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Planung · Kapitel 1

Willkommen in Italien

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PlanungKapitel 1: Willkommen in Italien
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Willkommen in Italien

Italien ist mehr als ein Reiseziel — es ist ein Lebensgefühl. Von den schneebedeckten Alpen bis zu den sonnenverbrannten Stränden Siziliens, von Michelangelos David bis zu einer perfekten Margherita in Neapel: Kein Land der Welt vereint so viel Kunst, Küche und Kultur auf so engem Raum.

Warum Italien?

Italien ist das Land, das alles hat — und in dem alles ein bisschen schöner, ein bisschen intensiver und ein bisschen dramatischer ist als anderswo. Es gibt gute Gründe, warum es seit Jahrhunderten das Sehnsuchtsziel der Europäer ist:

  • Mehr UNESCO-Welterbestätten als jedes andere Land der Welt — 59 Stätten (Stand 2025), von den Sassi di Matera über die Amalfiküste bis zum historischen Zentrum von Rom. Man könnte ein ganzes Leben damit verbringen, nur Italiens Welterbe zu erkunden, und hätte immer noch nicht alles gesehen.
  • Die beste Küche der Welt — Das ist keine Übertreibung, sondern Statistik: Italienische Küche ist weltweit die beliebteste. Aber was im Ausland als „italienisch" gilt, kratzt nur an der Oberfläche. Jede Region, jede Stadt, jedes Dorf hat eigene Spezialitäten. Die Carbonara in Rom schmeckt anders als in Mailand — und nur in Rom ist sie richtig. Pasta, Pizza, Gelato, Espresso, Wein: Italien hat die Grundlagen der westlichen Esskultur definiert.
  • Kunst, die sprachlos macht — Die Sixtinische Kapelle, Botticellis Geburt der Venus in den Uffizien, Leonardos Abendmahl in Mailand, der Markusdom in Venedig, die Mosaiken von Ravenna. Italien besitzt geschätzte 60–70% des gesamten Kunstschatzes der Welt. In kaum einem anderen Land stolpert man so häufig über Meisterwerke — in Kirchen, auf öffentlichen Plätzen, in unscheinbaren Kapellen.
  • Landschaftliche Vielfalt — Die Dolomiten gehören zu den schönsten Gebirgen der Erde. Die Amalfiküste ist eine der spektakulärsten Küstenstraßen. Die Toskana mit ihren sanften Hügeln, Zypressen und Weinbergen ist der Inbegriff mediterraner Landschaft. Und dann sind da noch die Vulkaninseln, die Seen Norditaliens, Sardiniens Smaragdküste und Siziliens wilde Berglandschaft.
  • La Dolce Vita ist keine Floskel — In Italien versteht man es wie nirgendwo sonst, das Leben zu genießen. Der morgendliche Espresso an der Bar, der Aperitivo um 18 Uhr, das lange Abendessen mit Freunden, der Passeggiata (Abendspaziergang) — das sind keine touristischen Klischees, sondern gelebte Kultur. Und sie färbt ab.
  • 2.700 Jahre Geschichte zum Anfassen — Von den Etruskern über das Römische Reich, die Renaissance, die Barock-Epoche bis zum Risorgimento: Italien hat praktisch jedes Kapitel europäischer Geschichte mitgeschrieben. Und das Beste: Die Zeugnisse dieser Geschichte sind nicht in Museen weggeschlossen, sondern Teil des Alltags. In Rom fährt die Metro an antiken Ruinen vorbei, in Florenz kauft man Obst in Renaissancegebäuden.
  • Mode & Design — Mailand ist eine der Modehauptstädte der Welt. Armani, Versace, Prada, Gucci, Valentino, Dolce & Gabbana — italienisches Design steht für Eleganz, Handwerk und Sinnlichkeit. Aber auch jenseits der Haute Couture ist Italien ein Land des guten Geschmacks: Vespa, Bialetti-Mokka, Murano-Glas, Ferrari.
  • Wein ohne Ende — Italien ist der größte Weinproduzent der Welt (vor Frankreich!) mit über 500 autochthonen Rebsorten. Barolo und Barbaresco aus dem Piemont, Chianti und Brunello aus der Toskana, Amarone aus Venetien, Nero d'Avola aus Sizilien — und dazu die Entdeckungen: Vermentino aus Sardinien, Aglianico aus Kampanien, Lagrein aus Südtirol.
  • Familienfreundlich — Italiener lieben Kinder. Wirklich. Bambini sind überall willkommen, auch spätabends im Restaurant. Die Infrastruktur für Familien ist gut, das Essen kindertauglich (welches Kind sagt Nein zu Pizza und Pasta?), und die Strände — besonders an der Adria, in Kalabrien und auf Sardinien — sind flach und sicher.
  • Kurze Anreise — Von Deutschland aus ist Italien in 1,5 bis 2,5 Flugstunden erreichbar. Wer das Auto nimmt, fährt über den Brenner in 6–8 Stunden nach Verona oder an den Gardasee. Und die Zugverbindungen werden immer besser: Der ÖBB Nightjet fährt direkt von München und Wien nach Rom, Venedig und Mailand.

Italien ist kein Land, das man „abhakt". Es ist ein Land, in das man immer wieder zurückkehrt — und jedes Mal etwas Neues entdeckt. Dieser Reiseführer hilft dabei, die richtige Ecke für die nächste Reise zu finden.

Italien auf einen Blick

ThemaDetails
Offizieller NameRepubblica Italiana (Italienische Republik)
Fläche301.340 km² (etwa so groß wie Deutschland ohne Bayern und Baden-Württemberg)
Einwohnerca. 59 Millionen (2025)
HauptstadtRom (Roma) — ca. 2,8 Millionen Einwohner, Großraum ca. 4,3 Mio.
SpracheItalienisch (regionale Minderheitensprachen: Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal, Slowenisch in Friaul, Sardisch auf Sardinien)
WährungEuro (€) — Italien ist Eurozone seit 2002
ZeitzoneMEZ (UTC+1), Sommerzeit wie Deutschland — keine Zeitumstellung nötig
Strom230V, Typ C/F/L — Typ-C-Stecker (Eurostecker) funktioniert überall, für Typ-F (Schuko) kann gelegentlich ein Adapter nötig sein (Typ L hat 3 runde Stifte in einer Reihe)
TrinkwasserLeitungswasser ist fast überall trinkbar und von guter Qualität. In Rom gibt es über 2.500 öffentliche Trinkwasserbrunnen (Nasoni). Auf Sardinien und in einigen südlichen Regionen kann das Wasser stark gechlort sein
EU-MitgliedJa (Gründungsmitglied 1957), Schengen-Raum, Eurozone — keine Grenzkontrollen, keine Zollformalitäten
Küstenlängeca. 7.600 km
Höchster BergMont Blanc / Monte Bianco (4.807 m, Grenze zu Frankreich) bzw. Gran Paradiso (4.061 m) als höchster ganz in Italien liegender Gipfel
ReligionÜberwiegend römisch-katholisch (~80%), Sitz des Vatikans in Rom
Telefonvorwahl+39 — die führende Null der Ortsvorwahl wird NICHT weggelassen (anders als in den meisten Ländern!)
Internet-TLD.it
Kfz-KennzeichenI
Regionen20 Verwaltungsregionen, davon 5 mit Sonderstatus (Südtirol, Aostatal, Friaul-Julisch Venetien, Sardinien, Sizilien)

Regionen im Überblick

Italien erstreckt sich über 1.200 km von den Alpen bis fast nach Afrika. Acht Regionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

🏛️ Rom

Für wen: Geschichtsbegeisterte, Kunst- und Kulturliebhaber, Foodies, Pilger
Die Ewige Stadt ist ein Freilichtmuseum der Weltgeschichte. Kolosseum, Forum Romanum, Vatikan mit Sixtinischer Kapelle, Pantheon, Trevi-Brunnen — die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist überwältigend. Dazu kommen die lebendigen Stadtviertel Trastevere und Testaccio, eine der besten Essszenen Italiens und das unvergleichliche Gefühl, durch 2.700 Jahre Geschichte zu spazieren. Mindestens 4–5 Tage einplanen.

🌻 Toskana

Für wen: Romantiker, Weinliebhaber, Kunstfreunde, Ruhesuchende
Die Toskana ist der Inbegriff des italienischen Traums: sanfte Hügel mit Zypressen, mittelalterliche Städte auf Bergrücken, Chianti-Weinberge und Renaissance-Meisterwerke. Florenz allein könnte Wochen füllen (Uffizien, Dom, Ponte Vecchio). Dazu Siena mit dem Palio, Pisa mit dem Schiefen Turm, San Gimignano mit seinen Geschlechtertürmen und das Weinland des Chianti. Ideale Region für eine Mietwagen-Rundreise.

🌊 Amalfiküste & Kampanien

Für wen: Romantiker, Strandurlauber, Foodies, Vulkan-Fans
Die dramatischste Küste Europas: Pastelfarbe Häuser kleben an steilen Klippen über türkisblauem Meer. Positano, Amalfi und Ravello sind Traumdörfer. Neapel ist rau, laut, chaotisch — und hat die beste Pizza der Welt. Pompeji und Herculaneum bieten Zeitreisen ins Römische Reich. Die Insel Capri ist ein Luxusparadies mit der legendären Blauen Grotte.

🏔️ Norditalien

Für wen: Mode-Fans, Seenliebhaber, Opernfreunde, Aktivurlauber
Mailand ist Italiens Wirtschaftsmotor und Modehauptstadt mit dem berühmten Dom und Leonardos Abendmahl. Die oberitalienischen Seen — Comer See, Gardasee, Lago Maggiore — gehören zu den romantischsten Orten Europas. Verona begeistert mit Romeo und Julia und der Arena. Die Dolomiten sind ein UNESCO-Welterbe und Paradies für Wanderer und Skifahrer.

🎭 Venedig & Venetien

Für wen: Romantiker, Kunst- und Architekturliebhaber, Genießer
Venedig ist einzigartig auf der Welt: Eine Stadt auf 118 Inseln, verbunden durch über 400 Brücken, ohne ein einziges Auto. Markusdom, Dogenpalast, Rialtobrücke und Gondelfahrten sind Pflichtprogramm. Aber Venedig ist auch die Biennale, Harry's Bar, frische Cicchetti und stille Kanäle abseits der Touristenströme. Auf dem Festland locken Padua, Vicenza und die Prosecco-Hügel.

🌋 Sizilien

Für wen: Abenteurer, Geschichtsfans, Foodies, Strandliebhaber
Die größte Mittelmeerinsel ist ein eigener Kontinent: griechische Tempel in Agrigent und Syrakus, normannische Kathedralen in Palermo und Monreale, der aktive Vulkan Ätna, barocke Städte wie Noto und Ragusa, und eine Küche, die arabische, griechische und spanische Einflüsse vereint. Sizilien ist rauer und authentischer als der Norden — und genau das macht seinen Reiz aus.

🏖️ Sardinien

Für wen: Strandliebhaber, Taucher, Naturfreunde, Luxusreisende
Sardinien hat einige der schönsten Strände Europas: die Costa Smeralda glitzert smaragdgrün, La Pelosa bei Stintino ist karibisch weiß, und die Cala Goloritze ist ein Naturwunder. Dazu kommen die mysteriösen Nuraghen (bronzezeitliche Turmbauten), eine eigenständige Kultur, wilde Berglandschaften im Gennargentu und ein Hinterland, das kaum ein Tourist je zu sehen bekommt.

🌅 Ligurien & Cinque Terre

Für wen: Wanderer, Romantiker, Foodies, Fotografen
Die schmale Küste zwischen Alpen und Mittelmeer bietet die legendären Cinque Terre — fünf bunte Fischerdörfer an steilen Klippen, verbunden durch Wanderwege mit spektakulärer Aussicht. Genua überrascht als unterschätzte Kulturstadt mit dem größten mittelalterlichen Stadtkern Europas. Portofino ist der glamouröseste Hafen der Riviera. Und das Pesto alla Genovese schmeckt hier hundertmal besser als überall sonst.

Top 20 Erlebnisse

  1. Das Kolosseum bei Sonnenuntergang — Roms antikes Amphitheater ist noch immer überwältigend. Die Abendführungen (wenn verfügbar) mit Zugang zur Arena-Ebene sind das ultimative Erlebnis. → Kap. Rom
  2. Florenz: Die Uffizien — Botticellis Geburt der Venus, Leonardos Verkündigung, Raffaels Madonnen — die größte Sammlung der Renaissance unter einem Dach. Skip-the-line-Tickets sind Pflicht. → Kap. Toskana
  3. Die Amalfiküste entlangfahren — Die SS163 von Sorrento nach Salerno ist eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt: Haarnadelkurven über dem Abgrund, Bougainvillea, azurblaues Meer. → Kap. Amalfiküste
  4. Pizza in Neapel essen — Bei Da Michele, Sorbillo oder Starita eine Margherita bestellen und verstehen, warum Neapel die Geburtsstätte der Pizza ist. Teig wie eine Wolke, San-Marzano-Tomaten, Büffelmozzarella. 4–7 €. → Kap. Amalfiküste
  5. Venedigs Kanäle bei Morgendämmerung — Bevor die Kreuzfahrttouristen kommen: Allein durch die stillen Gassen und über die Brücken wandern, wenn die Stadt noch den Einheimischen gehört. → Kap. Venedig
  6. Sonnenuntergang über Florenz vom Piazzale Michelangelo — Der Panoramablick über die Dächer von Florenz mit dem Dom, dem Palazzo Vecchio und dem Arno ist der schönste in Italien. Prosecco mitbringen. → Kap. Toskana
  7. Die Sixtinische Kapelle — Michelangelos Deckenfresko ist eines der größten Kunstwerke der Menschheit. Freitags abends (wenn die Vatikanischen Museen bis 22:30 Uhr öffnen) ist es deutlich leerer. → Kap. Rom
  8. Cinque Terre erwandern — Den Sentiero Azzurro von Riomaggiore nach Monterosso wandern: fünf bunte Dörfer, Weinbergterrassen, Meerblick, und am Ende ein Sprung ins Wasser. → Kap. Ligurien
  9. Chianti-Weinprobe — Auf einem toskanischen Weingut zwischen Zypressen und Olivenhainen einen Chianti Classico verkosten, dazu Bruschetta mit eigenem Olivenöl. La Dolce Vita pur. → Kap. Toskana
  10. Pompeji durchwandern — Die im Jahr 79 n. Chr. unter Vulkanasche begrabene Stadt ist eine Zeitkapsel: Straßen, Häuser, Fresken, Thermen, sogar Graffiti sind erhalten. Ein ganzer Tag reicht kaum. → Kap. Amalfiküste
  11. Auf dem Ätna stehen — Europas aktivster Vulkan (3.357 m) auf Sizilien lässt sich bis zum Kraterrand besteigen. Die Mondlandschaft aus erkalteter Lava, die Dampfsäulen und der Blick über Sizilien sind unvergesslich. → Kap. Sizilien
  12. Aperitivo in Mailand — Um 18 Uhr in den Navigli-Vierteln: Aperol Spritz oder Negroni für 8–12 €, dazu ein üppiges Buffet aus Antipasti, Pasta, Focaccia. Ein Mailänder Ritual, das zur Institution geworden ist. → Kap. Norditalien
  13. Sardiniens Traumstrände — La Pelosa, Cala Goloritze, Spiaggia del Principe — weißer Sand, smaragdgrünes Wasser, keine Karibik nötig. → Kap. Sardinien
  14. Sienas Piazza del Campo — Einer der schönsten Plätze der Welt: muschelförmig, mittelalterlich, perfekt proportioniert. Am 2. Juli und 16. August steigt hier der Palio, das wildeste Pferderennen Italiens. → Kap. Toskana
  15. Comer See: Villa del Balbianello — Die Villa auf der Halbinsel bei Lenno ist ein Traum aus Gärten, Terrassen und Seeblick. Bekannt aus „Casino Royale" und „Star Wars". → Kap. Norditalien
  16. Trastevere bei Nacht — Roms stimmungsvollstes Viertel: Kopfsteinpflastergassen, Efeu an den Fassaden, Trattorien mit Kerzen auf dem Tisch, Straßenmusiker auf der Piazza Santa Maria. → Kap. Rom
  17. Das Pantheon betreten — Kostenloser Eintritt in eines der besterhaltenen Bauwerke der Antike (seit 125 n. Chr.). Wenn Regen durch das Opaion (die kreisrunde Öffnung in der Kuppel) fällt, ist der Moment magisch. → Kap. Rom
  18. Palermo: Streetfood-Tour — Arancini, Panelle, Sfincione, Pane con la Milza (Milzbrötchen) — Palermos Straßenmärkte Ballarò und Vucciria sind das kulinarische Abenteuer Italiens. → Kap. Sizilien
  19. Oper in der Arena di Verona — Im Sommer (Juni–September) wird das römische Amphitheater zur größten Freiluft-Oper der Welt: Aida unter Sternenhimmel, 15.000 Zuschauer, Kerzen statt Handys. → Kap. Norditalien
  20. Gelato essen — überall und immer — Italiens Gelaterie sind eine eigene Kunstform. Erkennung guter Gelaterien: Pistazieneis ist grünlich-braun (nicht leuchtend grün), die Sorten der Saison wechseln, und es steht „produzione artigianale" an der Tür. → überall in Italien

Beste Reisezeit & Klima

Italien erstreckt sich über fast 10 Breitengrade — das Klima im Alpenraum bei Bozen unterscheidet sich fundamental von dem auf Sizilien. Grundsätzlich gilt: Mediterranes Klima im Süden und an den Küsten, kontinentales Klima in der Po-Ebene, alpines Klima im Norden.

Beste Reisezeit: April–Juni und September–Oktober

Die absolute Empfehlung für die meisten Reisenden:

  • April/Mai: Frühling in Italien ist ein Traum. Die Toskana blüht, Rom ist noch nicht überhitzt (18–25°C), Venedig hat erträgliche Temperaturen und weniger Touristen. Ostern ist allerdings überall voll und teuer.
  • Juni: Perfekter Sommermonat. Warm genug zum Baden (Wasser 21–23°C), lange Tage, die Hochsaison hat noch nicht voll eingesetzt. Im Süden kann es schon heiß werden (30°C+).
  • September: DER Geheimtipp. Das Meer ist am wärmsten (24–26°C), die Sommermassen sind weg, die Preise fallen um 20–40%. Die Weinlese beginnt in der Toskana und im Piemont. Die Abende sind lang und lau.
  • Oktober: Funktioniert noch wunderbar für Mittel- und Süditalien. Norditalien kann schon kühl sein, aber Rom, die Amalfiküste und Sizilien sind bei 20–25°C ideal. Trüffel-Saison im Piemont!

Hochsaison: Juli–August

Heißes, trockenes Wetter im gesamten Süden (35–40°C in Rom, Neapel, Sizilien). Ferragosto (15. August) ist Italiens heiliger Feiertag — das ganze Land ist am Strand, Städte sind leer, viele Restaurants geschlossen. Preise sind am höchsten, Strände überfüllt. Venedig, Florenz und Rom sind eine Tortur bei 35°C und Millionen Touristen. Wer kann, meidet Juli/August für Städtereisen.

Nebensaison: November–März

Winter in Italien hat seinen eigenen Reiz: Weihnachtsmärkte in Bozen und Trient, Karneval in Venedig (Februar), leere Museen in Florenz, atmosphärisches Rom im Regen. Sizilien und Sardinien sind auch im Winter mild (12–16°C). Die Skisaison in den Dolomiten und Alpen läuft von Dezember bis April. Hotels sind 30–50% günstiger.

Klimatabelle: Rom

MonatLuft °CWasser °CSonnenstd.RegentageBewertung
Januar4–121447⭐⭐
Februar4–131357⭐⭐
März6–161467⭐⭐⭐
April9–191577⭐⭐⭐⭐
Mai13–241895⭐⭐⭐⭐⭐
Juni17–2822103⭐⭐⭐⭐⭐
Juli20–3225111⭐⭐⭐⭐
August20–3226102⭐⭐⭐⭐
September17–282485⭐⭐⭐⭐⭐
Oktober13–232167⭐⭐⭐⭐
November8–171849⭐⭐⭐
Dezember5–131548⭐⭐

Tipp

September ist der ultimative Sweet Spot für Italien: Das Meer hat Badetemperatur, die Sommerhitze ist gebrochen, die Massen sind weg, und die Weinlese in der Toskana und im Piemont sorgt für kulinarische Highlights. Wer flexibel ist — September!

Budget & Kosten

Italien ist kein Schnäppchen, aber auch kein Luxusziel — es kommt stark auf die Region und die Saison an. Venedig und die Amalfiküste sind teuer, Süditalien und Sizilien überraschend günstig. Mit ein paar Tricks lässt sich viel sparen.

Tagesbudget pro Person

Stil€/TagUnterkunftEssenTransport
Backpacker40–65 €Hostel (20–40 €)Pizza al taglio + AperitivoRegionalzüge
Budget65–100 €B&B / Agriturismo einfachTrattoria + BarZüge + gelegentlich Bus
Mittelklasse100–180 €3★-Hotel / gutes B&B (80–140 €)2× RestaurantMietwagen / Schnellzüge
Komfort180–350 €4★-Boutique-Hotel (140–280 €)Gehobene RestaurantsMietwagen + Schnellzüge
Luxus350 €+5★-Hotel / historische VillaFine Dining / MichelinPrivatfahrer / 1. Klasse

Preisbeispiele (2025/2026)

WasPreis
Espresso (an der Bar, stehend)1,10–1,50 €
Cappuccino1,50–2,50 €
Bier (Birra alla spina, 0,4 l)4–7 €
Glas Wein (Hauswein)3–6 €
Pizza Margherita (Pizzeria)6–12 €
Pasta-Gericht (Trattoria)10–16 €
Menü (Pranzo/Mittagessen, 2 Gänge)12–20 €
Gelato (2 Kugeln)2,50–4 €
Kolosseum (Eintritt)16–24 €
Uffizien (Eintritt)20–25 €
Vatikanische Museen (Eintritt)17 €
Gondelfahrt Venedig (30 Min.)80–100 €
Sonnenliege + Schirm (Strand)15–30 €
Schnellzug Rom–Florenz (Trenitalia Frecciarossa)20–55 €

Tipp

Der größte Spartrick in Italien: Steh beim Kaffee an der Bar. Ein Espresso kostet stehend 1,10–1,50 €, am Tisch plötzlich 3–5 €, auf einer Piazza mit Blick 6–8 €. Gleiches gilt für Getränke und Snacks. Und: Restaurants abseits der großen Touristenattraktionen sind fast immer besser und günstiger.

Erstbesucher-Tipps

15 Dinge, die ich gerne vor meiner ersten Italien-Reise gewusst hätte:

  1. Cappuccino nur morgens. Italiener trinken Cappuccino ausschließlich zum Frühstück. Nach 11 Uhr bestellst du Espresso (caffè) oder caffè macchiato. Niemand wird dich aufhalten, aber die Blicke des Barista sprechen Bände.
  2. Coperto ist kein Betrug. Die Gedeck-Gebühr von 1,50–3 € pro Person steht auf der Rechnung und ist völlig normal. Dafür bekommst du Brot und Grissini. In Touristenorten kann sie höher ausfallen — kontrolliere die Karte.
  3. ZTL-Zonen sind Geldfallen. Viele historische Stadtzentren (Rom, Florenz, Mailand, Bologna, Siena) haben Zufahrtsbeschränkungen (Zona Traffico Limitato). Kameras erfassen jedes Nummernschild. Die Strafe: 80–100 € pro Durchfahrt. Prüfe VORHER, ob dein Hotel eine ZTL-Genehmigung ausstellen kann.
  4. Museumstage kennen. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in staatliche Museen frei — das klingt toll, aber die Schlangen sind endlos. Besser: Unter der Woche mit Online-Tickets kommen.
  5. Pranzo (Mittagessen) ist das bessere Abendessen. Viele Restaurants bieten mittags ein vergünstigtes Menü an. Die Qualität ist dieselbe, die Preise 30–40% niedriger, und du bekommst leichter einen Tisch.
  6. Vorsicht vor Touristenfallen. Restaurants mit Anrufern auf der Straße, Menüs in 10 Sprachen und Bildern von Essen sind fast immer schlecht und teuer. Zwei Gassen weiter findest du die Trattoria, in der die Einheimischen essen.
  7. Streiks sind Alltag. Italiens Gewerkschaften streiken regelmäßig — Züge, Busse, Flüge, manchmal sogar Museen. Streiks werden 10 Tage vorher angekündigt. Checke vor der Reise die Webseiten der Verkehrsunternehmen.
  8. Siesta ist real. Zwischen 13 und 16 Uhr schließen viele Geschäfte, Kirchen und kleinere Restaurants. Plane entsprechend — oder mach es wie die Italiener und leg dich hin.
  9. Trinkgeld ist optional. Service ist im Preis inbunden (servizio incluso). Wenn du zufrieden bist, runde auf oder lass 1–2 € auf dem Tisch. 10–15% wie in den USA ist nicht üblich und kann verwirrend wirken.
  10. Die Züge sind besser als ihr Ruf. Trenitalia und Italo verbinden die großen Städte schnell und komfortabel (Rom–Florenz in 1:30h, Rom–Neapel in 1:10h, Rom–Mailand in 2:50h). Frühbucher-Tickets sind unschlagbar günstig (ab 9,90 €).
  11. Leitungswasser ist kostenlos und gut. In Restaurants kannst du „acqua del rubinetto" bestellen — Leitungswasser. Es ist trinkbar und kostenlos. Die meisten Kellner werden trotzdem versuchen, dir Mineralwasser (acqua minerale) zu verkaufen. Bestehe freundlich auf Leitungswasser, wenn du sparen willst.
  12. Sonntags ist vieles zu. Vor allem in kleineren Städten und auf dem Land haben Geschäfte, Supermärkte und viele Restaurants sonntags geschlossen. In Touristenorten weniger ein Problem, aber plane voraus.
  13. Dresscode in Kirchen. Knie und Schultern müssen bedeckt sein — in allen Kirchen, nicht nur im Vatikan. Nimm immer ein leichtes Tuch oder eine lange Hose mit, auch im Hochsommer.
  14. Die „italienische Viertelstunde" gibt es wirklich. Pünktlichkeit wird in Italien lockerer gesehen als in Deutschland. Verabredungen, Busse und Restaurantöffnungen können 10–20 Minuten Spielraum haben. Entspann dich — du bist in Italien.
  15. Nimm weniger mit, als du denkst. Italiens Pflastersteine sind der natürliche Feind des Rollkoffers. Ein Rucksack oder eine leichte Reisetasche ist in den Altstädten von Rom, Venedig und der Cinque Terre Gold wert.

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