First Nations, Inuit & Métis
Die indigenen Völker Kanadas umfassen drei Gruppen: First Nations (über 630 Gemeinschaften mit mehr als 50 Sprachen), Inuit (im Norden und in der Arktis) und Métis (Nachkommen von Verbindungen zwischen Europäern und Indigenen). Zusammen machen sie etwa 5 % der Bevölkerung aus — knapp 1,7 Millionen Menschen.
Die Geschichte der Beziehung zwischen Kanada und seinen indigenen Völkern ist von Kolonialismus, Unterdrückung und kulturellem Genozid geprägt. Die Residential Schools (1883–1996) — Internate, in denen über 150.000 indigene Kinder zwangsweise von ihren Familien getrennt, bestraft wurden wenn sie ihre Sprache sprachen, und systematisch misshandelt wurden — sind das dunkelste Kapitel. Tausende Kinder starben in diesen Schulen. 2015 nannte die Truth and Reconciliation Commission das System einen „kulturellen Genozid".
Für Reisende gibt es respektvolle Möglichkeiten, indigene Kultur zu erleben: Die Totempfähle in Stanley Park und im Museum of Anthropology (Vancouver), die Haida-Kunst auf Haida Gwaii (BC), das Canadian Museum of History in Ottawa, und indigene Führungen in Nationalparks. Kaufe Kunsthandwerk direkt von indigenen Künstlern (nicht von Souvenir-Shops) — Inuit-Skulpturen aus Speckstein, Haida-Drucke und Métis-Perlenstickerei sind einzigartige Souvenirs mit Geschichte.
Achtung
Indigene Kultur ist KEIN Kostüm und KEIN Souvenir. „Indian Headdresses" auf Festivals, nachgemachte Totempfähle aus Plastik und die Verwendung indigener Symbole ohne Erlaubnis gelten als respektlos. Wenn du indigene Erfahrungen suchst, buche bei indigenen Anbietern — sie kennen die Geschichten und teilen sie gern.