Ionische Inseln
Die Ionischen Inseln entdecken
Die Ionischen Inseln (griechisch: Eptanisa, die "Sieben Inseln") sind Griechenlands grünes Gegengewicht zur kargen Kykladen-Ästhetik. Sieben Hauptinseln — Korfu, Zakynthos, Kefalonia, Lefkada, Ithaka, Paxi und Kythira — reihen sich entlang der griechischen Westküste auf, geschützt vor den trockenen Meltemi-Winden der Ägäis und gesegnet mit deutlich mehr Niederschlag. Das Ergebnis: dichte Zypressenwälder, Olivenhaine bis ans Meer, üppiges Grün selbst im Hochsommer und eine Vegetation, die eher an Süditalien als an die typischen griechischen Inseln erinnert.
Was die Ionischen Inseln von allen anderen griechischen Inselgruppen unterscheidet, ist ihre Geschichte. Während der Rest Griechenlands jahrhundertelang unter osmanischer Herrschaft stand, gehörten die Ionischen Inseln der Republik Venedig (1386–1797). Danach kamen kurz die Franzosen, dann die Briten, und erst 1864 wurden sie mit Griechenland vereinigt. Diese venezianische Vergangenheit prägt alles: die Architektur mit ihren Arkaden und Glockentürmen, die Küche mit Pasta und Sofrito, die Musik mit italienisch beeinflussten Kantaden, und sogar den Dialekt.
Jede Insel hat ihren eigenen Charakter:
- Korfu — Die kosmopolitische Königin mit UNESCO-Altstadt und venezianischem Flair
- Zakynthos — Dramatische Klippen, der berühmteste Strand Griechenlands und Meeresschildkröten
- Kefalonia — Die größte Ionische Insel mit Myrtos Beach und magischen Höhlen
- Lefkada — Karibik-Strände und per Brücke erreichbar
- Ithaka — Homers Heimat, klein, ruhig und zeitlos
- Paxi — Winzig, autofrei an vielen Stellen, mit spektakulären Meeresklippen
- Kythira — Geografisch isoliert, zwischen Peloponnes und Kreta, wild und ursprünglich
Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, wobei der Frühling (Mai/Juni) besonders schön ist — alles blüht, die Temperaturen sind angenehm (22–28°C), und die Strände noch nicht überfüllt. Juli/August sind heiß (bis 35°C) und voll, September/Oktober bieten warmes Meer (24–26°C) und weniger Touristen.
Tipp
Die Ionischen Inseln sind perfekt für Inselhopping per Fähre. Kefalonia, Ithaka und Lefkada liegen nah beieinander und lassen sich in 10–14 Tagen wunderbar kombinieren. Korfu und Zakynthos sind eher Einzelziele.
Korfu★★★
Korfu (Kerkyra) ist die zweitgrößte Ionische Insel, die kosmopolitischste und die mit der reichsten Geschichte. 592 km² Fläche, 100.000 Einwohner, eine UNESCO-Welterbe-Altstadt, venezianische Festungen, britische Paläste, französische Eleganz — und dazwischen Strände, die von karibischem Türkis bis zu dramatischen Felsenbuchten reichen.
Korfu war immer die mondänste der griechischen Inseln. Die britische Königsfamilie verbrachte hier Sommer (Prinz Philip wurde 1921 in Mon Repos geboren), Kaiserin Sisi baute sich den Achilleion-Palast, und die venezianische Oberschicht hinterließ eine Altstadt, die in ihrer Eleganz einzigartig in Griechenland ist. Gerald Durrell schrieb hier "Meine Familie und andere Tiere" — ein Buch, das die Insel weltberühmt machte.
Die Insel hat zwei sehr verschiedene Gesichter: den kultivierten Norden und Osten mit eleganten Buchten, Villen und guten Restaurants, und den touristischeren Süden mit Pauschaltourismus (besonders Kavos). Der Nordwesten um Paleokastritsa gehört zu den schönsten Küstenlandschaften Griechenlands überhaupt.
Plane mindestens 5–7 Tage für Korfu ein. Die Insel ist groß genug, um nie Langeweile aufkommen zu lassen, und ein Mietwagen ist dringend empfohlen — die öffentlichen Busse fahren zwar regelmäßig, decken aber nicht alles ab.
Korfu-Stadt (Kerkyra)★★★
Die Altstadt von Korfu ist seit 2007 UNESCO-Welterbe — und das völlig zu Recht. Keine andere griechische Stadt sieht so aus: venezianische Gassen (Kantounia) so eng, dass man die Wäscheleinen zwischen den Häusern berühren könnte, französische Arkaden an der Liston-Promenade, britische Palastarchitektur und überall die warmen Ockertöne der venezianischen Fassaden.
Das Herz der Altstadt ist der Spianada-Platz (Esplanade) — mit 40.000 m² der größte Platz Griechenlands und einer der größten Europas. Auf der Westseite die Liston-Arkaden, eine elegante Reihe von Cafés unter französischen Bögen, die der Rue de Rivoli in Paris nachempfunden wurden. Die Briten fügten den Kricketplatz hinzu, auf dem tatsächlich noch heute Cricket gespielt wird — ein surrealer Anblick im griechischen Mittelmeer.
Schlendere durch die Gassen der Altstadt (Campiello-Viertel im Norden, Kofineta im Süden) und lass dich treiben. Jede Ecke birgt eine kleine Kirche, ein verstecktes Café oder einen Blick aufs Meer. Die Agios Spyridon-Kirche beherbergt die sterblichen Überreste des Inselheiligen in einem silbernen Sarkophag — vier Mal im Jahr wird er in einer farbenfrohen Prozession durch die Stadt getragen.
Besuche den Antivouniotissa-Palast (heute Museum für byzantinische und postbyzantinische Kunst, 4€) und die Agios Iasonas & Sosipatros-Kirche (12. Jh., eine der ältesten der Insel). Der Alte Hafen (Mandraki) bietet abends eine fantastische Kulisse für einen Aperitif mit Blick auf die beleuchtete Alte Festung.
Tipp für den Stadtbummel: Starte an der Alten Festung, laufe über den Spianada zur Liston, dann in die Gassen des Campiello hinein, zur Agios Spyridon-Kirche, und zum Neuen Hafen. Dauer: 2–3 Stunden ohne Museen.
Tipp
Korfu-Stadt hat die beste italienisch-griechische Fusionsküche. Probiere Sofrito (Kalbfleisch in Knoblauch-Weißwein-Sauce) und Pastitsada (Hahn in Tomatensauce mit Pasta) — beides einzigartig auf den Ionischen Inseln!
Alte Festung & Neue Festung★★
★★★ Alte Festung (Palaio Frourio)
Die Alte Festung thront auf einer felsigen Halbinsel östlich der Altstadt, durch einen künstlichen Kanal (Contrafossa) vom Festland getrennt. Ursprünglich byzantinisch (6. Jh.), wurde sie von den Venezianern massiv ausgebaut und war ein Grund, warum Korfu als einzige griechische Insel nie von den Osmanen erobert wurde.
Der Aufstieg zum höchsten Punkt ist steil, aber die Panorama-Aussicht über die Altstadt, das Festland und die albanische Küste ist atemberaubend. Im Inneren die anglikanische St.-George-Kirche (dorischer Stil, von den Briten erbaut — sieht aus wie ein griechischer Tempel), Kasernen und Gefängnisse. Im Sommer finden Sound-and-Light-Shows statt.
6€ (Kombiticket mit Neuem Fort: 10€). April–Oktober: 8–20 Uhr. November–März: 8:30–15:30.
★★ Neue Festung (Neo Frourio)
Die Neue Festung (1576–1645) steht am Nordwestrand der Altstadt und ist trotz des Namens nur 30 Jahre jünger als die Alte. Weniger besucht, dafür atmosphärischer: verwinkelte Gänge, unterirdische Tunnel, und ein Dach-Café mit grandiosem Blick über den Hafen. Die Festung beherbergt auch eine kleine Keramik-Ausstellung und wechselnde Kunstinstallationen.
4€ (oder 10€ Kombiticket). Gleiche Zeiten wie Alte Festung. Das Dach-Café hat oft bessere Preise als die Liston-Cafés unten.
Achilleion-Palast★★
Der Achilleion ist Kaiserin Elisabeths (Sissis) Sommerpalast, 10 km südlich von Korfu-Stadt im Dorf Gastouri gelegen. Die melancholische österreichische Kaiserin ließ ihn 1890–1892 als Flucht vor dem Wiener Hof erbauen — ein pompöser neoklassizistischer Palast mit einem Garten voller griechischer Götterstatuen, geweiht ihrem Lieblingshelden Achilles.
Die Gartenanlage ist das Highlight: terrassenförmig angelegt mit Blick über die Ostküste Korfus, gesäumt von Statuen der neun Musen, Hermes, und als Krönung die "Sterbender Achilles"-Statue im Obergeschoss und der triumphale "Siegreicher Achilles" (11 m hoch!) am höchsten Punkt — letzterer wurde von Kaiser Wilhelm II. aufgestellt, der den Palast nach Sissis Ermordung 1898 kaufte.
Im Inneren: Sissis Privatkapelle, ihr Schreibzimmer mit Blick aufs Meer, ein opulentes Treppenhaus mit einem Gemälde von Achilles' Triumph über Hektor, und Wilhelms protziger Thronsaal. Das Museum erzählt die Geschichte beider exzentrischen Bewohner — und der Kontrast zwischen Sissis romantischer Antiken-Schwärmerei und Wilhelms militärischem Größenwahn ist faszinierend.
Eintritt: 10€ (Erwachsene), 5€ (ermäßigt). April–Oktober: 8–19:30 Uhr. November–März: 8:30–15:30. Audioguide 3€ (lohnt sich für die Hintergrundgeschichten).
Tipp
Der Garten ist am schönsten morgens, wenn das Licht die Statuen golden leuchten lässt und die Reisebusse noch nicht da sind. Ab 11 Uhr wird es voll. Komme am besten zur Öffnung um 8 Uhr.
Mon Repos★
Der Mon-Repos-Palast liegt in einem wunderschönen Park auf der Halbinsel Kanoni, 2 km südlich der Altstadt. Erbaut 1831 vom britischen Hochkommissar Sir Frederick Adam als Sommerresidenz, wurde er später der griechischen Königsfamilie übergeben. Hier wurde am 10. Juni 1921 Prinz Philip, Duke of Edinburgh (der spätere Ehemann von Königin Elizabeth II.) geboren — ein Fakt, den die Griechen mit einer Mischung aus Stolz und Amüsement erzählen.
Der Palast beherbergt heute das Museum der Palaiopolis (3€) mit archäologischen Funden von Korfu. Spannender als das Museum ist allerdings der Park selbst: 258 Hektar üppiger Vegetation mit alten Zypressen, Wanderwegen zu den Ruinen des dorischen Tempels der Hera (6. Jh. v. Chr.) und des Tempels der Artemis. Der Spaziergang durch den Park zur Küste hinunter dauert etwa 45 Minuten und ist einer der schönsten Stadtspaziergänge Korfus.
Park: frei, täglich 8–19 Uhr. Museum: 3€, Di–So 8:30–15:30.
Der Nordosten: Kassiopi & Albanien-Blick
Die Nordostküste Korfus ist die Seite der ruhigen Eleganz. Hier blickt man über den schmalen Kanal nach Albanien — an der engsten Stelle nur 2 km entfernt. Die Berge des albanischen Festlands bilden eine dramatische Kulisse, besonders bei Sonnenuntergang.
Kassiopi
Das ehemalige Fischerdorf (1.200 Einwohner) am Nordostkap ist heute ein gehobener kleiner Ferienort, der seinen Charme bewahrt hat. Ein hufeisenförmiger Hafen mit Fischerbooten und Tavernen, darüber die Ruine einer byzantinischen Burg (13. Jh.) mit Blick über die Straße von Korfu nach Albanien. Nero soll hier gesungen haben, Cicero war zu Besuch, und Tiberius hatte eine Villa in der Nähe.
Strände: Bataria Beach (klein, felsig, kristallklar, direkt am Ortsrand) und Kalamionas Beach (Kiesel, ruhiger, östlich des Ortes).
Agios Stefanos (Nordost)
Nicht verwechseln mit Agios Stefanos im Nordwesten! Dieses winzige Dorf besteht aus einer Handvoll Tavernen am Wasser und einer Bootsanlegestelle. Die Aussicht auf Albanien ist hier am schönsten — bei klarem Wetter sieht man die Minarette von Saranda. Bootstouren nach Albanien starten hier (Tagesausflug nach Saranda/Butrint: ab 35€).
Kalami & Kouloura
Kalami ist das Dorf, in dem die Durrell-Familie in den 1930ern lebte — das Weiße Haus (heute Restaurant und Ferienwohnung) am Strand ist weltberühmt aus Gerald Durrells Büchern und der ITV-Serie "The Durrells". Die Taverne im Erdgeschoss serviert frischen Fisch mit Meerblick — kitschig-touristisch, aber die Lage ist tatsächlich magisch.
Direkt nebenan liegt Kouloura — Korfus fotogenster kleiner Hafen. Ein halbes Dutzend Fischerboote, eine Taverne, Zypressen, kristallklares Wasser. Das war's. Perfekt.
Tipp
Die Küstenstraße von Korfu-Stadt nach Kassiopi (ca. 35 km) ist eine der schönsten Panoramafahrten der Insel. Plane 1,5 Stunden statt der üblichen 45 Minuten ein — du wirst ständig anhalten wollen.
Der Nordwesten: Paleokastritsa★★★
Paleokastritsa ist Korfus spektakulärster Küstenabschnitt und einer der schönsten Orte ganz Griechenlands. Sechs türkisfarbene Buchten schmiegen sich an steile, dicht bewaldete Klippen — das Wasser hat Farben, die man normalerweise nur mit Photoshop bekommt: smaragdgrün, türkis, kobaltblau, manchmal alles in derselben Bucht.
Der Legende nach ist Paleokastritsa das Land der Phäaken aus Homers Odyssee, wo Odysseus nach seinem Schiffbruch an Land gespült wurde und Prinzessin Nausikaa ihm das Herz rettete. Ob Homer recht hatte, weiß niemand — aber die Kulisse ist episch genug für jede Heldensage.
★★★ Die Buchten
Die Hauptbucht (Agios Spyridon) hat den größten Sandstrand mit Liegestühlen, Tavernen und dem Bootsverleih. Aber die wahre Magie liegt in den versteckten Buchten, die nur per Boot erreichbar sind: La Grotta Beach (winzige Felsbucht mit Sprungplattformen und einer in den Fels gehauenen Bar), Ampelaki Bay und die Blauen Höhlen — Meeresgrotten, in denen das Licht das Wasser unwirklich blau leuchten lässt.
Bootsverleih: Ab 20€/Stunde für ein kleines Motorboot (kein Führerschein nötig, 30 PS). Das ist die beste Art, Paleokastritsa zu erleben — einfach von Bucht zu Bucht tuckern, in einsamen Buchten ankern, ins kristallklare Wasser springen. Ganzer Tag ca. 80–100€ inkl. Benzin.
★★ Kloster Theotokos
Auf der Landzunge über der Hauptbucht thront das Kloster der Jungfrau Maria (gegründet 1225, heutiger Bau aus dem 17./18. Jh.). Ein paar Mönche leben noch hier. Im Inneren ein kleines Museum mit byzantinischen Ikonen und ein Innenhof mit Bougainvillea. Aber der wahre Grund für den Besuch ist die Aussicht von der Terrasse — eine der besten Korfus.
Frei (angemessene Kleidung: Knie und Schultern bedeckt, Tücher am Eingang). 7–13 Uhr und 15–20 Uhr (Mittagspause!).
Angelokastro
Die Ruine der byzantinischen Festung Angelokastro (13. Jh.) sitzt auf dem höchsten Punkt über Paleokastritsa — ein 30-minütiger steiler Aufstieg, der mit einem 360°-Panorama über die gesamte Westküste belohnt wird. An klaren Tagen sieht man bis nach Italien. Die Burg war die letzte Zuflucht der Korfioten bei osmanischen Angriffen und wurde nie eingenommen.
3€. April–Oktober: 8:30–15:30. Der Weg ist steil und steinig — festes Schuhwerk!
Tipp
Komme morgens früh (vor 10 Uhr) oder am späten Nachmittag (nach 16 Uhr). Zwischen 11 und 15 Uhr schieben sich die Reisebusse durch — Paleokastritsa ist Korfus meistbesuchte Attraktion. Für den Bootsverleih am besten unter der Woche.
Westküste: Strände
★★ Glyfada Beach
Korfus bester organisierter Sandstrand an der Westküste. Goldener Sand, imposante Sandsteinklippen als Kulisse, klares Wasser mit guten Wellen zum Bodyboarden. Liegestühle (8–10€/Set), Beach Bars, Wassersport. Im Sommer lebendig, aber nicht so überlaufen wie die Ostküsten-Strände. Die Sonnenuntergänge hier sind legendär.
Myrtiotissa Beach
Korfus offizieller FKK-Strand — und laut Lawrence Durrell "vielleicht der schönste Strand der Welt". Eingezwängt zwischen hohen grünen Klippen, mit goldenem Sand und kristallklarem Wasser. Die steile Zufahrt (Schotterweg, dann Treppenstufen) hält die Massen fern. Keine Infrastruktur — Wasser und Essen mitbringen. Auch für Nicht-FKK-Gänger einer der schönsten Strände der Insel (der südliche Abschnitt ist textilfreundlich).
Ermones Beach
Geschützte Bucht am Fuß eines dicht bewaldeten Tals. Der Strand selbst ist Kies, aber die Umgebung ist üppig grün. Manche Forscher vermuten hier den Strand aus der Odyssee, an dem Nausikaa Odysseus fand. Golfplatz (18-Loch) direkt oberhalb.
Agios Gordios
Langer, breiter Sandstrand an der Südwestküste mit dem markanten Ortholithi-Felsen im Meer. Entspannter als Glyfada, familienfreundlich, mit ein paar Tavernen am Strand. Das berühmte Pink Palace Hostel zieht junge Backpacker an — wer Ruhe sucht, geht an den nördlichen Strandabschnitt.
Der Süden
Kavos — eine ehrliche Warnung
Kavos an der Südspitze ist Korfus berüchtigtes Partyrevier — und offen gesagt: nicht unser Ding. Eine einzige Straße voller Neon-Bars, in denen britische 18-Jährige sich durch All-Inclusive-Saufgelage arbeiten. Die Strände sind mittelmäßig, die Restaurants auf Fish & Chips optimiert, und die Atmosphäre hat mit Griechenland ungefähr so viel zu tun wie Ballermann mit Mallorca. Wenn das dein Ding ist — kein Urteil. Alle anderen: weitfahren.
★ Lefkimmi
Nur 4 km nördlich von Kavos, aber eine andere Welt. Lefkimmi ist Korfus zweitgrößter Ort und wirkt, als hätte der Tourismus es vergessen. Ein venezianisches Dorf mit Fluss, Brücken, Kirchen und Tavernen, in denen ausschließlich Einheimische sitzen. Der Fischhafen hat Charme, und die Tavernen servieren frischen Fisch zu lokalen Preisen (Fischplatte ab 8€).
★ Issos Beach & Korission-Lagune
An der Südwestküste erstreckt sich ein endloser Sandstrand neben der Korission-Lagune — einem Naturschutzgebiet mit Flamingos, Reihern und Schildkröten. Der Strand ist windiger als die geschützten Buchten der Westküste, dafür viel ruhiger. Perfekt für Windsurfer und Kitesurfer, oder einfach für lange Strandspaziergänge ohne Menschenmassen.
Kap Asprokavos (Arkoudillas)
Die Südspitze Korfus: wilde Klippen, ein verlassenes Kloster und das Gefühl, am Ende der Welt zu stehen. Kein Tourismus, keine Infrastruktur — nur du, die Klippen und das Meer. Am besten mit dem Auto bis zum Parkplatz und dann 20 Minuten zu Fuß.
Essen & Trinken auf Korfu
Korfus Küche ist einzigartig in Griechenland — die venezianische und italienische Tradition hat eine Fusionsküche geschaffen, die man nirgendwo sonst im Land findet. Pasta ist hier keine Pizza-Begleitung, sondern Hauptgericht. Die lokalen Spezialitäten:
- Sofrito — Kalbsschnitzel in Knoblauch-Essig-Weißwein-Sauce, Korfus Nationalgericht
- Pastitsada — Geschmorter Hahn in Tomatensauce mit dicken Röhrennudeln
- Bourdeto — Würziger Fisch-Eintopf mit Paprika und Zwiebeln
- Bianco — Weißer Fisch pochiert in Zitrone, Knoblauch und Kartoffeln
- Noumboulo — Geräuchertes Schweinefleisch, mariniert in Wein
- Kumquat-Likör — Korfus einzigartiger Likör aus der japanischen Zwergorange
€ Budget
To Tavernaki tis Marinas · Solomou 20, Altstadt
Versteckt in einer Gasse, nur 6 Tische. Marina kocht, was der Markt hergibt: Moussaka, Pastitsada, gegrillte Sardinen. Alles hausgemacht, Portionen riesig, Preise lächerlich niedrig für die Altstadt.
6–10€ · Mo–Sa 12–22 Uhr
To Dimarchio · Dimarcheiou-Platz
Am belebten Rathausplatz, Mittagsmenü mit Salat, Hauptgang und Getränk für 9€. Gute Sofrito und Pastitsada. Einheimische mischen sich unter Touristen.
7–12€ · Täglich 11–23 Uhr
€€ Mittelklasse
Rex · Kapodistriou 66 (Liston)
Seit 1932 eine Institution an der Liston-Promenade. Die Terrasse unter den Arkaden ist der beste Platz für People-Watching in Korfu-Stadt. Die Küche: klassisch korfiotisch mit modernem Touch. Sofrito, Pastitsada und Bourdeto gehören zu den besten der Insel. Weinauswahl mit lokalen Tropfen.
14–25€ · Täglich 10–24 Uhr · ★★
Etrusco · Dassia (9 km nördlich)
Michelin-empfohlen, geführt vom griechischen TV-Koch Ettore Botrini. Kreative korfiotische Küche: dekonstruierte Pastitsada, Kumquat-Ente, Seafood mit lokalem Twist. Schöner Garten, reservieren!
20–35€ · Di–So 19–23 Uhr · ★★★
€€€ Gehoben
The Venetian Well · Kremasti-Platz, Altstadt
Romantischstes Restaurant Korfus: ein mittelalterlicher Platz mit venezianischem Brunnen, Kerzenlicht, und eine Küche, die mediterranes Fine Dining mit korfiotischen Zutaten verbindet. Degustationsmenü ab 55€. Weinpairing ab 35€. Reservierung Pflicht, besonders Freitag/Samstag.
35–60€ · April–Oktober: Di–So 19–23:30 · ★★★
Übernachten auf Korfu
€ Budget (unter 80€/Nacht)
Hotel Hermes · G. Markora 14, Korfu-Stadt
Sauberes, einfaches Hotel mitten in der Altstadt. Die Zimmer sind klein aber funktional, manche mit Balkon zur Gasse. Frühstück akzeptabel, Personal freundlich, Lage unschlagbar — 2 Minuten zur Liston, 5 zur Alten Festung.
55–75€/Nacht (DZ) · Ganzjährig
Sunrock Hostel · Pelekas (Westküste)
Korfus bestes Hostel, auf einem Hügel mit Infinity-Pool und Sonnenuntergangsblick. Dorms (18–25€) und Privatzimmer (50–70€). Junge Atmosphäre, Shuttle zum Strand.
18–70€ · Mai–Oktober
€€ Mittelklasse (80–180€/Nacht)
Siora Vittoria · Padova 36, Korfu-Stadt
Boutique-Hotel in einem restaurierten venezianischen Stadtpalais. 16 individuell eingerichtete Zimmer mit hohen Decken, Murano-Leuchtern und Antiquitäten. Kleiner Innenhof zum Frühstücken. Das schönste Mittelklasse-Hotel der Altstadt.
100–160€/Nacht (DZ) · März–November
Bella Venezia · N. Zambeli 4, Korfu-Stadt
Elegantes Hotel in einem neoklassizistischen Gebäude direkt am Spianada-Platz. 32 Zimmer, geschmackvoll renoviert, Garten im Innenhof. Reichhaltiges Frühstücksbuffet. Perfekte Lage.
90–150€/Nacht (DZ) · Ganzjährig · ★★
€€€ Luxus (ab 200€/Nacht)
Grecotel Corfu Imperial · Kommeno-Halbinsel
Das Flaggschiff-Resort auf der exklusiven Kommeno-Halbinsel, 12 km nördlich der Stadt. Privatstrand, drei Pools, Spa, fünf Restaurants. Bungalows und Villen in tropischen Gärten. Korfu-Glamour pur — hier logieren Diplomaten und Celebrities.
250–600€/Nacht · April–Oktober · ★★★
Grecotel Eva Palace · Kommeno
Erwachsenenhotel (Adults-only) auf derselben Halbinsel. Ruhiger, intimer, mit eigenem Strand und Infinity-Pool über der Bucht. Modernes Design, hervorragendes Restaurant. Ideal für Paare.
200–450€/Nacht · Mai–Oktober · ★★★
Domes Miramare · Moraitika
Luxus-Boutique-Hotel mit privatem Strand, Autograph Collection (Marriott). 113 Suiten, davon viele mit eigenem Pool. Drei Restaurants, Spa, Kinder-Club. Moderner Stil, weniger klassisch als die Grecotel-Häuser.
220–500€/Nacht · Mai–Oktober
Zakynthos (Zante)★★★
Zakynthos (im Englischen "Zante") ist die Insel der Extreme. Im Westen: dramatische, hunderte Meter hohe Steilklippen, an deren Fuß der berühmteste Strand Griechenlands liegt — Navagio, der Schiffswrack-Strand, den jeder aus Instagram kennt. Im Osten: sanfte Hügel, goldene Sandstrände und das geschützte Brutgebiet der Unechten Karettschildkröte. Und dazwischen: ein Tourismus-Spektrum, das von besinnungslosem Ballermann (Laganas) bis zu völliger Abgeschiedenheit (Westküste) reicht.
Zakynthos hat 40.000 Einwohner, ist 406 km² groß und empfängt im Sommer über 800.000 Touristen — die meisten davon Briten und Italiener. Die Insel wurde 1953 von einem verheerenden Erdbeben fast völlig zerstört, das auch Kefalonia und Ithaka traf. Zakynthos-Stadt wurde im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut, aber die alten venezianischen Gassen waren verloren.
Die klügste Strategie für Zakynthos: Mietwagen nehmen, im ruhigeren Norden oder an der Ostküste wohnen, und Tagesausflüge zu den Highlights machen. 3–5 Tage reichen für die Insel.
Achtung
Laganas ist Schildkröten-Brutgebiet. Abends kein Licht am Strand, keine Liegen nach Sonnenuntergang! Der Nationalpark verhängt empfindliche Strafen.
Blaue Grotten (Blue Caves)★★★
Am Kap Skinari, der Nordspitze von Zakynthos, hat das Meer eine Reihe von natürlichen Felsbögen und Meeresgrotten in die Klippen gewaschen, in denen das Sonnenlicht ein unwirkliches Blau erzeugt. Das Wasser reflektiert das Licht von den weißen Felswänden und dem Sandboden — alles leuchtet electric blue, auch die Haut, wenn man ins Wasser springt.
Die beeindruckendste Grotte ist die eigentliche "Blue Cave" — ein natürlicher Bogen, groß genug für kleine Boote. Wenn die Morgensonne (9–12 Uhr) direkt hineinscheint, ist der Effekt am stärksten.
Zugang: Bootstouren ab Agios Nikolaos (dem kleinen Hafen im Norden, nicht die Stadt an der Ostküste!) starten alle 30 Minuten, Dauer ca. 45 Min., 10€ p.P. Oder ab Zakynthos-Stadt als Ganztagesausflug kombiniert mit Navagio (25–40€). Wer ein kleines Motorboot mietet (ab Porto Vromi oder Agios Nikolaos, ca. 50–80€/Tag), hat die Grotten morgens oft für sich allein.
Schildkröten-Bucht & Laganas★★
Die Bucht von Laganas an der Südküste ist eines der letzten großen Brutgebiete der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer. Zwischen Mai und Oktober kommen die Weibchen nachts an Land, um ihre Eier im Sand zu vergraben. 6–8 Wochen später schlüpfen die Babys und krabbeln instinktiv Richtung Meer — vorausgesetzt, sie werden nicht von künstlichem Licht verwirrt.
Der Nationale Meerespark Zakynthos (gegründet 1999) schützt die Brutstrände — Gerakas, Daphni, Sekania (komplett gesperrt) und Kalamaki. Strenge Regeln gelten:
- Kein Betreten der Niststrände nach Sonnenuntergang
- Keine Liegen, Schirme oder Zelte auf markierten Nistflächen
- Kein künstliches Licht in Strandnähe nachts
- Boote müssen 300 m Abstand zu Brutbereichen halten
- Strafen bis 50.000€ bei Verstößen
Schildkröten sehen: Der beste Ort ist Gerakas Beach im Südosten — morgens kann man mit etwas Glück Schildkröten im flachen Wasser beobachten. Im Hafen von Argostoli (Kefalonia) sind sie fast garantiert — aber auch der Hafen von Laganas hat regelmäßige Sichtungen. Geführte Eco-Touren (ab 35€, z.B. über das Turtle Information Centre in Gerakas) sind der respektvollste Weg.
Laganas-Stadt selbst ist, ähnlich wie Kavos auf Korfu, eine britische Party-Hochburg. Die "Strip" genannte Hauptstraße ist nachts ein einziger Club. Für den Schildkröten-Nationalpark ist dieser Massentourismus ein Dauerproblem. Wer die Schildkröten liebt, wohnt besser in Kalamaki (ruhiger, trotzdem am Brutstrand) oder Vasilikos (familiär, nah an Gerakas).
Achtung
Laganas ist Schildkröten-Brutgebiet. Abends kein Licht am Strand, keine Liegen nach Sonnenuntergang! Die Tiere sind vom Aussterben bedroht — respektiere die Regeln.
Zakynthos-Stadt
Zakynthos-Stadt (Zante Town, 11.000 Einwohner) wurde nach dem Erdbeben 1953 im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut und wirkt heute sauber, geordnet, aber etwas steril im Vergleich zu gewachsenen griechischen Hafenstädten. Trotzdem lohnt ein halber Tag:
Agios Dionysios
Die Kirche des Inselheiligen Dionysios am Südende der Uferpromenade — der auffällige freistehende Glockenturm ist Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren der silberne Schrein des Heiligen und farbenfrohe Fresken. Frei.
Solomos-Museum
Auf dem Markusplatz (dem venezianischsten Platz der Stadt): Museum über Dionysios Solomos, der die griechische Nationalhymne schrieb — auf Zakynthos! Daneben Werke des Dichters Andreas Kalvos. Interessant für Literatur-Fans, sonst optional. 4€, Mo–Sa 9–14 Uhr.
Bohali-Hügel
Oberhalb der Stadt bietet die venezianische Burg Bohali (Ruine, frei zugänglich) einen großartigen Panoramablick über die Stadt, den Hafen und die Bucht. Im Dorf Bohali gibt es mehrere Tavernen mit Aussichtsterrassen — perfekt für Abendessen bei Sonnenuntergang.
Uferpromenade
Die Strandpromenade (Strata Marina) von der Agios Dionysios-Kirche bis zum Solomos-Platz ist der Ort für den abendlichen Volta (Spaziergang). Cafés, Eisdielen, Fischerboote — entspanntes griechisches Kleinstadtleben.
Weitere Strände
★★ Gerakas Beach
Am südöstlichen Kap: goldener Sand, seichtes Wasser, Schildkröten-Brutgebiet. Liegen nur im nicht markierten Bereich, Strand schließt bei Sonnenuntergang. Die Klippen dahinter sind aus weichem Mergel und erodieren ständig — nicht direkt an der Felswand sitzen!
★★ Porto Limnionas
Kein Strand im klassischen Sinne, sondern ein natürliches Felsbecken an der Westküste — eine schmale Schlucht zwischen Klippen, die ins kristallklare Meer mündet. Man liegt auf den Felsen, springt ins tiefe Wasser, und schwimmt in die Höhlen hinein. Eine Taverne oben an der Klippe mit grandioser Aussicht. Eines der bestgehüteten Geheimnisse der Insel — obwohl Instagram das zunehmend ändert.
★ Xigia Beach
Winzige Bucht an der Nordostküste mit einer natürlichen Schwefelquelle: Das Wasser ist milchig-türkis und riecht leicht nach Schwefel. Angeblich heilsam für die Haut. Sehr klein, im Sommer schnell voll. Morgens kommen, Handtuch auf den Felsen ausbreiten, ins heilende Wasser gleiten.
Banana Beach
Der größte Strand der Insel auf der Vasilikos-Halbinsel. Organisierter Teil mit Liegen und Beach Bar, natürlicher Teil weiter nördlich. Goldener Sand, flaches Wasser, gut für Familien. Wassersport möglich.
Porto Zoro & Porto Roma
Zwei kleinere Buchten auf der Vasilikos-Halbinsel. Porto Zoro ist fotogener (Felsformationen im Wasser), Porto Roma ruhiger und sandiger. Beide familienfreundlich mit einer Taverne am Strand.
Kefalonia★★★
Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln (781 km²) und vielleicht die vielseitigste. Hier gibt es alles: einen der schönsten Strände der Welt (Myrtos), eine magische unterirdische Höhle (Melissani), das besterhaltene venezianische Dorf der Ionischen Inseln (Fiskardo) und eine wilde Berglandschaft mit dem höchsten Gipfel aller Ionischen Inseln — dem Mount Ainos (1.628 m), der letzte Standort der endemischen Kefalonia-Tanne.
Das Erdbeben von 1953 zerstörte nahezu jedes Gebäude auf der Insel — nur Fiskardo im Norden blieb verschont. Der Wiederaufbau fiel zweckmäßig aus, und Kefalonia ist architektonisch weniger reizvoll als Korfu. Aber die Natur entschädigt für alles: dramatische Klippen, leuchtend türkise Buchten, Pinienwälder, Olivenhaine und ein Licht, das Fotografen in Ekstase versetzt.
Der Film "Captain Corelli's Mandoline" (2001, mit Nicolas Cage und Penélope Cruz) wurde auf Kefalonia gedreht und machte die Insel international bekannt. Die Insel ist genauso schön wie im Film — nur authentischer, weil die Filmmacher die Kulissen danach wieder abgebaut haben.
Plane 5–7 Tage ein. Mietwagen ist quasi Pflicht — die Insel ist groß, die Sehenswürdigkeiten weit verstreut, und die Bergstraßen (besonders zum Myrtos-Viewpoint) sind kurvenreich und spektakulär.
Tipp
Captain Corelli's Mandoline wurde hier gedreht — Kefalonia ist genauso schön wie im Film, nur authentischer.
Myrtos Beach★★★
Myrtos Beach taucht in praktisch jeder "Schönste Strände der Welt"-Liste auf — und nach dem ersten Blick vom Aussichtspunkt verstehst du warum. Eine weite, sichelförmige Bucht, eingerahmt von 300 Meter hohen Kalksteinklippen, weißer Kieselstrand, und Wasser in einem so intensiven Türkis, dass es surreal wirkt. Der Kontrast zwischen dem weißen Strand, dem türkisen Meer und den grau-beigen Klippen ist schlicht atemberaubend.
Die Anfahrt erfolgt über eine steile, serpentinenreiche Straße von oben — der Aussichtspunkt auf halber Strecke bietet DAS Panoramafoto und ist einer der meistfotografierten Orte Griechenlands. Unten am Strand gibt es im Sommer einen kleinen Kiosk mit Getränken und Sonnenschirm-Verleih (Liegestuhl-Set: 10€). Ansonsten: nichts. Kein Schatten, kein Restaurant.
Wichtig: Der Strand besteht aus weißen Kieseln (nicht Sand!), das Wasser wird schnell tief, und es kann eine starke Strömung geben — bei Wind eher nicht schwimmen gehen. Badeschuhe sind sinnvoll. Nachmittags liegt der Strand teilweise im Klippenschatten, also morgens kommen (ab 9 Uhr).
Anfahrt: Zwischen Argostoli und Fiskardo an der Westküstenstraße. Von Argostoli ca. 30 km (45 Min., kurvenreich). Parkplatz oben an der Straße (kostenlos), von dort Serpentinen hinunter zum Strand (mit dem Auto oder zu Fuß, 15 Min.).
Tipp
Der Aussichtspunkt über Myrtos ist morgens am besten (Sonne im Osten beleuchtet den Strand). Zum Baden besser unter der Woche kommen — am Wochenende und im August ist der Strand voll. Unbedingt genug Wasser mitnehmen!
Melissani-Höhle★★
Die Melissani-Höhle ist einer dieser Orte, die man sehen muss, um sie zu glauben. Eine unterirdische Höhle mit einem See, dessen Decke vor Jahrtausenden teilweise eingestürzt ist — und durch dieses Loch in der Decke fällt Sonnenlicht direkt auf das kristallklare Wasser darunter. Das Ergebnis: ein unwirkliches, tiefblaues Leuchten, das den gesamten Höhlenraum in Farbe taucht. Wenn die Mittagssonne direkt durch die Deckenöffnung scheint (ca. 12–14 Uhr), ist der Effekt am spektakulärsten.
Der See ist bis zu 40 Meter tief und wird von unterirdischen Quellen gespeist, die Meerwasser mit Süßwasser mischen — eine geologische Kuriosität, die Wissenschaftler jahrzehntelang beschäftigte. Die Höhle wurde 1951 von dem Speläologen Giannis Petrocheilos wiederentdeckt (die antiken Griechen kannten sie bereits — man fand Nymphen-Figurinen und Pan-Skulpturen).
Der Besuch erfolgt per geführter Ruderboottour (ca. 15 Minuten). Der Bootsführer erklärt die Geologie und hält für Fotos an. Kitschig? Ein bisschen. Magisch? Absolut.
Eintritt: 7€ (Erwachsene), 4€ (Kinder). Mai–Oktober: 9–19 Uhr. Am besten zwischen 12 und 14 Uhr kommen, wenn das Sonnenlicht am intensivsten ist. Im Juli/August Wartezeiten von 20–40 Minuten möglich — früh kommen oder spät am Nachmittag.
Drogarati-Höhle
Nur 4 km von der Melissani-Höhle entfernt liegt Drogarati — eine trockene Tropfsteinhöhle mit 150 Millionen Jahre alten Stalaktiten und Stalagmiten, die vor etwa 300 Jahren durch ein Erdbeben freigelegt wurde. Die Hauptkammer ("Saal der Pracht") ist 65 Meter lang und hat eine so beeindruckende natürliche Akustik, dass hier tatsächlich Konzerte stattfinden — Maria Callas soll einst hier gesungen haben.
Die Höhle ist weniger spektakulär als Melissani, aber ein guter Stopp auf dem Weg. Der Abstieg über 128 Stufen führt in eine andere Welt: konstant 18°C, tropfende Stalaktiten, bizarre Formationen. Dauer: ca. 20–30 Minuten.
5€. Mai–Oktober: 9–17 Uhr. Kombiticket mit Melissani: 10€ (spart 2€).
Fiskardo★★
Fiskardo ist das Juwel Kefalonias und das einzige Dorf der Ionischen Inseln, das das Erdbeben von 1953 nahezu unversehrt überstand. Während der Rest der Insel in Trümmern lag und zweckmäßig wieder aufgebaut wurde, blieben Fiskardos venezianische Steinhäuser in ihren warmen Ocker- und Terracotta-Tönen stehen.
Das Ergebnis: ein malerischer Hafenort, der aussieht wie ein griechisches Bilderbuch. Pastellfarbene Häuser säumen einen hufeisenförmigen Naturhafen voller Segelboote und Fischerboote. Elegante Tavernen am Kai, Boutiquen in den Gassen, Zypressen auf den Hügeln dahinter. Fiskardo ist der mondänste Ort Kefalonias — hier ankern im Sommer die Yachten, und die Restaurantpreise liegen 30% über dem Inseldurchschnitt.
Trotzdem lohnt Fiskardo unbedingt. Nimm dir einen halben Tag: Bummel durch den Hafen, Kaffee in einer der Waterfront-Cafés, Schwimmen an der Foki-Bucht (1 km südlich, kristallklar, unter Zypressen, einer der schönsten Badeplätze der Insel), und dann Mittagessen am Wasser.
Von Fiskardo fahren Fähren nach Ithaka (Frikes, 1 Std.) und Lefkada (Vasiliki, 1,5 Std.) — ideal fürs Inselhopping.
Am besten morgens oder spät nachmittags besuchen — mittags wird es im Sommer voll mit Tagesgästen. Restaurant-Tipp: "Tassia" am Hafen (geführt von der Kochbuch-Autorin Tassia Dendrinou, €€, Fisch).
Assos★★
Assos liegt an der Westküste auf einer schmalen Landenge, die das Festland mit einer bewaldeten Halbinsel verbindet, auf der eine mächtige venezianische Festung (1593) thront. Das Dorf selbst besteht aus kaum mehr als 100 Häusern in Pastell, einem winzigen Hafen, drei Tavernen und einem Kieselstrand. Es ist unfassbar fotogen — der Blick von der Küstenstraße hinunter auf das Dorf, die Halbinsel und die Festung gehört zu den ikonischsten Bildern Kefalonias.
Der Aufstieg zur Festung dauert ca. 20 Minuten (steil, festes Schuhwerk) und belohnt mit einem 360°-Panorama. Die Festungsruinen sind weitläufig — Venezianer bauten hier eine komplette Stadt mit Kirchen, Kasernen und einem Krankenhaus. Heute ist alles von Wildblumen und Pinien überwuchert. Eintritt frei.
Assos ist am schönsten außerhalb der Saison (Mai/Juni, September/Oktober) oder spät nachmittags, wenn die Tagestouristen weg sind und das Dorf wieder den Einheimischen gehört.
Argostoli
Argostoli (13.000 Einwohner) ist Kefalonias Hauptstadt und kein typischer Touristenort, sondern eine lebendige griechische Kleinstadt mit einem Rhythmus, der sich nicht um Besucher dreht. Nach dem Erdbeben 1953 komplett neu aufgebaut, fehlt ihr der alte Charme — aber sie hat etwas Besseres: Authentizität.
De-Bosset-Brücke
Die älteste Steinbrücke über eine Meeresbucht (1813, britische Kolonialzeit) verbindet Argostoli mit dem gegenüberliegenden Ufer der Lagune. 689 Meter lang, flankiert von einem Obelisken. Morgens joggen Einheimische darüber, abends ist sie beleuchtet.
★ Schildkröten im Hafen!
Das überraschendste Erlebnis Argostolis: Im Fischerhafen schwimmen fast immer Caretta-Caretta-Schildkröten direkt an der Kaimauer. Sie kommen, weil die Fischer ihre Beifänge ins Wasser werfen. Morgens zwischen 7 und 10 Uhr ist die beste Zeit — manchmal sind 5–10 Tiere gleichzeitig da. Einfach an die Kaimauer stellen und ins Wasser schauen. Gratis und besser als jede organisierte "Turtle Tour".
Markthalle (Agora)
Die überdachte Markthalle am Platz ist der Ort für lokale Produkte: Kefalonia-Honig (der berühmte Thymian-Honig), Robola-Wein (autochthone Rebsorte, nur auf Kefalonia), Kräuter, lokaler Käse. Morgens am lebendigsten.
Koutavos-Lagune
Die geschützte Lagune südlich der Brücke ist ein kleines Naturparadies: Flamingos und Reiher im Winter, Schildkröten im Sommer, und ein hübscher Uferweg zum Spazieren oder Joggen.
Restaurant-Tipp: "Casa Grec" am Hafen (€€, griechisch-mediterrane Fusionsküche, bester Robola-Wein der Stadt) oder "Ladokolla" (€, Street-Food-Style, Souvlaki und Gyros direkt am Platz).
Lefkada★★
Lefkada ist die Ionische Insel, die keine Fähre braucht. Eine schwimmende Drehbrücke verbindet sie mit dem Festland — du fährst einfach mit dem Auto drüber. Das macht Lefkada zur zugänglichsten der Ionischen Inseln und gleichzeitig zu einer, die oft unterschätzt wird. Zu Unrecht, denn die Westküste hat Strände, die es mit der Karibik aufnehmen.
Die Insel (303 km², 23.000 Einwohner) ist bergig und dicht bewaldet. Die Westküste fällt in dramatischen Klippen zum Meer ab, an deren Fuß sich weiße Kiesstrände in türkisem Wasser verstecken. Die Ostküste ist sanfter, mit geschützten Buchten und dem Blick auf die vorgelagerten Inseln Meganisi, Skorpios (Aristoteles Onassis' Privatinsel!) und Madouri.
Lefkada-Stadt im Norden ist unspektakulär, aber charmant: Niedrige erdbebensichere Häuser (obere Stockwerke aus Holz und Blech statt Stein), lebendige Fußgängerzone, gute Tavernen. Der Ort lebt nicht vom Tourismus, sondern ist eine echte griechische Kleinstadt.
Plane 3–5 Tage ein. Mietwagen empfohlen, besonders für die Westküsten-Strände.
Porto Katsiki★★★
Porto Katsiki gehört zu den Top-3-Stränden Griechenlands — und das will etwas heißen in einem Land mit Tausenden von Stränden. Eine halbmondförmige Bucht, eingerahmt von senkrechten, leuchtend weißen Kalksteinklippen, die 100 Meter in die Höhe ragen. Das Wasser davor: ein dermaßen intensives Türkis, dass man sich ständig die Augen reiben möchte.
Der Name bedeutet "Ziegenhafen" — weil früher nur Ziegen die Klippen hinunterklettern konnten. Heute führen ca. 80 steile Betonstufen vom Parkplatz hinunter zum Strand (im Sommer auch eine alternative Route). Der Abstieg ist in 5 Minuten geschafft, der Aufstieg in der Nachmittagshitze etwas mühsamer.
Am Strand: weißer Kies, Liegestuhl-Verleih (8–10€/Set), ein Kiosk für Getränke und Snacks. Im Juli/August wird es ab 11 Uhr voll — früh kommen oder nachmittags ab 16 Uhr, wenn viele gehen und das Licht auf den Klippen golden wird.
Anfahrt: 40 km südwestlich von Lefkada-Stadt (ca. 50 Min.). Großer Parkplatz oben (kostenlos). Im Sommer Shuttlebusse ab Vasiliki.
Tipp
Der schönste Moment an Porto Katsiki ist am späten Nachmittag (17–19 Uhr): Die Sonne steht tief, die Klippen leuchten golden, die Tagestouristen sind weg, und das Wasser ist am wärmsten. Perfekt.
Egremni Beach
Egremni war bis 2015 Lefkadas zweiter Superstrand — ein 2 km langer weißer Kieselstrand unter 200-Meter-Klippen, erreichbar über eine Treppe mit 347 Stufen. Dann kam das Erdbeben im November 2015, das die Treppen zerstörte und massive Erdrutsche auslöste.
Seitdem ist Egremni hauptsächlich per Boot erreichbar. Von Vasiliki aus fahren im Sommer Taxiboote (ab 10€ one-way, ca. 20 Min.). Ein alternativer Fußweg von oben existiert, ist aber steil, unbefestigt und nur für erfahrene Wanderer geeignet (ca. 30 Min. Abstieg, Schuhe mit gutem Profil Pflicht).
Die Mühe lohnt sich: Egremni ist wilder und einsamer als Porto Katsiki, die Klippen noch dramatischer, und an vielen Tagen hat man den Strand fast für sich allein. Keine Infrastruktur — alles mitbringen.
Nidri & die Inseln
Nidri an der Ostküste ist Lefkadas touristisches Zentrum — eine hübsche Hafenstadt mit Tavernen, Geschäften und dem Ausgangspunkt für Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln.
Meganisi
Die kleine Nachbarinsel (20 km², 1.100 Einwohner) ist per Fähre ab Nidri erreichbar (30 Min., 3€). Drei Dörfer, kaum Touristen, kristallklare Buchten, exzellente Fisch-Tavernen. Der perfekte Tagesausflug für Ruhe-Suchende.
Skorpios — Onassis' Privatinsel
Die legendäre Privatinsel von Aristoteles Onassis, auf der er 1968 Jackie Kennedy heiratete, liegt direkt vor Nidri. Nach Onassis' Tod 1975 und dem seiner Tochter Christina 1988 gehörte die Insel der Onassis-Stiftung. 2013 wurde sie für angeblich 100 Millionen Euro an den russischen Oligarchen Dmitry Rybolovlev verkauft. Betreten ist verboten, aber die Ausflugsboote fahren dicht vorbei und erzählen die Geschichten — von Onassis' Partys, Maria Callas' Tränen und Jackie O's Bikini-Fotos, die die Paparazzi reich machten.
Tagesausflug-Routen ab Nidri
Die beliebteste Tour (ab 25€ p.P.): Nidri → Meganisi (Badepause) → Skorpios (vorbeifahren) → Porto Katsiki (Badepause, per Boot!) → zurück. Ganztägig, 10–18 Uhr, inklusive Mittagssnack auf einigen Booten.
Windsurfen in Vasiliki
Vasiliki an der Südspitze Lefkadas ist einer der besten Windsurf-Spots Europas — und das liegt an einem meteorologischen Phänomen namens "Eric". So nennen die Locals den thermischen Nachmittagswind, der jeden Tag zwischen 12 und 14 Uhr wie ein Uhrwerk einsetzt und bis zum Abend bläst. Morgens ist die Bucht spiegelglatt (perfekt für Anfänger), nachmittags steigert sich der Wind auf 4–6 Beaufort (Paradies für Fortgeschrittene und Kitesurfer).
Windsurf- und Kitesurf-Schulen:
- Club Vass — Die bekannteste Station, seit 1987. Kurse ab 50€/Tag, Equipment-Verleih ab 30€/Tag. Britisch geführt, international.
- Wildwind — Fokus auf Katamaran-Segeln und Windsurfen. Packages mit Unterkunft ab 600€/Woche.
- Neilson — All-Inclusive-Sport-Hotel mit Windsurf-Programm. Ab 800€/Woche.
Vasiliki selbst ist ein entspanntes Dorf mit gutem Fisch und dem Fährhafen nach Kefalonia (Fiskardo, 1,5 Std.) und Ithaka (Frikes, 1 Std.).
Tipp
Windsurfen lernen auf Lefkada ist ideal: Morgens flaches Wasser für Anfänger, nachmittags Wind für Fortgeschrittene. Die meisten Schulen bieten 5-Tages-Kurse an (ab 200€), die dich vom Anfänger zum selbstständigen Surfer bringen.
Ithaka★★
Ithaka ist Homers Heimat — die Insel, nach der Odysseus zehn Jahre lang segelte, kämpfte und litt, um nach Hause zu kommen. Ob der historische Odysseus wirklich von hier stammte, ist unter Archäologen umstritten (einige vermuten Kefalonia oder sogar Lefkada). Aber das ist egal: Ithaka fühlt sich wie die Heimat eines Helden an — zeitlos, rau, ehrlich und wunderschön.
Mit nur 96 km² und 3.000 Einwohnern ist Ithaka eine der kleinsten bewohnten Ionischen Inseln. Es gibt keine großen Hotels, keine Clubs, keine Partys, keine Massenstrände. Stattdessen: ein paar malerische Dörfer, einsame Buchten, Olivenhaine, Ziegenpfade und eine Stille, die man in der Ägäis oder auf Korfu vergeblich sucht.
Ithaka besteht aus zwei bergigen Inselhälften, verbunden durch eine schmale Landenge bei Aetos. Im Süden liegt die Hauptstadt Vathy, im Norden die Postkartendörfer Kioni und Frikes. Die Insel ist ideal für Wanderer, Segler und alle, die Griechenland pur suchen — ohne Filter, ohne Instagram-Inszenierung.
2–3 Tage reichen für Ithaka. Die Insel ist per Fähre von Kefalonia (Sami → Pisaetos, 30 Min.) oder Lefkada (Vasiliki → Frikes, 1 Std.) erreichbar. Im Sommer mehrmals täglich.
Tipp
Ithaka ist die perfekte Insel für alle, die den Massen entfliehen wollen. Keine Clubs, keine Resorts — nur Griechenland pur.
Vathy
Vathy (auch Ithaki-Stadt) schmiegt sich an die Ufer eines der weltgrößten Naturhäfen — eine fjordartige Bucht, die so tief ins Land reicht, dass man von See aus die Stadt erst sieht, wenn man fast drin ist. Genau diese Bucht, sagen die Homer-Fans, ist der Hafen, in dem Odysseus' Schiff ankerte.
Die Stadt selbst ist klein (1.800 Einwohner), aber hübsch: neoklassizistische Häuser (nach dem Erdbeben 1953 wieder aufgebaut), eine palmengesäumte Uferpromenade, ein paar Cafés und Tavernen am Hafen, und die Kathedrale Panagia mit einer wertvollen Ikonensammlung. Alles fühlt sich unverhältnismäßig ruhig und friedlich an — selbst im August.
Archäologisches Museum
Klein, aber relevant: Funde von der Insel, darunter mykenische Keramik und Bronzezeitliches aus der Höhle der Nymphen. 2€, Di–So 8:30–15:30.
Strände um Vathy
Gidaki Beach — Ithaka bester Strand, nur zu Fuß (30 Min. ab Vathy, steiler Pfad) oder per Taxiboot (5€) erreichbar. Weiße Kiesel, kristallklares Wasser, keine Infrastruktur, himmlische Ruhe. Die Wanderung durch den Wald ist Teil des Erlebnisses.
Filiatro Beach — Einfacher erreichbar (2 km südlich von Vathy, per Auto). Kleiner Kieselstrand mit einer Taverne. Familienfreundlich.
Auf Odysseus' Spuren
Ob Odysseus je existierte oder ein literarischer Held ist — auf Ithaka kann man seinen Spuren folgen, und allein die Landschaften machen es lohnenswert:
Höhle der Nymphen (Marmarospilia)
Homer beschreibt eine Höhle, in der Odysseus bei seiner Rückkehr seine Schätze versteckte. Diese Höhle oberhalb der Bucht von Dexia (2 km nordwestlich von Vathy) wird traditionell damit identifiziert. Die Höhle selbst ist klein und unspektakulär, aber die Wanderung dorthin (20 Min. ab der Bucht) bietet schöne Ausblicke, und das Gefühl, in Homers Welt einzutauchen, ist unbezahlbar.
Arethousa-Quelle
Homer beschreibt den Brunnen, an dem der Schweinehirt Eumaios seine Tiere tränkte. Die Quelle (oder was man dafür hält) liegt an der Südostküste, erreichbar über eine wunderschöne, aber anspruchsvolle Wanderung (ca. 3 Stunden hin und zurück ab Vathy, teilweise steil). Unterwegs Blicke über die Küste nach Kefalonia. Am Ende: eine Felsnische mit einem Rinnsal und dem unbezahlbaren Gefühl, denselben Weg wie Odysseus gegangen zu sein.
Stavros & das "Palast"-Gelände
Im Norden liegt das Dorf Stavros mit einem kleinen archäologischen Museum (frei) und den Ausgrabungsstätten auf dem Hügel Pelikata, wo der britische Archäologe Sylvia Benton in den 1930ern Funde aus mykenischer Zeit machte — möglicherweise der Ort von Odysseus' Palast. Gesichert ist nichts, aber die Lage über der Bucht von Polis ist atemberaubend.
Bucht von Polis
Unterhalb von Stavros: eine geschützte Bucht, in deren Höhle am Nordufer bronzezeitliche Votivgaben an Odysseus gefunden wurden — der stärkste archäologische Hinweis, dass der Odysseus-Kult auf Ithaka bereits in der Antike verortet war. Die Höhle ist teilweise eingestürzt und nicht zugänglich, aber der Strand ist schön zum Schwimmen.
Kioni & Frikes
★★ Kioni
Kioni ist Ithaka am postkartenhaftesten: ein winziger Hafen mit venezianischen Häusern, drei alten Windmühlen auf dem Hügel darüber, Fischerboote im kristallklaren Wasser, und Bougainvillea an jeder Fassade. Kioni hat kein Museum, keine Sehenswürdigkeiten, keine Attraktionen — der Ort selbst ist die Attraktion. Setz dich in eine der Tavernen am Hafen (empfehlenswert: Calypso, Fisch des Tages ab 10€), trinke einen Ouzo, und schau den Booten zu. Mehr brauchst du nicht.
Im Sommer ankern Segelyachten in der Bucht, was dem Dorf ein internationales Flair gibt, ohne es zu überrennen. Schwimmen direkt am Ortsrand von den Felsen.
Frikes
Frikes an der Nordostküste ist noch kleiner als Kioni — ein Fährhafen (Boote nach Lefkada und Kefalonia), eine Handvoll Häuser, zwei Tavernen, fertig. Der Ort ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen im bergigen Norden der Insel. Die Straße von Frikes über Platrithia nach Stavros gehört zu den schönsten Panoramastraßen der Ionischen Inseln — Olivenhaine, Zypressen, Ausblicke über die Ägäis nach Lefkada.
Restaurant-Tipp: "Penelope" in Frikes — benannt nach Odysseus' treuer Gattin, serviert ehrliche griechische Küche: Moussaka, gegrillten Oktopus, frischen Fisch. Sitzplätze direkt am Wasser. Hauptgerichte 8–14€.
Praktische Infos: Anreise & Fähren
Die Ionischen Inseln sind gut erreichbar — sowohl per Flug als auch per Fähre. Hier die wichtigsten Verbindungen:
Direktflüge ab Deutschland (Sommer, April–Oktober)
| Insel | Flughafen | Ab Deutschland | Airlines | Flugzeit |
|---|---|---|---|---|
| Korfu | CFU (Ioannis Kapodistrias) | Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Köln | Eurowings, Condor, Ryanair, Lufthansa, TUI fly | 2:15–2:45 Std. |
| Zakynthos | ZTH (Dionysios Solomos) | Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg | Condor, Eurowings, TUI fly | 2:30–3:00 Std. |
| Kefalonia | EFL (Anna Pollatou) | Frankfurt, München, Düsseldorf (weniger Verbindungen) | Condor, Eurowings | 2:30–3:00 Std. |
| Lefkada | PVK (Aktion, Festland) | Frankfurt, München, Düsseldorf | Condor, Eurowings | 2:30 Std. + 30 Min. Transfer |
Lefkada hat keinen eigenen Flughafen. Der nächste ist PVK (Preveza/Aktion) auf dem Festland, ca. 20 km von der Brücke nach Lefkada entfernt. Shuttle-Busse und Taxis (25–35€) vorhanden.
Fährverbindungen
| Route | Dauer | Frequenz (Sommer) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Igoumenitsa → Korfu | 1:30 Std. | Stündlich | 10€ (Fuß), 40€ (Auto) |
| Killini → Zakynthos | 1:00 Std. | 6–8x täglich | 9€ (Fuß), 30€ (Auto) |
| Patras → Kefalonia (Sami) | 2:30–3:00 Std. | 2–3x täglich | 15€ (Fuß), 35€ (Auto) |
| Kefalonia (Sami) → Ithaka (Pisaetos) | 0:30 Std. | 3–5x täglich | 3€ (Fuß), 10€ (Auto) |
| Kefalonia (Fiskardo) → Ithaka (Frikes) | 1:00 Std. | 2x täglich | 4€ (Fuß) |
| Lefkada (Vasiliki) → Kefalonia (Fiskardo) | 1:30 Std. | 2x täglich | 8€ (Fuß), 20€ (Auto) |
| Lefkada (Vasiliki) → Ithaka (Frikes) | 1:00 Std. | 2x täglich | 7€ (Fuß) |
| Korfu → Paxi | 1:30 Std. | 1–2x täglich | 12€ (Fuß) |
Fähren buchbar über ferries.gr oder directferries.de. In der Hochsaison (Juli/August) Auto-Fähren 1–2 Tage vorher buchen! Fußpassagiere können fast immer spontan mit.
Inselhopping-Route (10–14 Tage)
Die klassische Ionische-Inseln-Route für Selbstfahrer oder Fähren-Hopper:
- Tag 1–4: Korfu (Flug ab DE, Mietwagen, Altstadt + Paleokastritsa + Nordosten)
- Tag 5–7: Fähre nach Igoumenitsa → Fahrt nach Lefkada (über Brücke) → Porto Katsiki, Nidri, Vasiliki
- Tag 8–9: Fähre Vasiliki → Fiskardo (Kefalonia) → Myrtos, Melissani, Assos
- Tag 10–11: Fähre Sami → Ithaka → Vathy, Kioni, Odysseus-Spuren
- Tag 12–14: Zurück nach Kefalonia → Argostoli → Flug ab Kefalonia oder Weiterreise nach Zakynthos (Fähre Kefalonia → Killini → Zakynthos, Umweg übers Festland)
Mietwagen
Auf allen Inseln gibt es lokale und internationale Vermieter. Preise im Sommer: ab 30–50€/Tag (Kleinwagen). Tipp: Lokale Anbieter sind oft günstiger und flexibler als die internationalen Ketten. Auf Korfu empfehlenswert: "Top Cars Corfu", auf Kefalonia: "Karavomilos Rent a Car".
Bus
Auf Korfu, Zakynthos und Kefalonia gibt es KTEL-Busse (grüne Überlandbusse), die die Hauptorte verbinden. Fahrpläne auf ktelkerkyras.gr (Korfu) bzw. den jeweiligen KTEL-Seiten. Frequenz: 2–8x täglich je nach Route. Günstig (2–5€), aber nicht ideal für abgelegene Strände.
Beste Reisezeit
| Monat | Temp. (Luft) | Temp. (Wasser) | Charakter |
|---|---|---|---|
| Mai–Juni | 22–30°C | 20–24°C | ★★★ Ideal: Blüten, wenig Touristen, angenehme Temperaturen |
| Juli–August | 28–35°C | 24–27°C | ★★ Heiß & voll, aber perfektes Badewetter |
| September–Oktober | 22–28°C | 23–25°C | ★★★ Warmes Meer, weniger Touristen, sanftes Licht |
| November–April | 10–18°C | 14–18°C | ★ Ruhig, viel Regen, viele Orte geschlossen |
Die Ionischen Inseln bekommen deutlich mehr Regen als die Ägäis-Inseln — darum sind sie so grün. Selbst im Sommer kann es vereinzelt kurze Schauer geben (besonders auf Korfu). Das ist der Preis für die üppige Vegetation.
Tipp
Fähren zwischen den Ionischen Inseln sind günstig und frequent — das Inselhopping-Dreieck Lefkada–Kefalonia–Ithaka funktioniert hervorragend auch ohne Auto. Einfach Fähre + Mietwagen auf jeder Insel separat buchen.
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