Natur & Tierwelt
7.641 Inseln & das Korallendreieck
Die Philippinen bestehen aus 7.641 Inseln (bei Ebbe — bei Flut sind es weniger). Davon sind nur etwa 2.000 bewohnt und nur 500 größer als einen Quadratkilometer. Die drei Hauptgruppen sind Luzon (Norden), Visayas (Mitte) und Mindanao (Süden).
Das wahre Wunder liegt unter Wasser: Die Philippinen bilden die nordwestliche Ecke des Korallendreiecks (Coral Triangle), das sich über sechs Länder erstreckt und die höchste marine Biodiversität der Welt beherbergt. Was das bedeutet:
- 500+ Korallenarten — mehr als im gesamten Atlantik
- 2.500+ Fischarten — darunter Walhaie, Mantarochen, Fuchshaie, Hammerhaie
- Meeresschildkröten — 5 von 7 Arten weltweit kommen hier vor
- Dugongs (Seekühe) — eine der letzten signifikanten Populationen Südostasiens
Das Tubbataha Reef Natural Park (UNESCO, südlich von Palawan) ist das spektakulärste Meeresschutzgebiet: Ein Atoll mitten in der Sulu-See, erreichbar nur per Liveaboard-Boot (März–Juni), mit Sichtweiten von 30–40 Metern und der höchsten Korallendichte des Planeten. Für Taucher ist Tubbataha der Heilige Gral.
Vulkane, Reisterrassen & Regenwälder
Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring — die geologische Aktivität hat spektakuläre Landschaften geformt, bringt aber auch Gefahren mit sich.
Vulkane
- Mayon (2.462 m, Albay): Der „perfekte Kegel" — einer der fotogensten Vulkane der Welt. Aktiv und gefährlich: Der letzte große Ausbruch war 2018. Die Region um Legazpi ist trotzdem sicher und bietet ATV-Touren über alte Lavafelder.
- Pinatubo (1.486 m, Zambales): Der Ausbruch von 1991 war der zweitgrößte des 20. Jahrhunderts und veränderte das globale Klima. Heute kann man zum Kratersee wandern — ein türkisfarbener See in einem gewaltigen Krater. Tagesausflug ab Manila (3.000–4.000 PHP mit Guide).
- Taal (311 m, Batangas): Ein Vulkan in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel. Die bizarrste geologische Formation der Philippinen. Liegt nur 2 Stunden südlich von Manila.
Reisterrassen
Die Ifugao-Reisterrassen (Banaue, Batad, Hapao, Mayoyao, Nagacadan) sind 2.000 Jahre alt und UNESCO-Welterbe. Sie sind nicht nur spektakulär schön, sondern auch ein ingenieurtechnisches Meisterwerk der Bewässerung und Terrassierung.
Regenwälder & Tierwelt
Die Philippinen sind ein Biodiversitäts-Hotspot mit einer extrem hohen Rate an Endemismus: Viele Arten gibt es nur hier. Der Philippinische Adler (Pithecophaga jefferyi) ist der größte Adler der Welt und das Nationaltier — mit nur noch 400–500 Exemplaren akut bedroht. Der Philippinische Tarsier (Koboldmaki) auf Bohol ist eines der kleinsten Primaten der Welt. Die Philippinische Maus-Hirsch (Tragulus) ist kleiner als eine Hauskatze.
Taifune & Naturgewalten
Die Philippinen werden von durchschnittlich 20 Taifunen pro Jahr getroffen — mehr als jedes andere Land. Die Taifunsaison dauert von Juni bis November, mit dem Höhepunkt zwischen August und Oktober.
Der verheerendste Taifun der jüngeren Geschichte war Super-Taifun Haiyan (Yolanda) am 8. November 2013: Windgeschwindigkeiten von über 315 km/h, eine Sturmflut von 5–6 Metern und über 6.300 Tote. Die Stadt Tacloban auf Leyte wurde fast vollständig zerstört. Die Bilder gingen um die Welt und zeigten die Verwundbarkeit des Archipels.
Neben Taifunen sind die Philippinen auch anfällig für Erdbeben (die Inseln liegen auf mehreren tektonischen Platten), Vulkanausbrüche (23 aktive Vulkane) und Überschwemmungen (besonders in Manila, das zum Teil unter dem Meeresspiegel liegt). Der Klimawandel verschärft alle diese Risiken.
Die Resilienz der Filipinos angesichts dieser Naturgewalten ist bemerkenswert: Nach jedem Taifun wird aufgeräumt, wiederaufgebaut und weitergemacht. Das Motto „Bahala na" (was auch immer geschieht, geschieht) ist gleichzeitig fatalistisch und pragmatisch — und ein Zeichen tiefer innerer Stärke.
Achtung
Verfolge die Wettermeldungen von PAGASA (pagasa.dost.gov.ph) während der Taifunsaison. Bei Taifunwarnung: Folge den lokalen Anweisungen, bleib in festen Gebäuden, halte Wasser und Taschenlampe bereit. Fähren und Inlandsflüge werden bei Taifunwarnung eingestellt — plane Pufferzeiten ein.
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