Die jordanische Küche
Die jordanische Küche ist arabisch-levantinisch mit starken beduinischen Einflüssen. Sie teilt viele Gerichte mit der palästinensischen, libanesischen und syrischen Küche, hat aber eigene Spezialitäten, die es nirgendwo sonst gibt. Die Grundpfeiler: Olivenöl, Joghurt (Laban), Lamm, Kichererbsen, Gewürze (Za'atar, Sumach, Kreuzkümmel) und natürlich Fladenbrot (Khubz) — das zu jeder Mahlzeit gehört.
Mansaf — Das Nationalgericht
Mansaf ist mehr als ein Gericht — es ist ein kulturelles Ritual. Zarten Lammfleisch in einer cremigen Soße aus Jameed (getrockneter, fermentierter Joghurt aus Ziegenmilch) wird auf einem Berg aus duftendem Gewürzreis serviert, der auf einem riesigen Fladenbrot liegt. Obendrauf: geröstete Mandeln, Pinienkerne und Petersilie.
Traditionell wird Mansaf mit der rechten Hand gegessen: Man formt kleine Kugeln aus Reis und Fleisch und führt sie zum Mund, ohne den Arm auf den Ellbogen zu stützen. Bei Festen wird die Platte auf den Boden gestellt, und die Gäste essen im Stehen darum herum — der Ehrengast bekommt den Kopf des Lamms.
Mansaf gibt es in jedem jordanischen Restaurant (5–10 JOD) und ist die Standardmahlzeit bei Hochzeiten, Beerdigungen, Empfängen und Familientreffen. Wer Jordanien verlässt, ohne Mansaf gegessen zu haben, war nicht in Jordanien.
Weitere Klassiker
Mezze — Die Vorspeisen-Galaxie
Jede jordanische Mahlzeit beginnt mit einer Mezze-Runde: Dutzende kleiner Teller, die den ganzen Tisch bedecken:
- Hummus: Kichererbsenpüree mit Tahini, Olivenöl und Zitrone. Die Basis von allem.
- Mutabbal (Baba Ghanoush): Gegrilltes Auberginenpüree mit Tahini — rauchig und cremig.
- Tabbouleh: Petersilien-Bulgur-Salat mit Tomate und Minze — erfrischend.
- Fattoush: Brotsalat mit Gemüse und Sumach-Dressing.
- Labneh: Abgetropfter Joghurt, dickflüssig wie Frischkäse, mit Olivenöl und Za'atar.
- Falafel: Frittierte Kichererbsenbällchen — in Jordanien perfekt knusprig außen, grün und fluffig innen.
Zarb — Das Beduinen-BBQ
Im Wadi Rum und bei Beduinen erlebst du Zarb — das traditionelle Wüsten-BBQ: Lamm (oder Huhn) und Gemüse (Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln) werden in einen Erdofen geschichtet und unter heißem Sand stundenlang gegart. Das Ergebnis ist unglaublich zartes, aromatisches Fleisch. Der Moment, wenn der Beduine den Sand beiseiteschaufelt und die dampfenden Speisen freilegt, ist ein Erlebnis für sich.
Knafeh — Die süße Sünde
Knafeh ist das beliebteste Dessert der Levante und in Jordanien eine kleine Obsession. Ein Teig aus feinen Engelshaar-Nudeln (Kadaifi) wird mit weichem, salzigem Käse (Nabulsi) gefüllt, in Butter gebacken und mit Zuckersirup (mit Orangenblütenwasser parfümiert) übergossen, gekrönt von gehackten Pistazien. Das Ergebnis: knusprig, käsig, süß, warm — und absolut unwiderstehlich. Die beste Knafeh Ammans gibt es bei Habibah Sweets am Eingang der Rainbow Street (0,50 JOD/Portion).