Maltesische Identität
Die Malteser sind ein Volk der Widersprüche — und genau das macht sie so faszinierend. Auf einer Insel, die kleiner ist als München, hat sich eine eigenständige Kultur entwickelt, die mediterrane Lebenslust mit britischer Ordnung, arabische Sprachtraditionen mit italienischem Temperament und tiefe Religiosität mit erstaunlicher Weltoffenheit verbindet.
Religion & Dorffeste (Festas)
Malta ist eines der katholischsten Länder der Welt: über 85% der Bevölkerung sind katholisch, und die Kirche durchdringt den Alltag mehr als in fast jedem anderen europäischen Land. Jedes Dorf (Malta hat über 360 Kirchen bei 542.000 Einwohnern — das ist Weltrekord pro Kopf!) feiert jährlich die Festa seines Schutzheiligen mit einem mehrtägigen Fest: Prozessionen mit der Heiligenstatue durch die geschmückten Straßen, Blasmusik-Kapellen, illuminierte Kirchenfassaden und spektakuläre Feuerwerke, die zu den besten der Welt gehören. Von Juni bis September findet fast jedes Wochenende irgendwo auf Malta eine Festa statt — ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte.
Familie & Gesellschaft
Die Familie ist das Zentrum des maltesischen Lebens. Sonntagsessen mit der Großfamilie sind heilig, Kinder werden vergöttert, und Großeltern spielen eine zentrale Rolle in der Kinderbetreuung. Malta ist ein Ort, wo Nachbarn sich kennen, wo man abends auf dem Dorfplatz plaudert und wo die Nonna noch Kaninchen im Hinterhof hält.
Gleichzeitig hat Malta in den letzten Jahren erstaunlich progressive Gesetze verabschiedet: gleichgeschlechtliche Ehe (seit 2017), Anti-Diskriminierungsgesetze und Transgender-Rechte. Malta wurde von ILGA-Europe als Nr. 1 in Europa für LGBTQ+-Rechte eingestuft — ein bemerkenswerter Wandel für ein so traditionell katholisches Land.