von hohen Klippen. Kein Sand, sondern glatte Felsen zum Liegen. Eine Taverne serviert frischen Fisch. Wassertaxi ab Gialos (ca. 8€ one-way, 15 Min.).

Marathounda Bay

Ruhige Kiesbucht an der Westseite, per Boot oder über einen Wanderweg erreichbar. Warm und windgeschützt. Nur eine einfache Taverne — perfekt zum Abschalten.

Nanou Bay

Noch abgelegener: Eine tiefe, geschützte Bucht mit Kiesstrand und unglaublich klarem Wasser. Nur per Wassertaxi oder nach einer 45-minütigen Wanderung erreichbar. Keine Infrastruktur — Wasser und Snacks selbst mitbringen.

Tipp

Organisiere ein Wassertaxi-"Hopping" ab Gialos: Für ca. 20–25€ pro Person bringt dich ein Boot morgens zu einer entlegenen Bucht und holt dich nachmittags wieder ab. Die Bootsfahrer kennen die besten Schnorchelstellen!

Tagesausflug ab Rhodos

Symi ist der beliebteste Tagesausflug ab Rhodos — und zurecht. Die Überfahrt mit dem Schnellboot dauert nur 1 Stunde (mit der normalen Fähre 1:45), und die Einfahrt in die Bucht von Gialos ist einer der schönsten Momente einer Griechenland-Reise.

Typischer Tagesausflug-Ablauf: Abfahrt 9 Uhr ab Mandraki-Hafen Rhodos → 10 Uhr Ankunft Gialos → 2,5 Stunden Freizeit in Gialos (Hafen erkunden, Kali Strata hochsteigen, Schwimmen, Mittagessen) → Weiterfahrt zum Kloster Panormitis (30 Min.) → 1 Stunde Klosterbesuch → Rückfahrt nach Rhodos, Ankunft ca. 18 Uhr.

Die organisierten Ausflüge kosten ~25–35€ pro Person (Boot + optionaler Guide, ohne Mittagessen). Günstiger und flexibler ist die reguläre Fähre: Dodekanisos Seaways fährt 1–2x täglich, ~15€ return. Damit kannst du dein eigenes Tempo bestimmen und — unsere dringende Empfehlung — eine Nacht auf Symi bleiben.

Tickets: Dodekanisos Seaways (12go.asia oder am Hafen). In der Hochsaison (Juli/August) vorher buchen! Schnellboot 1 Std., normale Fähre 1:45. Abfahrt Mandraki-Hafen, Rhodos.

Praktische Infos

Die Dodekanes sind dank guter Fähr- und Flugverbindungen eine der am besten erschlossenen Inselgruppen Griechenlands. Trotzdem gilt: Flexibilität ist König. Fähren fallen bei starkem Wind (Meltemi, besonders Juli/August) schon mal aus, und die kleinen Inseln haben weniger Verbindungen als die großen.

Fährverbindungen

Die Fähre ist das Haupttransportmittel zwischen den Dodekanes-Inseln. Zwei Hauptanbieter:

  • Blue Star Ferries: Große, moderne Autofähren auf der Route Piräus → Dodekanes (über Nacht, ca. 12–18 Stunden). Kabinen verfügbar.
  • Dodekanisos Seaways: Schnelle Katamarane zwischen den Inseln (kürzer, teurer, keine Autos).

Wichtige Verbindungen

StreckeDauerPreis (ca.)Frequenz
Piräus → Rhodos13–18 Std.45–65€Täglich (über Nacht)
Piräus → Kos10–12 Std.40–55€Täglich
Rhodos → Kos2,5 Std.20–30€1–2x täglich
Rhodos → Symi1 Std.12–18€1–2x täglich
Kos → Patmos2,5 Std.22–30€3–5x/Woche
Kos → Nisyros50 Min.10–14€3–5x/Woche
Rhodos → Karpathos4,5 Std.25–35€3–5x/Woche
Kos → Kalymnos30 Min.6–10€Täglich (mehrfach)

Preise sind Richtwerte für Deck-Tickets (Sommer 2025). Kabinen auf Nachtfähren ca. 60–120€ extra. Tickets: ferries.gr, directferries.de oder am Hafen.

Tipp

In der Hochsaison (Juli/August) Fähren 2–3 Tage vorher online buchen — besonders die Schnellboote von Dodekanisos Seaways sind schnell ausgebucht. Bei starkem Meltemi-Wind (besonders Ende Juli/Anfang August) können Fähren ausfallen — plane Puffertage ein, besonders wenn du einen Rückflug erwischen musst.

Flüge

Zwei Inseln haben internationale Flughäfen mit Direktverbindungen aus Deutschland:

Rhodos (RHO) — Diagoras International Airport

Einer der größten Inselflughäfen Griechenlands. Direktflüge von Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln u.a. — saisonal (April–Oktober) mit Eurowings, Condor, Ryanair, Corendon, Sundair, TUI fly. Flugzeit 2,5–3 Stunden. Preise: ab 80€ one-way (Frühbucher).

Inlandsflüge: Täglich von/nach Athen (50 Min., Aegean/Olympic, ab 50€), Thessaloniki (1 Std.), Kreta (1 Std.), Kos (30 Min.).

Kos (KGS) — Hippokrates Airport

Direktflüge von Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin u.a. — saisonal (Mai–Oktober) mit Eurowings, Condor, Ryanair, TUI fly. Flugzeit 2,5–3 Stunden.

Inlandsflüge: Täglich von/nach Athen (50 Min., Aegean/Olympic).

Kleinere Flughäfen

Karpathos (AOK) und Leros (LRS) haben kleine Flughäfen mit Verbindungen nach Athen. Astypalea hat ebenfalls einen Miniflughafen (Propellermaschinen!). Patmos hat keinen Flughafen — Anreise per Fähre ab Kos (2,5 Std.) oder Piräus (8 Std. mit Schnellboot).

Tagesausflug Türkei

Die Dodekanes liegen so nah an der Türkei, dass Tagesausflüge problemlos möglich sind — und sehr beliebt:

Marmaris ab Rhodos

Die türkische Küstenstadt Marmaris liegt nur 40 km von Rhodos entfernt. Schnellboot-Transfer 50 Minuten, organisierte Ausflüge ab 30€ inkl. Transfer. Typisch: Shopping auf dem Basar, Bootstour, Hamam-Besuch. Die Preise in der Türkei sind deutlich niedriger als in Griechenland — Lederwaren, Gewürze, Textilien und Goldschmuck sind beliebte Einkäufe.

Täglich Mai–Oktober, Abfahrt 9 Uhr ab Rhodos, Rückkehr 18 Uhr. Reisepass PFLICHT (auch EU-Bürger!). Visum: Deutsche, Österreicher und Schweizer können ohne Visum bis 90 Tage in die Türkei. Boot buchen: Triton Holidays, Marmaris Feribot.

Bodrum ab Kos

Das elegante Bodrum — das "Saint-Tropez der Türkei" — ist nur 20 Minuten per Fähre von Kos entfernt. Bodrum hat eine beeindruckende Kreuzritterburg (die Johanniter bauten sie im 15. Jh. mit Steinen vom Mausoleum, einem der antiken Weltwunder!), einen lebhaften Basar, hervorragende Restaurants und ein legendäres Nachtleben. Deutlich mondäner als Marmaris.

Mehrmals täglich, ~20€ return. Reisepass PFLICHT. Ab Kos-Hafen, Tickets am Hafen oder online. Bodrum Ferryboat Association (bodrumferryboat.com).

Achtung

Für den Türkei-Ausflug unbedingt den REISEPASS mitnehmen — der Personalausweis reicht seit 2024 für die Türkei NICHT mehr! Auch Kinder brauchen eigene Reisepässe. Am besten vorher prüfen, ob der Pass noch mindestens 6 Monate gültig ist.

Stadtrundgang

Mittelalter-Rundgang Rhodos-Altstadt

3 Stunden 3,5 km

Ein Rundgang durch 2.500 Jahre Geschichte — von den Kreuzrittern über die Osmanen bis zur italienischen Besatzung. Durch das UNESCO-Welterbe der größten bewohnten mittelalterlichen Stadt Europas, vorbei an Ritterpalästen, Moscheen, versteckten Plätzen und dem lebendigen jüdischen Viertel.

1

Freiheitstor (Pyli Eleftherias)

Start am nördlichsten Tor der Altstadt, direkt am Mandraki-Hafen. Das Tor wurde 1924 von den Italienern in die Mauer gebrochen. Rechts siehst du sofort die gewaltigen Festungsmauern — bis zu 12 Meter dick! Betrete die Altstadt und spüre den Temperaturwechsel: drinnen ist es immer ein paar Grad kühler.

10 Min.
2

Platia Symi (Platz der Ruinen)

Gleich hinter dem Tor öffnet sich ein weiter Platz mit den Überresten des antiken Aphrodite-Tempels (3. Jh. v. Chr.) und mittelalterlichen Gebäuden. Hier stehen Antike und Mittelalter buchstäblich nebeneinander. Im Archäologischen Museum nebenan (ehemaliges Johanniter-Hospital) die bedeutende Sammlung rhodischer Kunst und die Aphrodite-Statue sehen.

20 Min.
3

Ritterstraße (Odos Ippoton)

DIE Straße der Altstadt — die am besten erhaltene mittelalterliche Straße Europas. 200 Meter schnurgerader Kopfsteinpflaster, gesäumt von den "Herbergen" der sieben Zungen (Nationalitäten) der Johanniter: links die Herberge Frankreichs (die prächtigste), rechts Spanien und Provence. Stell dir die Ritter in voller Rüstung vor, die hier zum Großmeisterpalast marschierten.

15 Min.
4

Großmeisterpalast

Am oberen Ende der Ritterstraße thront der mächtigste Bau der Altstadt. Die Fassade mit ihren Rundtürmen ist wehrhaft und einschüchternd — so sollte es sein. Falls noch nicht besucht, plane 1–1,5 Stunden für das Innere ein (hellenistische Mosaiken, Rittersäle, Untergeschoss-Ausstellungen). Mindestens aber den Innenhof mit seinen antiken Statuen und Arkaden ansehen (im Ticketpreis inbegriffen).

45–90 Min.
5

Uhrenturm (Roloi)

Vom Palast südwestlich durch enge Gassen zum Uhrenturm aus osmanischer Zeit (Mitte 19. Jh.). Für 6€ kann man hinaufsteigen — der Blick über das Dächermeer der Altstadt, die Moscheen-Minarette und das Meer im Hintergrund ist fantastisch. Im Preis ist ein Getränk in der Bar oben enthalten.

20 Min.
6

Süleyman-Moschee

Wenige Schritte weiter die rosa-rote Kuppelmoschee — die größte der Altstadt, erbaut nach der osmanischen Eroberung 1522 zu Ehren Süleymans des Prächtigen. Leider nicht immer zugänglich, aber die Außenansicht mit dem Minarett und der Kuppel ist eindrucksvoll. Daneben die türkische Bibliothek (1794) mit seltenen Handschriften und Koranen.

10 Min.
7

Jüdisches Viertel & Platia Martyron

Weiter südöstlich durch die ruhigsten und schönsten Gassen der Altstadt ins ehemalige jüdische Viertel. Am Platia Martyron (Platz der Märtyrer) erinnert ein Seahorse-Brunnen und Gedenktafeln an die 1.673 rhodischen Juden, die 1944 von den Nazis deportiert und in Auschwitz ermordet wurden. Die Synagoge Kahal Shalom (gegründet 1577, älteste in Griechenland) kann besichtigt werden — ein bewegendes kleines Museum.

20 Min.
8

Hafentor & Kommerzialhafen

Durch das Seetor (Marine Gate) hinaus zum alten Kommerzialhafen mit Blick auf die Festungsmauer vom Meer aus. Hier siehst du die gewaltige Dimension der Befestigung am besten — der Graben, die Türme, die Schießscharten. Entlang der Hafenpromenade zurück zum Mandraki-Hafen oder direkt in eine der Tavernen am Wasser. Du hast es dir verdient!

15 Min.

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