Die schwimmenden Inseln der Uros★★★
★★★ Islas de los Uros
Es gibt Orte, die wirken wie aus einer anderen Welt — und die schwimmenden Inseln der Uros gehören definitiv dazu. Rund 60 künstliche Inseln aus Totora-Schilf treiben im westlichen Teil des Titicacasees, bewohnt von den Nachfahren des Uros-Volkes, das älter ist als die Inka.
Der Bau einer Insel ist ein ständiger Prozess: Riesige Blöcke aus Schilfwurzeln bilden das Fundament, darauf werden Schichten von getrocknetem Totora-Schilf aufgelegt — bis zu 3 Meter dick. Die Inseln federn unter den Füßen wie ein Wasserbett. Alle paar Wochen müssen neue Schilfschichten aufgelegt werden, da die unteren verrotten.
Die Uros bauen aus Schilf alles: Häuser, Boote (die berühmten "Balsas"), Möbel, sogar Aussichtstürme. Das Schilf ist auch Nahrungsmittel — der weiße, feuchte Kern schmeckt leicht süßlich.
Tourismus vs. Authentizität
Die Uros-Inseln sind touristisch — das lässt sich nicht schönreden. Die Besuche folgen einem Muster: Ankunft, Erklärung des Inselbaus, Besichtigung, Souvenirkauf, Bootsfahrt im Schilfboot. Trotzdem: Die Inseln sind real bewohnt, die Familien leben hier tatsächlich (auch wenn manche nur noch tagsüber kommen). Wer eine authentischere Erfahrung sucht, sollte eine der weniger besuchten, weiter entfernten Inseln ansteuern — frage bei der Buchung explizit danach.
30–45 Min. per Boot ab Puno. Bootstour inkl. Uros + Taquile: 30–50 PEN (8–15€). Abfahrt am Hafen von Puno, täglich ab 7:30.
💡 Tipp
Buche eine Tour, die NICHT nur die ersten Inseln am Eingang besucht (die touristischsten), sondern weiter ins Innere fährt. Und: Bringe Schulsachen, Malstifte oder Bücher für die Kinder mit — das ist sinnvoller als Geld oder Süßigkeiten.