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Regionen · Kapitel 4

Palawan

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RegionenKapitel 4: Palawan
Regionen · Kapitel 4

Palawan

Palawan wird regelmäßig zur „schönsten Insel der Welt" gewählt — und wer einmal in den smaragdgrünen Lagunen von El Nido geschnorchelt, die versunkenen Schiffswracks von Coron betaucht oder den unterirdischen Fluss von Puerto Princesa befahren hat, versteht sofort warum. Diese 450 Kilometer lange Insel am westlichen Rand der Philippinen ist ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht.

El Nido — Lagunen & Island Hopping★★★

El Nido, Palawan
Island Hopping Touren: täglich 9:00–16:00
Touren: 1.200–1.500 PHP (~20–25 €) inkl. Lunch, Eco Fee: 200 PHP

El Nido ist das Juwel der Philippinen — ein Küstenstädtchen an der Nordspitze Palawans, eingerahmt von dramatischen Kalksteinklippen, die senkrecht aus dem smaragdgrünen Meer ragen. Der Name kommt von den Schwalbennestern (nido), die in den Felsnischen geerntet werden und als Delikatesse nach China exportiert werden.

Das Highlight sind die Island-Hopping-Touren, die in vier Standard-Routen unterteilt sind:

  • Tour A (Pflicht!): Big Lagoon (die ikonischste — Kajakfahrt durch türkises Wasser zwischen Kalksteinfelsen), Secret Lagoon (durch einen schmalen Spalt schwimmen), Shimizu Island (Schnorcheln), 7 Commando Beach (Strand mit Volleyballnetz und Bar). Ab 1.200 PHP (~20 €) inkl. Mittagessen.
  • Tour B: Snake Island (Sandbank in Schlangenform), Cudugnon Cave (Höhle mit archäologischen Funden), Cathedral Cave, Pinagbuyutan Island. Mehr Abenteuer, weniger Touristen.
  • Tour C: Hidden Beach (einsamer Strand, nur per Boot erreichbar), Matinloc Shrine (verlassene Kapelle auf einer Klippe), Secret Beach (durch ein Loch in der Felswand schwimmen), Helicopter Island. Der Favorit vieler Reisender.
  • Tour D: Cadlao Lagoon, Pasandigan Beach, Nat Nat Beach, Bukal Beach. Die ruhigste Tour mit weniger Booten.

Abseits der Touren bietet El Nido spektakuläre Sonnenuntergänge vom Strand aus (Las Cabanas Beach ist der Hotspot mit einer Zipline über dem Wasser), exzellentes Tauchen (Schildkröten, Rochen, Korallengärten) und eine lebhafte Barszene mit Beachbars direkt am Meer.

Die Stadt selbst ist klein und fußläufig: Eine Hauptstraße mit Restaurants, Tauchshops und Souvenirläden. Die Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren massiv verbessert — es gibt inzwischen ATMs, schnelles Internet und sogar einen kleinen Flughafen (Lio Airport, Flüge aus Manila mit AirSWIFT).

Tipp

Buche Tour A und Tour C — das sind die beiden besten. Kombiniere sie an verschiedenen Tagen. Starte morgens um 9 Uhr, um vor den Massen in den Lagunen zu sein. Bringe eine wasserdichte Tasche für dein Handy mit und Reef-Safe-Sonnencreme. Die Bootsmänner kochen ein überraschend gutes Mittagessen am Strand.

Achtung

El Nido hat eine Umweltabgabe von 200 PHP (Eco Tourism Development Fee), gültig für 10 Tage. Zahle sie am Büro am Hafen — ohne das Zertifikat darfst du keine Touren machen. Plastikflaschen sind in El Nido verboten — bringe eine wiederverwendbare Flasche mit.

Coron — Schiffswracks & Seen★★★

Coron, Busuanga Island, Palawan
Tauchshops: 7:00–18:00, Island Hopping: 8:00–16:00
Fundive: 1.800–2.500 PHP (~29–41 €), Island Hopping: 1.500–2.000 PHP (~25–33 €), Kayangan Lake Eintritt: 300 PHP

Coron auf der Insel Busuanga ist das Tauchparadies der Philippinen — und eines der besten Wrack-Tauchreviere der Welt. Am 24. September 1944 versenkten amerikanische Flugzeuge eine japanische Flotte in der Bucht von Coron. Heute liegen 12 japanische Schiffswracks in 10–40 Metern Tiefe — überzogen mit Korallen und bewohnt von Schwärmen tropischer Fische. Ein Unterwasser-Museum, das seinesgleichen sucht.

Die wichtigsten Wracks für Taucher:

  • Irako: 150 Meter langes Kühlschiff auf 28–42 Metern. Das größte und spektakulärste Wrack, nur für erfahrene Taucher (Advanced).
  • Akitsushima: Wasserflugzeugträger mit noch sichtbarem Kran. Auf 20–38 Metern.
  • Okikawa Maru: Öltanker auf 10–26 Metern, auch für Anfänger geeignet. Riesige Schwärme von Fledermausfischen.
  • Skeleton Wreck: Kleines, flaches Wrack (5–25 Meter) — perfekt für Open-Water-Taucher.

Aber Coron ist weit mehr als Tauchen. Der Kayangan Lake ist der Postkarten-Moment: Ein kristallklarer See inmitten von Kalksteinklippen, erreichbar über eine steile Treppe. Das Wasser ist eine Mischung aus Süß- und Salzwasser mit einer Sichtweite von bis zu 15 Metern — man sieht jeden Stein auf dem Grund. Der Barracuda Lake daneben bietet ein surreales Taucherlebnis mit Thermokline (warme und kalte Wasserschichten wechseln sich ab).

Island Hopping in Coron führt zu den Twin Lagoons (zwei Lagunen, verbunden durch einen Unterwassertunnel), CYC Beach (puderweißer Sandstrand) und den Siete Pecados (sieben kleine Inseln mit exzellentem Schnorcheln). Die Malcapuya Island und Banana Island bieten Bilderbuchstrände mit weniger Touristen.

Tipp

Buche mindestens 3 Tauchgänge, wenn du zertifiziert bist — die Wracks sind alle unterschiedlich und faszinierend. Für Nicht-Taucher: Ein Open-Water-Kurs in Coron (ab 15.000 PHP/~245 €) mit den Wracks als Trainingsgelände ist ein Traum. Kayangan Lake ist am ruhigsten bei Ankunft um 8 Uhr morgens.

Puerto Princesa Underground River (UNESCO)★★★

Sabang, Puerto Princesa, Palawan
Täglich 8:00–16:00 (letzter Eintritt)
Permit + Bootsfahrt + Umweltgebühr: ca. 1.500–2.000 PHP (~25–33 €) über Tour-Operator

Der Puerto Princesa Subterranean River National Park beherbergt den längsten schiffbaren unterirdischen Fluss der Welt — 8,2 Kilometer windet er sich durch ein gewaltiges Höhlensystem unter dem St. Paul Mountain. Seit 1999 UNESCO-Welterbe und seit 2012 eines der „Neuen Sieben Naturwunder der Welt".

Die Bootsfahrt führt durch die ersten 4,3 Kilometer der Höhle. Der Audioguide (im Boot) erklärt die gigantischen Stalaktiten und Stalagmiten, die über Millionen von Jahren gewachsen sind — einige davon mehrere Stockwerke hoch. Die Höhle beherbergt eine riesige Kolonie von Fledermäusen und Schwalben, deren Geräusche in der Dunkelheit surreal widerhallen. Das Spiel der Taschenlampen auf den Kalksteinformationen erzeugt bizarre Schattenbilder — man erkennt Kathedralen, Gesichter, Pilze und ganze Landschaften.

Die Anfahrt von Puerto Princesa Stadt dauert 1,5 Stunden zum Hafen in Sabang, dann 20 Minuten per Bangka-Boot zum Höhleneingang. Der gesamte Ausflug nimmt einen ganzen Tag in Anspruch. Die Besucherzahl ist auf 900 pro Tag begrenzt — ein Permit muss vorher beim City Tourism Office oder über ein Hotel/Tour-Operator gebucht werden.

Puerto Princesa selbst ist die Hauptstadt Palawans und ein angenehmes Städtchen: Sauber, sicher, mit guten Restaurants und dem lebhaften Baywalk (Uferpromenade) für abendliche Spaziergänge. Von hier starten auch Touren zur Honda Bay (Island Hopping mit Schnorcheln) und die Weiterreise nach El Nido per Van (5–6 Stunden).

Tipp

Buche das Permit mindestens 1 Woche vorher (in der Hochsaison 2–3 Wochen). Am einfachsten über dein Hotel oder ein lokales Reisebüro. Der erste Slot morgens (8:00) ist am besten — weniger Boote in der Höhle und besseres Licht am Eingang.

Port Barton & San Vicente★★

Port Barton / San Vicente, Palawan
Unterkunft: 800–3.000 PHP (~13–49 €), Island Hopping: 800–1.200 PHP (~13–20 €)

Wer den Trubel von El Nido entfliehen möchte, findet in Port Barton und San Vicente das Palawan von vor zehn Jahren — ruhig, unberührt und mit dem Charme eines verschlafenen Fischerdorfs.

Port Barton

Dieses winzige Dorf an der Westküste Palawans ist der perfekte Zwischenstopp zwischen Puerto Princesa und El Nido. Keine ATMs (Bargeld mitbringen!), kein Nachtleben, nur ein Handvoll einfacher Unterkünfte direkt am Strand. Dafür: exzellentes Schnorcheln direkt vor der Küste (Schildkröten fast garantiert!), günstiges Island Hopping (800–1.200 PHP/~13–20 € für den ganzen Tag) und die entspannteste Atmosphäre Palawans. Abends sitzt man am Strand, trinkt San Miguel und schaut den Fischern beim Anlegen zu.

San Vicente & Long Beach

San Vicente liegt nördlich von Port Barton und beherbergt ein Geheimnis: den Long Beach — mit 14,7 Kilometern der längste zusammenhängende Strand der Philippinen. Weißer Sand, kaum Menschen, türkisfarbenes Wasser. San Vicente hat einen kleinen Flughafen (Flüge aus Manila mit SkyJet) und wird als „nächstes El Nido" gehandelt — noch ist es ruhig und günstig.

Die Infrastruktur ist einfach: Einige Beach Resorts (ab 1.500 PHP/~25 € für ein Strandhaus), lokale Restaurants mit frischem Fisch und eine unbefestigte Straße, die den Strand entlangführt. Der perfekte Ort, um einfach nichts zu tun.

Tipp

Port Barton ist per Van von Puerto Princesa erreichbar (3 Stunden, 500 PHP). Von Port Barton nach El Nido sind es weitere 4 Stunden per Van. Plane mindestens 2 Nächte ein — das Tempo des Ortes braucht seine Zeit, um zu wirken. Bargeld unbedingt aus Puerto Princesa oder El Nido mitbringen!

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