Unabhängigkeitskriege & William Wallace
Edward I. und die Krise der Krone
1286 starb der schottische König Alexander III., und England sah seine Chance. König Edward I. von England (der „Hammer der Schotten") nutzte einen Thronstreit aus, um sich selbst zum Oberherrn Schottlands zu erklären. Er raubte den Stone of Destiny (den Krönungsstein) und brachte ihn nach Westminster — ein Akt, der die schottische Seele zutiefst verwundete.
William Wallace (1270–1305)
William Wallace ist Schottlands Nationalheld — ein niederer Adliger, der 1297 eine Rebellenarmee gegen die englische Besatzung anführte und in der Schlacht von Stirling Bridge eine zahlenmäßig überlegene englische Armee vernichtend schlug. Wallace wurde zum Guardian of Scotland ernannt, aber 1305 verraten, gefangen genommen und in London brutal hingerichtet (gehängt, gestreckt und geviertelt). Sein Opfer machte ihn zum unsterblichen Symbol des schottischen Freiheitswillens. Das Wallace Monument bei Stirling (67 m hoher Turm) ehrt sein Andenken. Der Film „Braveheart" (1995) ist historisch fragwürdig, hat aber Wallace weltweit bekannt gemacht.
Robert the Bruce (1274–1329)
Wo Wallace scheiterte, triumphierte Robert the Bruce. Er ließ sich 1306 zum König krönen, führte einen jahrelangen Guerillakrieg gegen die Engländer und gewann 1314 die Schlacht von Bannockburn — Schottlands größter militärischer Sieg. 1320 formulierte die Declaration of Arbroath das Recht auf Unabhängigkeit — einer der einflussreichsten Texte der politischen Geschichte. 1328 erkannte England Schottlands Unabhängigkeit an.