Kunst, Literatur & Musik
Shakespeare, Dickens & die Literaturinsel
William Shakespeare (1564–1616) ist der meistgelesene, meistgespielte und meistzitierte Autor der Menschheitsgeschichte. 37 Theaterstücke, 154 Sonette und über 1.700 Wörter, die er erfand (eyeball, assassination, lonely, swagger). Sein Globe Theatre in London (Nachbau, seit 1997) spielt seine Stücke im Sommer unter freiem Himmel — mit Stehplätzen für 5 £ (Standing Groundling Tickets). Stratford-upon-Avon, sein Geburtsort, ist ein Pilgerort für Literaturliebhaber.
Nach Shakespeare: Jane Austen (Pride and Prejudice, Bath), Charles Dickens (Oliver Twist, London), die Brontë-Schwestern (Wuthering Heights, Yorkshire), Arthur Conan Doyle (Sherlock Holmes, 221B Baker Street London), J.R.R. Tolkien (Der Herr der Ringe, inspiriert von den englischen Midlands), George Orwell (1984), Ian Fleming (James Bond) und — natürlich — J.K. Rowling, deren Harry Potter die Welt der Kinderliteratur revolutionierte. Das Harry Potter Studio Tour in Watford (nahe London) ist einer der meistbesuchten Attraktionen Großbritanniens.
Beatles, Stones & die Musikinsel
Großbritannien hat die moderne Popmusik erfunden — oder zumindest so grundlegend geprägt, dass es sich so anfühlt. Die British Invasion der 1960er — angeführt von den Beatles und den Rolling Stones — veränderte die Musik für immer.
Die Beatles (1960–1970) sind die meistverkaufte Band aller Zeiten. Liverpool ist der Pilgerort: Cavern Club, Penny Lane, Strawberry Field, die Kindheitshäuser von John und Paul. In London: Abbey Road Studios (der Zebrastreifen davor ist der meistfotografierte Fußgängerüberweg der Welt).
Danach: Led Zeppelin, The Who, David Bowie (Berlin-Trilogie, aber aus London), Queen (Freddie Mercury), The Clash und die Sex Pistols (Punk, 1976), The Smiths und Joy Division (Manchester), Oasis und Blur (Britpop der 90er), Radiohead, Amy Winehouse, Adele, Ed Sheeran, Dua Lipa. Glastonbury (Juni) ist das legendärste Musikfestival der Welt.
Banksy, Turner & die BBC
Banksy — der anonyme Straßenkünstler aus Bristol — ist der berühmteste lebende Künstler Großbritanniens. Seine satirischen Stencil-Graffiti (Girl with Balloon, Kissing Coppers, Flower Thrower) sind politisch, provokant und millionenschwer. In Bristol, London (Shoreditch) und überall im Land tauchen seine Werke auf — und werden sofort zur Sehenswürdigkeit.
J.M.W. Turner (1775–1851) war Großbritanniens größter Maler — seine Licht- und Seestücke (The Fighting Temeraire, Rain, Steam and Speed) nahmen den Impressionismus um Jahrzehnte voraus. Die Tate Britain in London hat die größte Turner-Sammlung. Der Turner Prize (seit 1984) ist Großbritanniens wichtigster Kunstpreis für zeitgenössische Kunst — oft kontrovers, immer diskussionswürdig.
Die BBC (British Broadcasting Corporation, gegründet 1922) ist die einflussreichste Medieninstitution der Welt. Von Doctor Who über David Attenboroughs Naturdokus bis zu den BBC Proms (Sommerkonzertreihe in der Royal Albert Hall) — die BBC prägt die britische Kultur wie keine andere Institution. Der iPlayer (BBC-Streamingdienst) ist leider nur in UK verfügbar, aber die Proms Last Night (mit „Land of Hope and Glory" und „Rule, Britannia!") ist ein spektakuläres Erlebnis live in der Royal Albert Hall.
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