Der Große Brand & das Empire
Der Große Brand von London (1666)
Am 2. September 1666 brach in einer Bäckerei in der Pudding Lane ein Feuer aus, das vier Tage lang wütete und 80% der City of London zerstörte: 13.200 Häuser, 87 Kirchen und die alte St Paul's Cathedral. Erstaunlicherweise starben „nur" wenige Menschen (offiziell: 6, real wohl mehr). Aus der Asche baute Sir Christopher Wren die neue St Paul's Cathedral und über 50 weitere Kirchen. Das Monument (61 Meter, 311 Stufen, 5£) am Ausgangsort des Feuers erinnert daran.
Das Britische Empire
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde London zur Hauptstadt des größten Weltreichs der Geschichte. Auf seinem Höhepunkt kontrollierte das British Empire ein Viertel der Weltbevölkerung und der Landfläche. London war das unangefochtene Zentrum: die Docks verarbeiteten Waren aus aller Welt, die Bank of England dominierte die Weltwirtschaft, und die Museen füllten sich mit Schätzen aus den Kolonien (der Rosetta-Stein aus Ägypten, die Elgin Marbles aus Griechenland, die Benin Bronzes aus Nigeria — die Rückgabedebatte ist heute aktueller denn je).
Viktorianisches London
Unter Königin Victoria (1837–1901) wuchs London zur größten Stadt der Welt (6,7 Millionen Einwohner 1900). Die Underground wurde eröffnet (1863, die erste U-Bahn der Welt!), die großen Bahnhöfe gebaut (St Pancras, Paddington, King's Cross), das Abwassersystem von Joseph Bazalgette konstruiert (nach der „Great Stink" von 1858 — die Themse stank so bestialisch, dass das Parlament evakuiert wurde) und die viktorianischen Stadtteile errichtet, die London bis heute prägen.