Weltkriege & modernes London
Der Blitz (1940–41)
Vom 7. September 1940 bis Mai 1941 bombardierte die deutsche Luftwaffe London 57 aufeinanderfolgende Nächte lang — und danach sporadisch bis 1945. Über 30.000 Londoner starben, 70.000 Gebäude wurden zerstört. Die East-End-Docks und die City wurden am schwersten getroffen. Die Londoner flüchteten in die Underground-Stationen (die als Luftschutzbunker dienten — in den Tunnel von Aldwych kann man heute Führungen buchen) und zeigten den stoischen „Blitz Spirit", der bis heute Teil der britischen Identität ist. Churchill regierte aus dem War Cabinet Room unter der Whitehall (heute: Churchill War Rooms, Eintritt: 25£ — absolut sehenswert!).
Nachkriegszeit & Swinging London
Das Empire zerfiel nach dem Krieg: Indien wurde 1947 unabhängig, Afrika folgte in den 1950ern und 60ern. Die Immigration aus dem Commonwealth — Karibik (Windrush Generation), Indien, Pakistan, Bangladesch, Afrika — verwandelte London in die multikulturelle Metropole, die sie heute ist. In den 1960ern wurde London zum Zentrum der Pop-Kultur: die Beatles auf der Abbey Road, die Rolling Stones im Marquee Club, Carnaby Street als Mode-Mekka, und die British Invasion eroberte die Welt.
London heute
Seit den 1980ern hat sich London neu erfunden: die Docklands wurden zum Finanzzentrum, die Tate Modern eröffnete in einem Kraftwerk, die Olympischen Spiele 2012 regenerierten den Osten, und der Brexit (2016) stellte Londons Verhältnis zu Europa auf den Kopf — London stimmte mit 60% für „Remain". Heute ist London eine Global City der Superlative: 9 Millionen Einwohner, 300+ Sprachen, eine der größten Wirtschaftsleistungen aller Städte weltweit, und trotz (oder wegen) aller Probleme — Wohnungskosten, Brexit-Folgen, soziale Ungleichheit — eine der aufregendsten Städte der Welt.