Hagia Sophia★★★
Die Hagia Sophia (Ayasofya) ist das bedeutendste Bauwerk Istanbuls und eines der wichtigsten der Menschheitsgeschichte. Seit 537 n. Chr. steht dieses architektonische Wunderwerk — fast 1.000 Jahre lang die größte Kirche der Christenheit, dann 500 Jahre Moschee, 85 Jahre Museum und seit 2020 wieder Moschee.
Kaiser Justinian I. ließ die Kirche in nur fünf Jahren (532–537) erbauen. Die gewaltige Kuppel — 56 m hoch, 31 m Durchmesser — scheint zu schweben und war ein technisches Wunder ihrer Zeit. Beim Betreten trifft dich das Ausmaß wie ein Schlag: der riesige Innenraum, das durch 40 Fenster einfallende Licht, die goldenen byzantinischen Mosaike, die auch nach der Umwandlung in eine Moschee teilweise sichtbar geblieben sind.
Im Obergeschoss findest du das berühmte Deësis-Mosaik (13. Jh.) — Christus flankiert von Maria und Johannes dem Täufer — eines der Meisterwerke byzantinischer Kunst. Auch die Mosaike der Kaiserin Zoë und des Kaisers Johannes II. sind erhalten. Seit der Wiedereröffnung als Moschee sind einige Mosaike mit Vorhängen verdeckt, werden aber während der Gebetszeiten teilweise sichtbar.
Bemerkenswerte Details: die „schwitzende Säule" (Wunschsäule) mit dem Kupferloch, in das man den Daumen steckt; die Wikinger-Runen, die ein Gardist im 9. Jahrhundert in die Marmorbrüstung geritzt hat; und die riesigen, von Sultan Abdülmecid I. beauftragten kalligrafischen Rundschilde mit den Namen Allahs, Mohammeds und der ersten Kalifen.
💡 Tipp
Komme direkt zur Öffnung um 9 Uhr morgens — dann sind die Reisegruppen noch nicht da. Der Besuch ist kostenlos (Moschee), aber du musst Schuhe ausziehen und Frauen brauchen ein Kopftuch. Tücher werden am Eingang verliehen. Während der fünf täglichen Gebetszeiten (vor allem Freitagsmittag) ist der touristische Zugang eingeschränkt — informiere dich vorab über die aktuellen Gebetszeiten.