Bollywood & indische Popkultur
Bollywood ist die weltweit größte Filmindustrie nach Anzahl der Produktionen — über 1.500 Filme pro Jahr, gesehen von einem Milliardenpublikum. Der Name ist eine Kombination aus Bombay (Mumbais alter Name) und Hollywood, aber der Vergleich greift zu kurz: Bollywood ist kein bloßes Entertainment, es ist der gemeinsame kulturelle Nenner eines Landes mit 22 Sprachen und unzähligen Subkulturen.
Ein klassischer Bollywood-Film dauert 2,5–3 Stunden und folgt einer bewährten Formel: Liebe, Hindernisse, dramatische Familienszenen, mindestens 5–6 Tanzeinlagen mit hundertköpfigen Choreografien, ein Schurke, Tränen, und am Ende siegt die Liebe. Die Songs sind so wichtig wie der Film selbst — sie laufen im Radio, bei Hochzeiten, in Rikschas und Tempeln. Stars wie Shah Rukh Khan, Aamir Khan, Deepika Padukone und Ranveer Singh werden wie Halbgötter verehrt.
Neben Bollywood gibt es bedeutende regionale Filmindustrien: Tollywood (Telugu, Hyderabad), Kollywood (Tamil, Chennai) und Malayalam Cinema (Kerala) — Letzteres produziert einige der künstlerisch anspruchsvollsten Filme Asiens.
Für Touristen: Ein Kinobesuch in Indien ist ein Muss — auch wenn du kein Wort verstehst. Die Atmosphäre in einem vollen indischen Kino (Klatschen, Jubeln, Pfeifen, Handys klingeln) ist ein Kulturerlebnis. Tickets ab 150 ₹ (1,70 €). In Mumbai kannst du Bollywood-Studioführungen buchen und berühmte Drehorte besuchen.