Frühgeschichte & Antike
Anatolien ist eine der Wiegen der menschlichen Zivilisation. Göbekli Tepe (bei Şanlıurfa) — um 9.500 v. Chr. errichtet — ist die älteste bekannte Monumentalanlage der Welt, 6.000 Jahre älter als Stonehenge. Çatalhöyük (bei Konya) war eine der ersten Stadtgründungen (7.500 v. Chr.).
Die Hethiter (1600–1178 v. Chr.) errichteten von Hattuşa (bei Çorum) aus ein Großreich, das mit Ägypten rivalisierte. Der Vertrag von Kadesch (1259 v. Chr.) zwischen Hethitern und Ägyptern ist der älteste bekannte Friedensvertrag der Welt — eine Kopie hängt im UN-Hauptquartier in New York.
An der Ägäisküste entstanden griechische Stadtstaaten, die zur Blüte der antiken Kultur beitrugen: Milet (Geburtsstätte der Philosophie — Thales, Anaximander), Ephesus (Artemis-Tempel, eines der Sieben Weltwunder), Halikarnassos (Mausoleum, ein weiteres Weltwunder) und Troja (Schauplatz von Homers Ilias). Alexander der Große eroberte 334 v. Chr. Anatolien und verbreitete die hellenistische Kultur.
Die Römer machten Anatolien zu ihren reichsten Provinzen: Pergamon, Ephesus, Antiochia und Side blühten auf. Das Christentum breitete sich von hier aus — Paulus reiste durch Anatolien, die Sieben Gemeinden der Offenbarung lagen alle in der heutigen Türkei, und das Konzil von Nicäa (325 n. Chr., im heutigen İznik) formulierte das christliche Glaubensbekenntnis.