Museumsquartier & Naschmarkt
MuseumsQuartier (MQ)
Das MuseumsQuartier ist eine 60.000 m² große Kulturanlage in den ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen — eine geniale Verbindung aus barocker Architektur und zeitgenössischem Design. Die Museen sind Weltklasse, aber das MQ ist mehr als Kultur: Es ist Wiens urbanes Wohnzimmer. Im Innenhof stehen die berühmten Enzis (bunte Designmöbel), in denen Wiener und Touristen in der Sonne sitzen, lesen, trinken und die Atmosphäre genießen.
Die drei großen Museen
- Leopold Museum: Die weltweit größte Sammlung von Egon Schiele (über 40 Ölgemälde!) plus bedeutende Werke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und der Wiener Werkstätte. Schieles „Häuser am Meer" und „Tote Stadt" sind verstörend schön. Eintritt: 15€.
- mumok (Museum moderner Kunst): Österreichs größtes Museum für zeitgenössische Kunst — von Pop Art (Warhol, Lichtenstein) über Wiener Aktionismus bis zu aktuellen Installationen. Das Gebäude selbst (dunkler Basalt-Kubus) ist ein Statement. Eintritt: 14€.
- Kunsthalle Wien: Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst — keine permanente Sammlung, dafür immer aktuelle, oft provokante Schauen. Eintritt: 9€.
Innenhof & Enzis
Der Innenhof des MQ ist Wiens Antwort auf eine italienische Piazza: Im Sommer sitzen Hunderte Menschen in den bunten Enzis (je nach Saison in verschiedenen Farben), trinken Spritzer (Weißweinschorle) aus den umliegenden Bars und genießen den Abend. Im Winter wird der Hof zur Eislaufbahn. Der Zugang zum Innenhof ist kostenlos — ein perfekter Ort zum Ankommen in Wien.
Kunsthistorisches Museum
Das Kunsthistorische Museum (KHM) ist Wiens Juwel und eines der fünf bedeutendsten Kunstmuseen der Welt — neben dem Louvre, dem Prado, der Eremitage und den Uffizien. Die Sammlung geht auf die Kunstliebe der Habsburger zurück, die über Jahrhunderte die besten Werke Europas zusammentrugen.
Die Highlights
- Pieter Bruegel der Ältere: Die weltweit größte Bruegel-Sammlung — 12 Gemälde, darunter „Turmbau zu Babel" (1563), „Bauernhochzeit", „Jäger im Schnee" und „Kinderspiele". Allein dieser Raum rechtfertigt den Wien-Besuch.
- Vermeer: „Die Malkunst" — eines von nur 35 bekannten Vermeer-Gemälden weltweit.
- Velázquez: Die Infantinnen-Portraits — königliche Kinderportraits von beeindruckender Tiefe.
- Caravaggio: „David mit dem Haupt des Goliath" — dramatisches Chiaroscuro.
- Raffael, Tizian, Rubens, Rembrandt — die Sammlung ist ein Who's Who der europäischen Kunstgeschichte.
Das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk: Die Eingangshalle mit Marmortreppen, Deckenfresken und vergoldeten Verzierungen ist atemberaubend. Im Café im Kuppelsaal kann man unter Fresken Sachertorte essen. Eintritt: 21€.
Tipp
Das KHM hat donnerstags bis 21 Uhr geöffnet — die beste Zeit für einen Besuch. Weniger Besucher, die Bruegel-Räume fast leer, und danach ein Abendessen am Naschmarkt. Das Kombiticket mit dem Naturhistorischen Museum (gegenüber) spart Geld, wenn du beide besuchen willst.
Naschmarkt
Der Naschmarkt ist Wiens kulinarisches Herz — 1,5 Kilometer lang, seit dem 16. Jahrhundert an dieser Stelle und heute ein multikulturelles Schlaraffenland mit über 120 Ständen und Restaurants. Hier treffen sich Wiener Hausfrauen, Spitzenköche, Touristen und Hipster — der Naschmarkt ist ein Querschnitt durch Wien.
Was gibt es?
- Feinkost: Österreichischer Bergkäse, Tiroler Speck, ungarische Salami, griechische Oliven, persische Gewürze, türkische Trockenfrüchte — ein Fest für die Sinne.
- Restaurants: Von vietnamesischer Pho-Suppe über israelisches Hummus bis zu klassischem Wiener Schnitzel — der Naschmarkt hat alles. Besonders beliebt: Neni (israelisch-orientalisch), Umar (Fischrestaurant), Tewa (thailändisch).
- Samstagsflohmarkt: Am westlichen Ende (Richtung Kettenbrückengasse) findet samstags der berühmte Flohmarkt statt: Antiquitäten, Vinyl-Platten, Vintage-Möbel, Kuriositäten. Handeln ist üblich und erwartet.
Rund um den Naschmarkt
- Spittelberg (7. Bezirk): Biedermeier-Gassen mit Boutiquen, Galerien und dem berühmten Spittelberger Weihnachtsmarkt (der stimmungsvollste in Wien). Bars und Restaurants für den Abend.
- Mariahilfer Straße: Wiens größte Einkaufsstraße — 1,8 km Fußgängerzone mit allem von H&M bis zu lokalen Concept Stores.
- Otto-Wagner-Häuser (Linke Wienzeile): Zwei Jugendstil-Wohnhäuser von Otto Wagner — das Majolikahaus (Nr. 40) mit seiner blumenverzierten Fassade und das Medaillonhaus (Nr. 38). Architektonische Juwelen, direkt am Naschmarkt.
Tipp
Der Naschmarkt ist am besten unter der Woche (Di–Fr) vormittags — samstags ist der Flohmarkt zwar toll, aber der Markt selbst ist dann überfüllt. Komm hungrig, probiere dich durch die Stände und iss dann in einem der Restaurants am Markt zu Mittag. Achtung: Die Restaurant-Terrassen direkt am Markt haben oft höhere Preise — eine Reihe weiter wird es günstiger.
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