Manila
Intramuros — Die spanische Altstadt★★★
Intramuros (lateinisch: „innerhalb der Mauern") ist das historische Herz Manilas — eine 64 Hektar große befestigte Stadt, die die Spanier 1571 als Verwaltungszentrum ihrer Kolonie errichteten. 333 Jahre lang war dies das Machtzentrum der spanischen Herrschaft über die Philippinen. Die massiven Steinmauern (bis zu 6,7 Meter dick) umschlossen Kirchen, Klöster, den Gouverneurspalast und die Häuser der spanischen Elite.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Intramuros bei der Schlacht um Manila (1945) fast vollständig zerstört — eine der brutalsten Stadtschlachten des Krieges mit über 100.000 zivilen Opfern. Was heute steht, ist größtenteils rekonstruiert, aber die Atmosphäre ist einzigartig: Kopfsteinpflaster, Pferdekutschen (Kalesa), monumentale Kirchen und eine Stille, die im Kontrast zum Chaos draußen steht.
Die San Agustin Church (1607) ist die älteste Steinkirche der Philippinen und UNESCO-Welterbe. Ihr Barockinterieur mit Trompe-l'oeil-Deckenmalereien ist atemberaubend. Daneben liegt Fort Santiago, die Zitadelle an der Mündung des Pasig-Flusses, in der der Nationalheld José Rizal vor seiner Hinrichtung 1896 inhaftiert war. Das Rizal-Schrein-Museum in der Festung zeigt seine letzten Schriften und den Weg zur Hinrichtungsstätte — emotional und geschichtlich fesselnd.
Am besten erkundet man Intramuros per Bambus-Fahrrad (Bambike Ecotours, ab 700 PHP/~11 € für 2 Stunden) oder zu Fuß. Die Manila Cathedral wurde achtmal zerstört und achtmal wiederaufgebaut — ein Sinnbild für die Resilienz der Stadt.
Tipp
Komme morgens, wenn es noch kühl ist (vor 10 Uhr). Die Kombination Fort Santiago + San Agustin Church + Casa Manila reicht für 2–3 Stunden. Die Bambike Ecotours sind exzellent — die Guides erzählen die Geschichte besser als jeder Audioguide.
Rizal Park (Luneta)★★
Der Rizal Park (auch Luneta Park) ist Manilas grüne Lunge und das symbolische Zentrum der Nation. Hier wurde am 30. Dezember 1896 der Nationalheld José Rizal von den Spaniern hingerichtet — ein Ereignis, das die philippinische Revolution entfachte. Sein Monument und die Grabstätte werden von einer Ehrenwache bewacht und sind für Filipinos ein fast heiliger Ort.
Der Park erstreckt sich über 58 Hektar und bietet neben dem Rizal-Monument einen japanischen und chinesischen Garten, einen Orchideengarten, das Nationalmuseum der Philippinen (kostenloser Eintritt!) und das Planetarium. Am Wochenende verwandelt sich der Park in ein Volksfest: Familien picknicken, Straßenkünstler treten auf, und junge Paare spazieren Hand in Hand.
Das Nationalmuseum ist ein Pflichtbesuch: Das National Museum of Fine Arts beherbergt Juan Lunas monumentales Gemälde „Spoliarium" (1884) — ein Meisterwerk, das den Schmerz unter spanischer Kolonialherrschaft darstellt und als eines der bedeutendsten Kunstwerke Südostasiens gilt. Der Eintritt ist seit 2014 kostenlos — eine seltene Großzügigkeit, die man nutzen sollte.
Binondo — Das älteste Chinatown der Welt★★
Binondo wurde 1594 von den Spaniern als Siedlung für christianisierte Chinesen gegründet — und ist damit das älteste Chinatown der Welt, älter als jedes in San Francisco, New York oder London. Seit über 400 Jahren pulsiert hier das Herz der chinesisch-philippinischen Gemeinschaft, die maßgeblich die Wirtschaft und Kultur des Landes geprägt hat.
Der beste Zugang ist über die Jones Bridge oder per Jeepney. Das Viertel ist ein Labyrinth aus engen Gassen, in denen sich Goldgeschäfte, Kräuterläden, Tempel und vor allem Restaurants aneinanderreihen. Die kulinarische Vielfalt ist überwältigend:
- Dong Bei Dumplings — Die besten handgemachten Dumplings Manilas, vor den Augen der Gäste gefaltet
- Eng Bee Tin — Berühmt für Hopia (gefüllte Mondkuchen), seit 1912
- Ongpin Street — Die Hauptstraße mit Dim-Sum-Restaurants und Nudelsuppen-Läden
- Quik Snack — Legendäres Siopao (gedämpfte Brötchen mit Fleischfüllung)
Die Binondo Church (Minor Basilica of San Lorenzo Ruiz, gegründet 1596) ist die älteste Pfarrkirche der philippinisch-chinesischen Gemeinde. Der Octagonal Belltower ist ein Wahrzeichen des Viertels. Dahinter liegt der lebhafte Divisoria Market — der größte und chaotischste Markt Manilas, wo man alles kaufen kann, was man braucht (und vieles, was man nicht braucht), zu Preisen, die selbst für philippinische Verhältnisse absurd günstig sind.
Tipp
Komme mit leerem Magen! Binondo ist ein Food-Trip. Am besten mit einer geführten Walking-Food-Tour (ab 1.500 PHP/~25 € inkl. Essen). Oder einfach durch die Ongpin Street schlendern und alles probieren, was dampft.
Makati & BGC — Das moderne Manila★★
Wer denkt, Manila sei nur Chaos und Kolonialgeschichte, hat Makati und Bonifacio Global City (BGC) nicht gesehen. Diese beiden Stadtteile sind das moderne, wohlhabende Gesicht der Philippinen — mit Wolkenkratzern, erstklassigen Restaurants, internationalen Hotellketten und einer Infrastruktur, die es mit Singapur aufnehmen kann.
Makati ist das Finanz- und Geschäftszentrum der Philippinen. Der Ayala Triangle Garden bietet eine grüne Oase zwischen den Bürotürmen. Die Greenbelt Mall und Glorietta sind gehobene Einkaufszentren mit internationalem Angebot. Nachts verwandelt sich die Poblacion-Gegend in Makatis Ausgehviertel: Rooftop-Bars, Craft-Beer-Pubs, Cocktailbars und Livemusik in umgebauten Altbauten.
BGC (Taguig City) ist die neueste Entwicklung — eine durchgeplante Stadt auf dem ehemaligen Militärgelände Fort Bonifacio. Breite Gehwege (in Manila eine Sensation!), Straßenkunst, Parks, Radwege und Dutzende internationale Restaurants. Der High Street-Bereich ist abends belebt, das Venice Grand Canal Mall bietet eine kuriose Nachbildung venezianischer Kanäle (inklusive Gondelfahrt), und der Mind Museum ist Manilas bestes Wissenschaftsmuseum.
Für Reisende sind Makati und BGC ideal als Basis für die erste und letzte Nacht: Gute Hotels, sichere Gegend, exzellentes Essen und einfacher Flughafentransfer. Der Kontrast zum Rest Manilas ist frappierend — und gibt einen Einblick in die wachsende philippinische Mittelschicht.
Street Food & Nachtleben★★
Manilas Essensszene ist eine der aufregendsten in Südostasien — von Straßenständen mit Isaw (gegrillter Hühnerdarm) bis zu Restaurants, die in Asiens-50-Best-Liste stehen.
Street Food Must-Tries
- Isaw & Betamax — Gegrillte Hühnerdärme und Blutblöcke am Spieß. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt großartig mit Sojasoßen-Essig-Dip. Ab 5 PHP pro Spieß.
- Kwek-Kwek — Wachteleier in orangefarbenem Teig frittiert. Der perfekte Snack für zwischendurch. 15 PHP für 4 Stück.
- Balut — Das berüchtigtste Street Food der Philippinen: ein angebrütetes Entenei mit Embryo. Die ultimative Mutprobe für Reisende. Gibt es an fast jedem Straßenstand für 20 PHP.
- Halo-Halo — Crushed Ice mit Bohnen, Kokosgel, Leche Flan, Ube-Eis und Milch. Filipinos bestes Dessert, perfekt gegen die Hitze. Ab 60 PHP.
- Sizzling Sisig — Gehacktes Schweinefleisch (Gesicht und Ohren!) auf einer brutzelnd heißen Platte mit Ei und Chili. Dazu Reis und San Miguel — das Nationalgericht Manilas. Ab 120 PHP.
Nachtleben
Manilas Nachtleben konzentriert sich auf drei Viertel:
- Poblacion (Makati): Das hippe Ausgehviertel mit Rooftop-Bars, Speakeasies und Livemusik. Z Bar, Oto und Polilya sind die aktuellen Hotspots.
- BGC: Gehobenere Bars und Clubs entlang der High Street und Uptown Parade. Palace Pool Club für die Partyfreudigen.
- Quezon City: Lokaler und alternativer. Cubao Expo ist ein Komplex aus Vintage-Läden und Indie-Bars, Fred's Revolucion für Livemusik.
Und natürlich: Karaoke. Die Philippinen sind die Karaoke-Nation schlechthin. In jeder Straße steht eine Karaoke-Maschine, und die Filipinos singen mit einer Hingabe und Stimmgewalt, die Gänsehaut verursacht. Mitsingen ist Pflicht — egal wie schlecht du bist. Die Filipinos werden dich anfeuern.
Tipp
Für die beste Food-Erfahrung: Mercato Centrale (BGC, freitags und samstags abends) ist ein Night Market mit den besten Streetfood-Ständen Manilas an einem Ort. Oder der Legazpi Sunday Market für gehobenes Streetfood am Sonntagmorgen.
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