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Regionen · Kapitel 5

Cebu & Bohol

Philippinen Reiseführer

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RegionenKapitel 5: Cebu & Bohol
Regionen · Kapitel 5

Cebu & Bohol

Cebu und Bohol sind das Abenteuer-Herz der Philippinen — zwei Nachbarinseln, die sich perfekt ergänzen. Cebu bietet Walhaie, Sardinen-Schwärme, Canyoneering und eine lebhafte Stadt. Bohol besticht mit den surrealen Chocolate Hills, den winzigen Tarsier-Äffchen und den weißen Stränden von Panglao. Und auf der kleinen Insel Malapascua nördlich von Cebu taucht man mit Fuchshaien. Ein Paradies für aktive Reisende.

Cebu City

Cebu City, Cebu
Fort San Pedro: 30 PHP, Lechon-Mahlzeit: 200–400 PHP

Cebu City ist die zweitgrößte Stadt der Philippinen und das Tor zu den Visayas. Die meisten Reisenden nutzen sie als Umsteigestation — und das ist auch in Ordnung. Aber wer einen halben Tag Zeit hat, findet ein paar sehenswerte Stopps.

Die Basilica del Santo Niño (1565) beherbergt die älteste christliche Reliquie der Philippinen — eine Jesuskind-Figur, die Ferdinand Magellan 1521 der Königin Juana als Taufgeschenk überreichte. Nebenan steht das Magellankreuz (Magellan's Cross), das der Überlieferung nach 1521 an dieser Stelle errichtet wurde. Es markiert den Beginn der Christianisierung der Philippinen.

Das Fort San Pedro (1738) ist die älteste spanische Befestigung des Landes — klein, aber charmant. Der Carbon Market ist Cebus ältester und chaotischster Markt: Berge von tropischen Früchten, getrockneter Fisch, Textilien und ein authentischer Einblick in den philippinischen Alltag.

Für Essen: Larsian BBQ ist ein Open-Air-Grillmarkt, wo man sich den Grillstand seiner Wahl sucht und Fleischspieße, Meeresfrüchte und Reis für fast nichts bestellt. Cebu ist außerdem die Heimat des Lechon — des berühmten philippinischen Spanferkels. Die Zubuchon-Kette (von Anthony Bourdain als „best pig ever" gelobt) ist die beste Adresse.

Tipp

Verbringe maximal einen halben Tag in Cebu City, dann weiter zu den Inseln. Für Lechon: Zubuchon in der Escario Street. Für den Transfer nach Süd-Cebu (Moalboal, Oslob): Ceres-Bus vom South Bus Terminal, ab 150 PHP.

Oslob — Walhaie (Butanding)★★★

Tan-awan, Oslob, Cebu
Täglich 6:00–12:00 (nur morgens)
1.000 PHP (~16 €) Schnorcheln, 1.500 PHP (~25 €) Tauchen

In Oslob an der Südostküste Cebus kann man jeden Morgen mit Walhaien (Rhincodon typus) schwimmen — den größten Fischen der Welt, bis zu 12 Meter lang und völlig harmlos. Die Tiere kommen täglich in die flache Bucht, weil lokale Fischer sie mit Krill anfüttern. Und genau das ist der Knackpunkt.

Das Erlebnis

Man wird morgens mit einem Bangka-Boot hinausgebracht (die Walhaie sind nur 50 Meter vom Ufer entfernt) und schwimmt oder schnorchelt 30 Minuten lang neben diesen sanften Riesen. Die Tiere gleiten majestätisch durchs Wasser, öffnen ihre gewaltigen Mäuler, um Plankton zu filtern, und kommen einem dabei so nah, dass man die Muster auf ihrer Haut erkennen kann. Es ist ein Erlebnis, das Gänsehaut verursacht.

Die Kontroverse

Die Fütterung verändert das natürliche Verhalten der Walhaie: Sie verlernen zu migrieren, werden abhängig von der Fütterung und sind vermehrt Bootspropellern ausgesetzt. Meeresbiologische Organisationen raten davon ab, Oslob zu besuchen. Gleichzeitig hat der Tourismus dem verarmten Fischerdorf wirtschaftlich enorm geholfen — über 1.000 Familien leben heute davon.

Ob man hingeht oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung. Die ethisch unbedenkliche Alternative: Donsol (Sorsogon, Süd-Luzon), wo Walhaie in der Saison (November–Juni) auf natürliche Weise vorbeikommen, ohne Fütterung. Allerdings ist die Sichtung dort nicht garantiert.

Tipp

Wenn du Oslob besuchst: Sei um 6:00 Uhr dort (Beginn), bevor die Touristenbusse kommen. Trage keinen Sonnencreme — die Chemikalien schaden den Tieren. Berühre die Walhaie nicht und halte Mindestabstand (2 Meter offiziell, in der Praxis schwierig). Das Erlebnis dauert 30 Minuten — das reicht.

Achtung

Die Walhai-Interaktion in Oslob ist ethisch umstritten. Die Tiere werden angefüttert, was ihr natürliches Verhalten verändert. Viele Umweltorganisationen raten von einem Besuch ab. Informiere dich vorher und triff eine bewusste Entscheidung.

Moalboal — Sardine Run & Schildkröten★★★

Panagsama Beach, Moalboal, Cebu
Schnorcheln: kostenlos (eigene Ausrüstung) oder 100–200 PHP Leihgebühr, Fundive: 1.200–1.800 PHP

Moalboal an der Westküste Cebus ist einer der besten Schnorchelplätze der Welt — und das völlig kostenlos direkt vom Strand aus. Vor Panagsama Beach hat sich ein permanenter Schwarm von Millionen Sardinen niedergelassen — ein silberner Tornado im Wasser, der sich dreht, teilt und wieder zusammenfügt, während du hindurchschwimmst. Es ist ein Naturschauspiel, das man normalerweise nur in teuren BBC-Dokumentationen sieht.

Dazu kommen Meeresschildkröten (Karettschildkröten und Grüne Meeresschildkröten), die sich am Seegras vor dem Strand satt fressen und beim Schnorcheln in Armeslänge an dir vorbeigleiten. Plus ein farbenfrohes Korallenriff, das direkt an der Steilkante (Drop-off) beginnt — von 2 Metern Tiefe geht es senkrecht auf 30 Meter hinunter. Perfekt zum Tauchen und Schnorcheln gleichermaßen.

Moalboal hat sich vom Backpacker-Geheimtipp zur beliebten Taucherdestination entwickelt. Die Atmosphäre ist entspannt, die Preise vernünftig, und die Unterwasserwelt ist auf Weltklasse-Niveau. Nachts verwandelt sich die Panagsama-Uferstraße in eine gemütliche Barmeile — Livemusik, San Miguel Beer und frischer Fisch vom Grill.

Tipp

Der Sardine Run ist am eindrucksvollsten morgens zwischen 7 und 9 Uhr, wenn das Licht ins Wasser fällt und die Schwärme silbern glitzern. Einfach am Panagsama Beach ins Wasser gehen und ca. 50 Meter hinausschwimmen — du kannst sie nicht verfehlen. Maske und Schnorchel gibt es vor Ort für 100–200 PHP zu leihen.

Kawasan Falls & Canyoneering★★★

Badian / Kawasan, Süd-Cebu
Canyoneering: 7:00–14:00, Wasserfälle: 6:00–17:00
Canyoneering Tour: 1.500–2.500 PHP (~25–41 €), Wasserfall-Eintritt: 45 PHP

Die Kawasan Falls sind die berühmtesten Wasserfälle der Philippinen — drei Kaskaden, die sich in türkisfarbene Naturpools ergießen, eingerahmt von dichtem Tropenwald. Das Wasser hat eine unwirklich blaue Farbe, die von den Mineralien im Kalkstein stammt.

Noch aufregender als die Wasserfälle selbst ist das Canyoneering — ein Ganztages-Abenteuer, bei dem du dich von Badian durch Schluchten, natürliche Wasserrutschen und Klippen bis zu den Kawasan Falls durchkämpfst. Das beinhaltet:

  • Klippenspringen: Von 3 bis 15 Metern — du wählst deine Höhe. Das Wasser ist tief genug und kristallklar.
  • Natürliche Wasserrutschen: Glatte Felsformationen, über die du ins Wasser rutschst.
  • Schwimmen durch Schluchten: Durch enge Felsspalten, in denen das Wasser smaragdgrün leuchtet.
  • Abseilen (optional): An einem Wasserfall entlang abseilen.

Das Canyoneering dauert 3–5 Stunden und endet an den Kawasan Falls, wo du dich im Pool erholen kannst. Ein lokaler Guide ist Pflicht (und im Preis inbegriffen). Schwimmweste, Helm und wasserdichte Tasche werden gestellt. Man muss nicht superfit sein, aber schwimmen können und etwas Mut zum Springen mitbringen.

Tipp

Buche das Canyoneering über dein Hostel/Hotel in Moalboal (inklusive Transport, Guide und Ausrüstung ab 1.500 PHP/~25 €). Starte früh (7:00), um den Massen zu entgehen. Bringe Wasserschuhe mit (oder kaufe billige am Startpunkt für 100 PHP) — die Felsen sind rutschig. GoPro/wasserdichtes Handy ist ein Muss!

Bohol — Chocolate Hills, Tarsier & Panglao★★★

Tagbilaran / Carmen / Panglao, Bohol
Chocolate Hills: 8:00–17:00, Tarsier Sanctuary: 9:00–16:00
Chocolate Hills: 50 PHP, Tarsier Sanctuary: 60 PHP, Countryside Tour: 2.000–3.000 PHP, Balicasag Island Hopping: 1.500 PHP

Bohol ist die Nachbarinsel von Cebu — 2 Stunden per FastCraft-Fähre von Cebu City (ab 500 PHP). Hier warten drei der ikonischsten Sehenswürdigkeiten der Philippinen:

Chocolate Hills

1.268 perfekt kegelförmige Hügel, die sich über ein Gebiet von 50 Quadratkilometern erstrecken. In der Trockenzeit (Februar–Mai) trocknet das Gras aus und die Hügel färben sich schokoladenbraun — daher der Name. In der Regenzeit sind sie sattgrün, was ebenfalls spektakulär aussieht. Die Entstehung ist geologisch umstritten: wahrscheinlich angehobene Korallenriffe, die über Jahrmillionen von Regen und Wind geformt wurden. Der beste Viewpoint ist das Carmen Observation Deck — 214 Stufen nach oben, aber die 360°-Aussicht ist es wert.

Tarsier (Koboldmaki)

Die Philippinischen Koboldmakis (Tarsier) sind eines der kleinsten Primaten der Welt — nur 8–16 Zentimeter groß, mit riesigen Augen, die nachts leuchten. Sie sind extrem scheu und stressempfindlich. Besuche nur das Philippine Tarsier Sanctuary in Corella — hier werden die Tiere in ihrem natürlichen Habitat geschützt. Vermeide die touristischen „Tarsier-Farmen", in denen die Tiere für Fotos gefangen gehalten werden (erkennbar daran, dass man sie anfassen oder mit Blitz fotografieren darf). In der Schutzstation herrschen strenge Regeln: Kein Blitz, kein Lärm, kein Berühren, Mindestabstand 1 Meter.

Panglao Island — Strände

Die Insel Panglao ist über eine Brücke mit Bohol verbunden und bietet die besten Strände der Region. Alona Beach ist der touristische Hauptstrand: Tauchshops, Restaurants, Nachtleben und Island-Hopping-Touren zu Balicasag Island (exzellentes Schnorcheln mit Schildkröten und einem spektakulären Drop-off). Ruhiger und schöner ist der Dumaluan Beach — weiter, weniger Bars, feiner Sand.

Eine Countryside Tour (Tagesausflug mit Tricycle oder Van) kombiniert die Chocolate Hills, die Tarsier-Station, die Loboc River Cruise (Bootsfahrt mit Buffet-Mittagessen auf dem Fluss, 550 PHP), die Baclayon Church (1596, eine der ältesten Steinkirchen der Philippinen) und die hängenden Brücken über den Fluss. Alles an einem Tag machbar.

Tipp

Die beste Kombination: Tag 1 Countryside Tour (Chocolate Hills, Tarsier, Loboc River). Tag 2 Panglao Strände + Island Hopping nach Balicasag. Fähre von Cebu morgens um 6:00 buchen, um den Tag voll zu nutzen.

Malapascua — Fuchshaie★★

Malapascua Island, Daanbantayan, Cebu
Thresher Shark Tauchgang: 5:00–7:00 morgens
Fundive: 1.800–2.500 PHP (~29–41 €), Unterkunft: ab 800 PHP (~13 €)

Die winzige Insel Malapascua (2,5 km lang, 1 km breit) liegt vor der Nordspitze Cebus und ist der einzige Ort der Welt, an dem man fast täglich Fuchshaie (Thresher Sharks) sehen kann. Diese eleganten Haie mit ihrer charakteristischen, überlangen Schwanzflosse kommen jeden Morgen an die Putzerstationen auf dem Unterwasserberg Monad Shoal, um sich von kleinen Putzerfischen reinigen zu lassen.

Der Tauchgang beginnt um 5:00 Uhr morgens (ja, wirklich) — man steigt in der Dunkelheit ins Boot, fährt 30 Minuten zum Tauchplatz und wartet auf 20–25 Metern Tiefe, bis die Haie auftauchen. Die Sichtungsrate liegt bei über 90 %. Die Fuchshaie sind scheu und halten Abstand, aber das Zusammentreffen in der Morgendämmerung, wenn das erste Licht das Wasser durchbricht und diese majestätischen Tiere lautlos vorbeigleiten, ist eines der emotionalsten Taucherlebnisse weltweit.

Malapascua bietet auch hervorragendes Tauchen abseits der Haie: Gato Island (Unterwasserhöhle mit gebänderten Seeschlangen), Kalanggaman Island (perfekte Sandbank zum Schnorcheln und Entspannen) und das Dona Marilyn Wreck (Passagierschiff, das 1988 sank). Die Insel selbst ist autofrei, charmant und entspannt — Bounty Beach im Süden ist der Hauptstrand.

Tipp

Mindestens 2 Nächte auf Malapascua einplanen. Der Thresher-Shark-Tauchgang (ab 2.500 PHP/~41 €) lohnt sich auch als erfahrener Taucher jedes Mal. Advanced Open Water empfohlen (25 Meter Tiefe). Anreise: Bus von Cebu City nach Maya Pier (4 Stunden, 200 PHP), dann Bangka-Boot (30 Min., 100 PHP).

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